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Zwei Tage nach Gedenkfeier: Friedenseiche in Rostock-Lichtenhagen abgesägt

Keine drei Tage überlebte die Friedenseiche vor dem Rostocker Sonnenblumenhaus: In der Nacht zum Mittwoch wurde der zur Erinnerung an ausländerfeindliche Ausschreitungen gepflanzte Baum abgesägt.

Sie sollte ein Zeichen der Hoffnung sein: Die neugepflanzte Friedenseiche vor dem Sonnenblumenhaus in Rostock-Lichtenhagen ist in der Nacht zum Mittwoch abgesägt worden. Der Baum war am Sonntag zur Erinnerung an die ausländerfeindlichen Ausschreitungen im August 1992 gepflanzt worden. Die Baumfällung war in der Nacht von Anwohnern bemerkt worden, teilte ein Sprecher der Hansestadt Rostock mit. Im Internet bekannte sich das linke Netzwerk indymedia zu der Tat.

Rostocks Senatorin für Soziales, Liane Melzer, sagte: "Das Absägen der Eiche ist ein Zeichen, dass der Aufarbeitungsprozess noch längst nicht beendet ist." Es werde ein neuer Baum gepflanzt, kündigte sie an. Das linke Netzwerk indymedia kritisierte, die Eiche sei als "Symbol für Deutschtümelei und Militarismus ... für die Menschen, die 1992 dem Mob in Rostock-Lichtenhagen ausgesetzt waren, ein Schlag ins Gesicht".

Laut der "Ostsee-Zeitung" war die Eiche als Gedenkbaum in Rostock von Beginn an umstritten. Oberbürgermeister Roland Methling hatte die Wahl des Baumes verteidigt: "Wir haben uns vom Symbol der Friedenseiche inspirieren lassen. Zudem ist die Eiche einer der langlebigsten Bäume und steht somit für Beständigkeit."

vim/DPA / DPA