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Antisemitische Attacke in Halle: Stunden der Angst in Halle/Saale: die Ereignisse zum Nachlesen

Tödliche Schüsse in Halle an der Saale: Zwei Todesopfer +++ Zwei Schwerverletzte außer Lebensgefahr +++ Sicherheitskreise gehen von Einzeltäter aus +++ Täter wohl ein Deutscher +++ Keine akute Gefahr mehr in Halle und Umland +++ Die Lage im stern-Ticker.

Nach den tödlichen Schüssen in Halle/Saale deutet nach Informationen aus Sicherheitskreisen alles auf einen Einzeltäter hin. Das erfuhr die Deutsche Presse-Agentur am Mittwochabend. Demnach soll es sich den Angaben zufolge um den gefassten Mann handeln, über dessen Festnahme die Polizei bereits am Nachmittag informiert hatte. Zunächst waren die Ermittler von mehreren Angreifern ausgegangen.

Der Täter hatte am Mittwochmittag zwei Menschen erschossen. Die Leiche einer Frau lag nahe einer Synagoge, ein Mann wurde in oder an einem Döner-Imbiss getötet. Außerdem habe der Täter selbstgebastelte Sprengsätze vor der Synagoge abgelegt und versucht, in das jüdische Gotteshaus zu gelangen.

Die Lage in Halle im stern-Ticker:

+++ 22.23 Uhr: Polizei bestätigt Festnahme des mutmaßlichen Schützen von Halle +++

Der Angriff auf eine Synagoge in Halle/Saale hat die Präsidentin der israelitischen Kultusgemeinde München und Oberbayern, Charlotte Knobloch, mit "Trauer und Wut" erfüllt. "Wenn ein schwer bewaffneter Terrorist auf offener Straße mordet, und wenn ein Zentrum jüdischen Lebens in einer deutschen Stadt am höchsten jüdischen Feiertag mit Schusswaffen und Sprengsätzen angegriffen wird, dann ist das ein Angriff auf das Zusammenleben in unserem Land", sagte Knobloch laut einer Mitteilung. "Die Tat macht deutlich, wie schnell aus den Worten von politischen Extremisten Taten werden können", hieß es weiter.

+++ 21.41 Uhr: Polizei bestätigt Festnahme des Schützen von Halle +++

Nach den tödlichen Schüssen in Halle an der Saale hat die Polizei die Festnahme des mutmaßlichen Schützen bestätigt. "Die festgenommene Person ist der Tatverdächtige", sagte ein Polizeisprecher auf AFP-Anfrage. Der mutmaßliche Rechtsextremist hatte bei dem Angriff nahe einer Synagoge in Halle zwei Menschen erschossen und zwei weitere schwer verletzt.

+++ 21.35 Uhr: Nachbar beschreibt Familie des Schützen von Halle als ruhig +++

Der mutmaßliche Todesschütze Stephan B. soll nach Angaben eines Nachbarn seines Vaters eine Wohnung in Halle haben. Demnach sei der 27-Jährige vor rund zehn Jahren aus dem Haus seines Vaters in Helbra im Landkreis Mansfeld-Südharz ausgezogen. Die Mutter lebt demnach in dem gut zwei Kilometer entfernten Benndorf, wie der Nachbar, der seinen Namen nicht nennen wollte, in Helbra der dpa sagte. Zudem soll er diesen Aussagen zufolge eine ältere Schwester haben. Der Nachbar beschreibt die Familie als ruhig, der Täter soll viel zu Hause gewesen sein. Der Vater des Schützen wollte sich nicht äußern.

Ein Mann mit Brille, grauen Locken und Bart steht in schwarzer Daunenjacke am Straßenrand. Im Hintergrund Polizeiwagen

+++ 21.32 Uhr: Juncker ruft Europäer nach Angriff auf Synagoge zum Handeln auf +++

EU-Kommissionspräsident Jean-Claude Juncker hat nach dem Angriff auf die Synagoge in Halle/Saale einen eindringlichen Appell an die europäische Öffentlichkeit gerichtet. "Der zunehmende Antisemitismus muss alle Europäerinnen und Europäer zum Handeln aufrufen", schrieb er über den Kurznachrichtendienst Twitter mit. Er sei "zutiefst schockiert" über die Nachricht von den mörderischen Anschlägen.

"Meine Gedanken und Gebete sind bei den Familien und Freunden der Opfer und der jüdischen Gemeinschaft in Deutschland und ganz Europa, die in den letzten Jahren immer wieder Ziel antisemitischer Angriffe wurde", schrieb der Luxemburger weiter. "Wir stehen an diesem Tag in Solidarität mit der jüdischen Gemeinschaft."

+++ 21.19 Uhr: Steinmeier ruft zur Solidarität mit jüdischen Mitbürgern auf +++

Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier hat nach dem Angriff auf eine Synagoge in Halle von erschütternden Nachrichten gesprochen und zur Solidarität mit den jüdischen Mitbürgern aufgerufen. Bei einem Festakt zum 30. Jahrestag der friedlichen Revolution in Leipzig sagte Steinmeier, ein solcher Angriff auf eine voll besetzte jüdische Synagogen schien in Deutschland nicht mehr vorstellbar. 

