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Attentat in Halle: Seehofer nennt Terroranschlag "Schande für unser Land" und verspricht Konsequenzen

Am Tag nach dem rechtsextremistischen Terroranschlag ist Innenminister Horst Seehofer in Halle. Die gemeinsame Pressekonferenz mit Politikern aus Sachsenanhalt und Josef Schuster vom Zentralrat der Juden zum Nachlesen.

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Stück für Stück setzen die Ermittler das Bild vom Angriff des Rechtsextremisten in Halle zusammen. Was trieb den 27-Jährigen an? Der Mann wollte in die Synagoge eindringen und möglichst viele Juden töten. Weil ihm das nicht gelang, wählte er zufällig zwei andere Opfer aus, eine 40-jährige Frau und einen 20-jährigen Mann. Beide erschoss er aus nächster Nähe. 

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Am Nachmittag informierten unter anderem Bundesinnenminister Horst Seehofer, sein sachsen-anhaltinischer Amtskollege Holger Stahlknecht, sowie Ministerpräsident Reiner Haseloff und Josef Schuster vom Zentralrat der Juden über den aktuellen Stand der Ermittlungen, den Tatablauf und welche Konsequenzen daraus zu ziehen sind.

Die Pressekonferenz zum Stand der Ermittlungen

  • Finn Rütten
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    Er fordert in der Zukunft einen konsequenten Polizeischutz der Synagogen des Landes. Das sei ihm bereits zugesichert worden. Schuster dankte zudem auch dem Bundesinnenminister Seehofer, der dieses Thema auch auf Bundesebene vorantreiben will.

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    Schuster wiederholt seine Kritik, dass keine Funkstreife am Jom Kippur die Synagoge bewacht hat. Damit hätte der Mann früher gestoppt werden können, ist Schuster sich sicher.

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    Zwei Todesopfer seien zu betrauern, das Mitgefühl gelte deren Familien. Dennoch sei von Glück zu sprechen. Denn: "Hätte der Mann die Tür aufbekommen, hätten wir ein Massaker bisher beispiellosen Ausmaßes in Deutschland gehabt. Ein Massaker, wie ich es nie erleben will", so Schuster. Mit rund 60 Toten hätte zu rechnen sein, wenn der Täter die Tür aufbekommen hätte.

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    Zunächst beschreibt Schuster den Fastentag Jom Kippur. Dem Täter sei sicher bekannt gewesen, dass an diesem Tag sehr viele Juden in der Synagoge sein würden.

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    Nun hat Josef Schuster vom Zentralrat der Juden das Wort.

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    Zahlreiche Notrufe seien in der Zeit zwischen 12 und 13.30 Uhr bei der Polizei eingegangen, sagt Innenminister Stahlknecht.

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    Er flieht mit dem silbernen Pkw vom Tatort Dönerimbiss. Kurz nach 13 Uhr soll er dann in der Nähe ein Taxi geraubt haben. Um 13.35 Uhr endet die Flucht durch einen Unfall. Dann wird er festgenommen.

  • Finn Rütten
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    Danach fährt er weiter zum Dönerladen, wirft dort einen Sprengsatz und bleibt rund sechs Minuten vor Ort. Er tötet eine weitere Person. Anschließend kommt es zum Schusswechsel mit der Polizei, der Täter wird am Hals verletzt.

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    Der Täter war demnach sieben Minuten an der Synagoge, hatte nach zweieinhalb Minuten das weibliche Opfer erschossen.

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    Stahlknecht beschreibt den Tatablauf genau mit Uhrzeiten. Der Notruf sei um 12.04 Uhr eingegangen, um 12.11 Uhr sei die Polizei am Tatort angekommen.

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    "Wir haben hier seit einiger Zeit wieder NS-Sprachgebrauch im Parlament", sagt Stahlknecht. Und nennt die Menschen, die dahinterstehen "geistige Brandstifter".

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    Als nächstes hat Sachsen-Anhalts Innenminister Stahlknecht das Wort.

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    Haseloff spricht lange davon, dass man an der Seite der jüdischen Gemeinde steht und sich nicht auseinander bringen lassen möchte.

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    Unser Reporter Ruben Rehage ist bei der Pressekonferenz vor Ort, berichtet ein kleines Detail: Alle auf dem Podium haben ein Namensschild, nur der Vorsitzende der Jüdischen Gemeinde Halle nicht. Die PK findet in den Räumlichkeiten der örtlichen Polizei statt.

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    "Diese Gesellschaft lässt sich nicht auseinander bringen", so Haseloff.