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Zu einsam: Weich gewordener Mafioso bittet um Verhaftung

Da dürften die Beamten in Lucca nicht schlecht gestaunt haben: Ein mehrfach vorbestrafter Mafia-Gangster hat bei der Polizei angerufen und um seine Festnahme gebeten, weil er sich auf der Flucht so einsam fühlte. Für seine Verhaftung stellte er nur eine Bedingung.

Weil er immer auf der Flucht war und sich quälend einsam fühlte, hat ein italienischer Mafioso um seine Festnahme gebeten. Der mehrfach vorbestrafte Serienräuber, Erpresser und frühere Kollaborateur der kalabrischen 'Ndrangheta rief beim Polizeipräsidium in Lucca in der Toskana an und wollte hinter Gitter. Er verlangte den Chef des mobilen Einsatzkommandos und stellte als einzige Bedingung, dass dieser höchstpersönlich ihm die Handschellen angelegen müsse.

Bei seiner Festnahme wollte der weich gewordene Kriminelle dann die Polizisten sogar umarmen. Er werde sich im Gefängnis weniger allein fühlen als in der Freiheit, schüttete der Mafia-Mann den Beamten sein Herz aus, wie italienische Medien am Montag berichteten. Er sei es leid, ein kriminelles Leben zu führen und anderen etwas anzutun. Außerdem sei er bereit, einige Raubüberfälle zu gestehen.

Die Beamten in Lucca dürften über das zerknirschte Geständnis des als gefährlich eingestuften Kriminellen nicht schlecht gestaunt haben. Denn normalerweise versuchen in Italien reuige Mafia-Leute einen Straferlass auszuhandeln oder eine neue Identität zu bekommen, bevor sie sich freiwillig in die Hände der Ermittler begeben. Und dieser Kriminelle hätte einiges an Verhandlungsmasse gehabt: Mafiöse Verbindungen, Geiselnahme, Erpressung, bewaffneter Raubüberfall und Drogenhandel, soll der "einsame" Ex-'Ndrangheta-Mann auf dem Kerbholz haben.

mad/DPA / DPA