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Gutachten im Mordprozess: Mutmaßlicher Doppelmörder von Herne ist voll schuldfähig

Im März letzten Jahres soll Marcel H. zwei Menschen in Herne getötet haben. Nun steht sein Prozess kurz bevor, in dem der Angeklagte die ganze Härte des Gesetzes fürchten muss. 

Prozess um den Doppelmord in Herne: Der Angeklagte sitzt im Saal des Bochumer Landgerichts

Der Angeklagte (mitte) sitzt im Bochumer Landgericht neben seinem Verteidiger. Marcel H. soll im März letzten Jahres erst einen Schuljungen und anschließend seinen ehemaligen Schulfreund in Herne getötet haben. 

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Mehrere Gutachter haben sich ausführlich mit der Psyche des mutmaßlichen Doppelmörders von Herne befasst und kommen zu einem einstimmigen Ergebnis: Marcel H. ist voll schuldfähig. Im Prozess am Bochumer Landgericht wird ihn kein Gutachten schützen. "Der Angeklagte war in der Lage, sein Verhalten zu kontrollieren", sagte Psychologin Sabine Nowara am Donnerstag. Damit droht dem Angeklagten nun die ganze Härte des Gesetzes. Marcel H. hat über seinen Verteidiger gestanden, Anfang März 2017 zunächst einen neunjährigen Nachbarjungen und anschließend einen früheren Schulfreund umgebracht zu haben.

Nowara bezeichnete den Angeklagten in ihrem Gutachten als einen "durchschnittlich begabten jungen Mann, ohne besondere Auffälligkeiten". Sein IQ-Wert liege bei 100 und damit im absoluten Mittelbereich. Auch Psychiaterin Astrid Rudel konnte keine relevanten Störungen feststellen, vor allem keine, die in den Bereich des Wahnes fallen würden.

Doppelmörder von Herne tötete seinen Schulfreund

Bei den Untersuchungen der beiden Gutachterinnen hatte Marcel H. erzählt, dass er nach der Tötung des kleinen Jaden eigentlich einen Monat lang bei seinem früheren Schulfreund untertauchen wollte. Danach hatte er sich nach eigenen Angaben ein Leben in der Obdachlosigkeit vorgestellt. "Er wollte vom Pfandflaschensammeln leben", so Rudel im Prozess. Erst als der 22-Jährige gedroht habe, die Polizei zu rufen, habe der Angeklagte entschieden, auch ihn umzubringen.

Ob am Ende des Prozesses eine Verurteilung nach Jugend- oder Erwachsenenstrafrecht erfolgt, ist noch offen.  

sve / DPA
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