VG-Wort Pixel
Anzeige

Tabuthema Coming-out? Wo queere Jugendliche Hilfe finden

Queer und unverstanden: für einige auch heute noch Alltag
Queer und unverstanden: für einige auch heute noch Alltag
© Adobe Stock
Ob homo-, trans-, bi- oder intersexuell – die Angst, zu seiner sexuellen Orientierung zu stehen, ist auch in unserer heutigen Gesellschaft noch groß. Weshalb ein Coming-out so wichtig ist und wo man Unterstützung finden kann.

Wir hissen die Regenbogenfahnen, feiern Paraden für die queere Bevölkerung, und auch auf Streaming-Diensten feiern Serien, etwa mit schwulen Protagonisten, weltweit Erfolge. Sich heutzutage offen zu seiner Sexualität zu bekennen, ist doch sicher kein Problem mehr, oder? Leider schon. Denn während die Akzeptanz im urbanen Raum relativ groß scheint, begegnen LSBTI (alle Begrifflichkeiten rund ums Thema werden hier erklärt) vor allem auf dem Land noch Diskriminierungen. Und auch die sozialen Netzwerke sind Fluch und Segen zugleich: Natürlich finden Jugendliche hier Gleichgesinnte, aber einer Studie des Deutschen Jugendinstituts zufolge werden 90 Prozent (!) der homosexuellen Teenager online gemobbt. Mit jedem Kommentar wächst die Angst, offen zu seiner Sexualität zu stehen – vor allem in der realen Welt.

Ein Zeichen für Toleranz: die Regenbogenflagge
Ein Zeichen für Toleranz: die Regenbogenflagge
© Adobe Stock

Nach einer Umfrage der Boston Consulting Group (BCG) gaben 85 Prozent der befragten LSBTI-Teilnehmenden an, ihre sexuelle Orientierung auf der Arbeit mitteilen zu wollen, bislang haben es allerdings erst 37 Prozent von ihnen auch getan. Vor allem Berufsanfänger hätten große Angst davor, dass ein Outing ihre Karriere negativ beeinflussen könne. Aber auch viele Jugendliche, junge Erwachsene und, ja, auch Senioren haben Angst vor einem Coming-out. Eine mentale Belastungsprobe, die auf Dauer verheerende Folgen haben kann.

Darum ist ein Coming-out so wichtig 

Denn schließlich ist das Coming-out nicht nur ein Befreiungsschlag, sondern auch ein Meilenstein in der persönlichen Entwicklung. Studien (z. B. des Deutschen Jugendinstituts) zeigen, dass die Fähigkeit, die eigene Sexualität als etwas Positives wahrzunehmen, einen erheblichen Einfluss auf die psychische Gesundheit hat. Mehr noch: Der Austausch mit anderen über seine sexuelle Orientierung verbessert auch gleichzeitig die Chancen dafür, soziale Unterstützung zu erhalten – und das steigert natürlich das persönliche Wohlbefinden. Wer hingegen langfristig versucht, seine sexuelle Orientierung zu verheimlichen, erhöht das Risiko für eine psychische Krankheit, wie etwa eine Depression. 

Spezielle Projekte helfen u. a. Lesben beim Coming-out
Spezielle Projekte helfen u. a. Lesben beim Coming-out
© Adobe Stock

Dieses Projekt sollten queere Jugendliche kennen 

Umso wichtiger ist es, dass homosexuelle Jugendliche eine Anlaufstelle haben, wo sie offen über ihre Sorgen reden und sich mit Gleichgesinnten austauschen können. So zum Beispiel den Mädchen*treff e.V. in Tübingen. In der Sozialeinrichtung finden junge Menschen aus der LSBTI-Community – unabhängig vom Geschlecht – zum Beispiel Beratungs- und Gruppenangebote. „Mindestens die Hälfte der Jugendlichen erhält im Zuge des Coming-out negative Reaktionen“, berichtet Ulrike Hirn, Erziehungswissenschaftlerin und eine der Mädchen*treff-Geschäftsführerinnen. „Wir wollen zeigen, dass Vielfalt eine Bereicherung für alle ist.“ Wie genau die Sozialeinrichtung vorgeht und warum es unbedingt mehr Angebote wie diese geben sollte, erfahren Sie im Online-Magazin der Deutschen Fernsehlotterie. Der Mädchen*treff e.V. wurde von der Soziallotterie, die sich für das solidarische Miteinander in der Gesellschaft starkmacht und bundesweit soziale Projekte mit den Mitteln aus dem Losverkauf unterstützt, mit 85.000 Euro gefördert. Reinschauen lohnt sich!

Apropos: Wenn auch Sie Gutes tun und gleichzeitig Chancen auf eine Sofortrente und vieles mehr haben möchten, schauen Sie im Online-Shop der Deutschen Fernsehlotterie doch mal nach dem passenden Los oder machen Sie Ihren Liebsten eine Freude damit. Denn jedes Los hilft – und alle, die mitspielen, ebenso!


Gewinner der Herzen


Mehr zum Thema


Wissenscommunity


Newsticker