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Neues Zivilschutz-Konzept: Wo finde ich bitte Volleipulver?

Das Zivilschutz-Konzept rät zu Vorsorgekäufen: Wasser, Brot, Corned Beef, Reis und Obst. Wieviel kostet der "Hamsterkauf"? Wo kriegt man was? Und was hat man eigentlich davon?

Von Judith Hoppermann

Einkauf im Supermarkt

Die Katastrophe sollte schon zeitnah nach dem Einkauf eintreten

Tagelanger Stromausfall, alle Supermärkte geschlossen, zu Hause eingesperrt, so wohl das Szenario. Und das neue Zivilschutzkonzept der Bundesregierung sieht vor, dass deutsche Bürger vorbereitet sein sollten, zehn Tage lang zu Hause überleben zu können.

Das braucht Platz und kostet Geld: Nach Berechnungen des stern schlägt das "Lebensmittelhamstern" für eine Person mit rund 80 Euro zu Buche. Wenn man besonders günstig einkauft. Was gibt es dafür?

Einen ersten Anhaltspunkt bietet eine Tabelle des Bundesministeriums für Ernährung und Landwirtschaft. Dort ist der Speiseplan für den Notfall beschrieben: Gemüse, Obst und Fleisch in Dosen, dazu Knäckebrot (2,70 Euro) und Zwieback (1,50 Euro). Zwar fallen 750 Gramm Brot mit rund 1,60 Euro nicht stark ins Gewicht. Wenn dann aber noch Nudeln (49 Cent), Reis (49 Cent), Dosenthunfisch (1 Euro), Zwiebeln (79 Cent), Margarine (65 Cent) und frisches Obst dazukommen, läppert es sich. Kostspieliger sind der Hartkäse (7 Euro für Parmesan) und das haltbare Fleisch wie Corned Beef (4 Euro) – zusammen rund zehn bis elf Euro – und Dauerwurst wie Salami – je nach Größe rund fünf Euro.

Ein Apfel, eine Banane, eine Birne

Das Problem hierbei: Brot hält sich nicht ewig, nicht einmal im mit Notstrom betriebenen Gefrierfach. Wenn also die Katastrophe nicht zeitnah nach dem Einkauf eintritt, erhöhen sich die Kosten noch einmal. Zum Glück sieht der Plan aber nur einen Apfel, eine Banane, eine Birne und ein paar Orangen sowie rund eineinhalb Brote vor. Für vier bis fünf Euro ließe sich der Vorrat schnell wieder aufstocken – oder im Notfall auf das frische Obst verzichten.

Der Ratgeber für Notfallvorsorge und richtiges Handeln in Notsituationen des Bundesamts für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe geht noch einen Schritt weiter: Die Broschüre rät unter anderem zum Kauf von Volleipulver, weil das im Gegensatz zu echten Eiern mehrere Jahre haltbar sei. Das ist in den meisten Discountern gar nicht zu finden und kostet online zwischen 5 und 20 Euro. Wer also nicht ständig an den Notfall denken und frische Eier nachkaufen möchte, dessen Kosten erhöhen sich noch einmal. Außerdem rät das Amt weiter, die Bürger sollten auch noch ausreichend Wasser zum Kochen - etwa von Linsen und Reis - vorrätig haben. Überhaupt das Wasser: Nicht klar ist, warum man Essbares für zehn und Trinkwasser nur für fünf Tage vorrätig haben soll. Das wären jedenfalls zwei Liter pro Tag pro Person.

Fehlen eigentlich nur noch Rezepte, wie die Bürger die Lebensmittel zubereiten sollen. Die gibt es weder vom Ernährungs-Ministerium noch vom Amt für Bevölkerungsschutz.

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