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Großbritannien Nach fehlender Wertschätzung: Reinigungskraft hinterlässt ihrer Chefin kritischen Abschiedsbrief

Reinigungskraft
Weil sie sich von ihrer Chefin nicht wertgeschätzt fühlte, schrieb eine Reinigungskraft in Großbritannien ihr einen so ehrlichen wie kritischen Brief (Symbolbild)
© Andriy Popov/ / Picture Alliance
In Großbritannien hat eine Reinigungskraft ihrer Vorgesetzten, nach eingereichter Kündigung, einen kritischen Abschiedsbrief hinterlassen. Inzwischen ging dieser viral und sorgte vor allem für Zuspruch für die Verfasserin auf den sozialen Netzwerken.

Dieser Beitrag erschien zuerst an dieser Stelle auf RTL.de

Julie Cousins fühlte sich von ihrer Chefin schikaniert und schlecht behandelt. 35 Jahre lang arbeitete sie als Reinigungskraft in einem englischen Unternehmen in Southampton, bis ihr der Kragen platzte. Sie reichte die Kündigung ein. Aber leise verabschieden wollte sie sich nicht: Am letzten Arbeitstag hinterließ die 64-Jährige ihrer Chefin einen ehrlichen Abschiedsbrief.

"Reinigungskräfte sind die vergessenen Menschen"

"In einer Welt, in der du alles sein kannst, sei freundlich. Denn du bist nicht besser als eine Reinigungskraft", schrieb Cousins am letzten Arbeitstag an ihre Chefin. Den Brief hinterließ sie in ihrem Eimer mit Reinigungsmitteln. Ihr Sohn Joe hatte ihn am Freitag auf Twitter gepostet. "Und deshalb liebe ich meine Mutter", schrieb er dazu.

Die 64-Jährige hatte 35 Jahre lang für eine Reinigungsfirma in Southampton gearbeitet, berichtet "Daily Mail". Die vergangenen fünf Jahre putzte sie demnach in einer Filiale einer britischen Bank. Am letzten Arbeitstag sei sie von ihrer Chefin ins Büro gerufen worden. Die Frau habe sich dermaßen "aggressiv" verhalten, dass die Mutter von sieben Kindern einfach nicht mehr konnte. Ihren Ärger fasste die 64-Jährige in Worte und übergab einen handgeschriebenen Zettel an ihre Chefin. Sie verlange nicht mehr oder weniger als etwas "Freundlichkeit".

Sie arbeitete in einer Bankfiliale in Großbritannien

Der "Daily Mail" sagte Cousins später, "die Leute denken immer: 'Ah, es ist doch nur eine Putzfrau'. Aber es ist nicht so, ich habe den Job geliebt." Die 64-Jährige habe mit ihrem Ehemann Kevin sieben Kinder großgezogen. "Ich habe mich um meine Kinder den ganzen Tag gekümmert, das Abendessen fertig gemacht, und wenn mein Mann um 17 Uhr nach Hause kam, bin ich abends putzen gegangen", erzählt sie. Weil sie immer nur nachts in der Bankfiliale arbeitete, habe sie fast nie einen Angestellten kennengelernt. Die meisten hatten schon Feierabend, als Couins ankam. "Wissen Sie, Reinigungskräfte sind die vergessenen Leute", sagt die pensionierte Großmutter, die sich um die Bank immer gut gekümmert habe.

Putzfrau bei der Arbeit: So viel verdient eine Reinigungskraft

Inzwischen ging der Brief im Internet viral. Mehr als 144.000 Likes bekam der Post auf Twitter. Wie in den Kommentaren zu lesen ist, fühlen viele Menschen mit Cousins mit und zollen ihr Respekt für ihre ehrlichen Worte.

RTL.de/stz

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