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Zunehmende Gewalt: Hilfswerk beklagt weltweite Christenverfolgung

Die Gewalt gegen Christen nimmt zu. Seit 1997 wird jährlich eine Liste der gefährlichsten Länder für die Glaubensgemeinschaft veröffentlicht. Besonders schlimm ist die Lage nach wie vor in Nordkorea.

Die Verfolgung von Christen nimmt weltweit zu. Fast 100 Millionen Menschen wurden nach Schätzungen des christlichen Hilfswerks Open Doors im vergangenen Jahr unterdrückt oder mit Gewalt zur Aufgabe ihrer Religion gezwungen. In Nordkorea sind die Repressalien besonders brutal, wie aus dem am Mittwoch in Kelkheim bei Frankfurt veröffentlichten Weltverfolgungsindex 2014 hervorgeht.

Danach führt das kommunistische Land zum zwölften Mal in Folge die Liste der 50 Staaten an, in denen Christen wegen ihres Glaubens verfolgt werden. Dort wird den Angaben zufolge bereits der Besitz einer Bibel mit Todesstrafe oder Arbeitslager für die ganze Familie geahndet.

Auf den Plätzen zwei bis neun folgen Staaten, in denen vor allem islamistische Extremisten die Religionsfreiheit mit Gewalt unterbinden, darunter Somalia (Platz 2), Syrien (3), Irak (4) und Afghanistan (5). Europäische Staaten und benachbarte Länder sind nicht dabei. Neu auf dem Index ist dafür die krisengeschüttelte Zentralafrikanische Republik auf Rang 16, weil das Hilfswerk dort einen "religiös motivierten Genozid" befürchtet. Pakistan wiederum habe 2013 "den schlimmsten antichristlichen Terrorakt" seit der Staatsgründung 1947 erlebt und sei auf Platz acht vorgerückt. Ein Doppelattentat auf eine Kirche in Peschawar hatte Ende September 89 Gläubige getötet. Besonders zugenommen habe die weltweite Christenverfolgung durch Islamisten in Afrika.

Befragungen in 60 Ländern

Dramatisch sei auch die Lage der Christen in Ägypten, erklärte Open Doors. Diese hätten vergangenes Jahr "viel Gewalt, Hass und sogar ermordete Brüder und Schwestern zu beklagen" gehabt. "Leider finden die unfassbaren Gräueltaten an Christen in der Öffentlichkeit noch viel zu wenig Beachtung", sagte der Leiter von Open Doors Deutschland, Markus Rode. Er appellierte an Kirchen und Politiker, den millionenfachen Menschenrechtsverletzungen entschiedener als bislang entgegenzutreten.

Die Autoren beschreiben den Weltverfolgungsindex als "einzige alljährlich durchgeführte systematische Untersuchung zur Religionsfreiheit von Christen weltweit". Das unabhängige und in seinen Ursprüngen evangelische Hilfswerk erhebt den Index seit 1997 und befragt dazu Mitarbeiter in 60 Ländern. Der Bericht bezieht sich auf den Zeitraum von November 2012 bis Oktober 2013.

ono/DPA/AFP / DPA