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Helfer in der Coronakrise "Bei jedem Röcheln wollte ich den Notarzt rufen"

Christin Rohde mit ihrer Familie
Christin (32) und Lars (33) mit Sohn Henry und Tochter Emilia
© Christin Rohde
Christin Rohde (32) ist ihren tatkräftigen Schwiegereltern in spe jeden Tag dankbar für ihre Unterstützung – nicht nur während der Corona-Zeit. Ob Kinderbetreuung, Umzug oder Ärger mit Behörden: Ihre Schwiegereltern sind da.

Für viele Menschen wäre es ein Alptraum: Die Schwiegermutter wohnt in der Nähe und schaut häufig vorbei. Christin Rohde aus Celle hingegen freut sich über diese engen Familienbande. „Meine Schwiegereltern Viola und Manfred Wagner sind einfach großartig. Als ich meinen Lebensgefährten Lars vor 14 Jahren in der Berufsschule kennen- und lieben lernte, haben sie mich gleich herzlich aufgenommen. Seitdem waren sie immer für uns da“, schwärmt die 32-Jährige. „In unserer Jugend, als Partymachen und Freunde treffen an erster Stelle standen, haben sie uns so manches Mal nachts abgeholt, wenn wir nicht wussten, wie wir nach Hause kommen sollten – egal wie spät es war! Und Viola hat uns auch um drei Uhr morgens noch die Lasagne warm gemacht.“

Wer unterstützt heute noch bedingungslos andere?

Viola und Manfred Wagner (63+65) halfen, die erste eigene Wohnung des jungen Paares zu renovieren, und legten auch bei späteren Umzügen „Hand an“. Sie standen Christin und Lars (33) bei Startschwierigkeiten im Beruf zur Seite und unterstützen sie bei Behördengängen.

Es geht um Selbstverständlichkeiten, die eigentlich keine sind. Wer unterstützt heute noch bedingungslos andere, ohne jede Gegenleistung? In schwierigen Zeiten zeigt sich, auf wen man sich verlassen kann. Sie schweißen viele Familien noch enger zusammen. Aber werden die Schwiegereltern nicht auch mal übergriffig oder belehrend? Ist so viel Nähe und Umtriebigkeit nicht auch anstrengend?

„Nein“, antwortet Christin, „die  beiden ziehen sich sensibel zurück, bevor es uns zu viel wird. Sie sind aber sofort zur Stelle, wenn sie gebraucht werden. Sie akzeptieren unsere Entscheidungen und mischen sich nur ein, wenn sie gefragt werden.“

„Bei jedem Röcheln wollte ich den Notarzt rufen“

Kaum zu fassen, so eine Familienidylle. Doch es geht noch weiter: „Als Lars und ich vor drei Jahren Eltern wurden, hatte ich große Angst, mit dem kleinen Henry etwas falsch zu machen. Am liebsten hätte ich bei jedem Röcheln den Notarzt gerufen. Schließlich war er mein erstes Kind“, berichtet sich Christin. „Viola und Manni haben uns tagtäglich durch diese Zeit begleitet. Genauso war es, als vor anderthalb Jahren unsere Emilia auf die Welt kam. Sie haben nichts in Frage gestellt oder irgendetwas madig geredet.“

Mittlerweile haben  Viola und Manfred Wagner sogar fünf Enkelkinder und alle Hände voll zu tun, denn ihre Tochter Melanie bekam bald darauf Zwillinge und noch ein Baby.

Es gab einige Situationen, in denen das Paar nicht weiter wusste

Als sich durch Corona Anfang des Jahres die Welt total veränderte, hatte das auch für Christin bittere Konsequenzen. „Ich war gerade wieder meinem Job als Bauzeichnerin gestartet, da musste ich ins Homeoffice – kein Spaß mit zwei Kleinkindern“, erinnert sie sich. „Durch die Kinderbetreuung habe meinen ganzen Urlaub verbraten und dazu gesellten sich auch noch finanzielle Probleme. Es gab einige Situationen, wo Lars und ich nicht weiter wussten. Doch dank Viola und Manni haben wir alles gewuppt. Sie sind Herzensmenschen und würden ihr letztes Hemd für uns geben. Unsere Kinder sind völlig vernarrt in ihre Großeltern. Auf diesem Weg möchten wir einfach mal danke sagen.“

Christins eigene Eltern sind jünger und stehen noch voll im Berufsleben. Daher können sie nicht so intensiv am Leben ihrer Tochter teilhaben. Doch zur Hochzeit von Christin und Lars im Mai 2021 werden alle mit Herzblut und vollem Einsatz dabei sein.

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