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Zuwanderung nach Deutschland Fachkräfte bleiben weg, Studenten kommen gern


Die Wirtschaftskrise hat die Zuwanderung nach Deutschland deutlich gebremst. Das geht aus einerm Bericht der OECD hervor. Einen Boom hingegen gibt es beim Zuzug ausländischer Studenten, vorneweg die Chinesen.

Die Zuwanderung nach Deutschland ist weiter rückläufig. Zu diesem Ergebnis kommt der am Dienstag in Paris und Berlin veröffentlichte Migrationsbericht der Organisation für wirtschaftliche Entwicklung und Zusammenarbeit (OECD), der die Entwicklung der Zu- und Abwanderung in Deutschland mit der in anderen OECD-Länder vergleicht. 2009 ist demnach hierzulande die langfristige Einwanderung im Vergleich zu dem bereits niedrigen Niveau des Vorjahres weiter zurückgegangen.

Teilweise stehe die Entwicklung im Zusammenhang mit der weltweiten Wirtschafts- und Finanzkrise, schreiben die Experten. Der Bericht weist darauf hin, dass Deutschland zu den OECD-Ländern zählt, in denen sich der demografische Wandel bereits heute in einem Schrumpfen der erwerbstätigen Bevölkerung zeige.

Boom bei den Studenten

Auf dem niedrigsten Stand seit einem Jahrzehnt befand sich 2009 laut dem OECD-Migrationsbericht 2011 die Familienmigration nach Deutschland. Das Zentrale Ausländerregister (ZAR) weise für 2009 nur rund 48.000 Einwanderer als Familienmigranten, also nachziehende Ehegatten und Familienangehörige. Auch die Zuwanderung von Spätaussiedlern sei rückläufig: 2009 kamen demnach nur noch 3400 ethnische Deutsche aus Osteuropa und Zentralasien. In den neunziger Jahren kamen durchschnittlich pro Jahr zwischen 100.000 und 230.000 Spätaussiedler.

Einen Boom erlebte Deutschland laut OECD-Studie dagegen beim Zuzug von Studenten aus dem Ausland. Mehr als 60.000 Studenten wählten Deutschland 2009 als vorübergehende Heimat. Besonders beliebt ist Deutschland bei Chinesen, die allein 15 Prozent der ausländischen Studenten ausmachten. Hingegen blieb die langfristige Zuwanderung von Fachkräften aus Ländern außerhalb der EU gering - trotz verstärkter Bemühungen, dieser international umworbenen Gruppe die Zuwanderung nach Deutschland schmackhaft zu machen, wie die OECD schreibt.

Bei den Asylbewerbern verzeichnet der OECD-Bericht ausgehend von dem Tiefstand im Jahr 2007 wieder einen leichten Zuwachs. Vorläufige Zahlen für 2010 ließen eine Verdopplung der Zahl der Asylanträge auf über 41.300 erkennen. An der Spitze bei den Bewerberzahlen habe dabei Afghanistan den Irak abgelöst, an dritter Steller folgten Asylsuchende aus Serbien.

fro/AFP AFP

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