Trotz der Zehntausenden, die den Tag der Einheit feierten, "mag die Fröhlichkeit nicht richtig aufkommen" angesichts von zwei Toten, sagte das Staatsoberhaupt. Menschen seien ermordet worden. "Aus einem Tag der Freude ist ein Tag des Leids geworden." Er denke nun an die Angehörigen. 

+++ 20.47 Uhr: Merkel bei Solidaritätsveranstaltung an Berliner Synagoge +++

Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) hat an einer Solidaritätsveranstaltung an der Synagoge in der Oranienburger Straße in Berlin teilgenommen. Auch Berlins Innensenator Andreas Geisel (SPD) besuchte die Veranstaltung.

Bundeskanzlerin Angela Merkel bei einer Solidaritätsveranstaltung

Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) an der Synagoge in der Oranienburger Straße in Berlin

AFP

+++ 20.40 Uhr: Wachsende Rechtsterror-Gefahr Thema bei Sicherheitsbehörden +++

Die wachsende Gefahr durch militante Rechtsextremisten war auch Thema in der Orangerie Schloss Charlottenburg, als dort beim diesjährigen Herbstempfang der deutschen Sicherheitsbehörden am 10. September 400 geladenen Fachleute die Köpfe zusammensteckten. Die Sicherheitsbehörden stufen die Bedrohung von Rechts mittlerweile als so hoch ein wie die durch den islamistischen Terrorismus.  

Das Bundeskriminalamt will Ermittlungen gegen rechte Terrorgruppen und Einzeltäter durch Hunderte neue Stellen und zehn spezialisierte Staatsschutz-Referate verstärken. Ein System zur Risikobewertung von gewaltbereiten Rechtsextremisten, der "RADAR rechts", soll eingeführt werden. Laut Verfassungsschutz gelten rund 12.500 Personen in Deutschland als gewaltbereite Rechtsextremisten.

+++ 20.15 Uhr: Zentralrat der Juden kritisiert fehlenden Schutz in Halle +++

Der Präsident des Zentralrats der Juden in Deutschland, Josef Schuster, hat nach dem Angriff auf eine Synagoge in Halle/Saale schwere Vorwürfe gegen die Polizei erhoben. "Dass die Synagoge in Halle an einem Feiertag wie Jom Kippur nicht durch die Polizei geschützt war, ist skandalös", teilte Schuster mit. "Diese Fahrlässigkeit hat sich jetzt bitter gerächt." Schuster erklärte weiter: "Die Brutalität des Angriffs übersteigt alles bisher Dagewesene der vergangenen Jahre und ist für alle Juden in Deutschland ein tiefer Schock."

+++ 19.51 Uhr: Polizei durchsucht Häuser in Landsberg +++

Nach den tödlichen Schüssen in Halle haben Polizisten im etwa 15 Kilometer entfernten Landsberg (Saalekreis) mehrere Häuser durchsucht. Mit Maschinenpistolen in den Händen gingen sie durch die Straßen des Ortsteils Wiedersdorf. Anwohner durften ihre Häuser nicht betreten. 

Ihm sei gesagt worden, die Polizisten würden Grundstück für Grundstück durchsuchen, sagte ein 51-Jähriger einem dpa-Reporter vor Ort. Über eine WhatsApp-Gruppe hielten die Einwohner Kontakt, schilderte der Mann. Die Anwohner seien in Angst. Sie dürften ihre Häuser nicht verlassen. Mehrere Mannschaftswagen der Polizei, darunter auch Fahrzeuge aus Sachsen, waren im Einsatz. Die Zufahrt zu dem Ort östlich von Halle war abgesperrt. 

In Wiedersdorf waren ebenfalls Schüsse gefallen, wie eine Sprecherin der Polizei Halle der dpa bestätigte. Zu den näheren Umständen des Vorfalls wollte sie zunächst nichts sagen. Angaben zu den Hintergründen machte die Polizei nicht. Sie verwies auf die Zuständigkeit der Bundesanwaltschaft in Karlsruhe, die die Ermittlungen übernommen hat.

+++ 19.36 Uhr: US-Botschafter: Zehn US-Bürger während der Tat in Haller Synagoge +++

In der Synagoge in Halle waren zum Zeitpunkt der tödlichen Schüsse nach Angaben von US-Botschafter Richard Grenell auch zehn Amerikaner. "Alle sind sicher und unverletzt", schrieb Grenell auf Twitter.

+++ 19.34 Uhr: Zwei Schwerverletzte außer Lebensgefahr +++

Für die beiden Verletzten, die nach den Schüssen in Halle im Universitätsklinikum operiert worden sind, besteht derzeit keine akute Lebensgefahr. Das teilte Sprecher Jens Müller mit. Die Frau und der Mann hatten den Angaben nach schwerste Schussverletzungen. Die Operationen seien erfolgreich verlaufen. Nähere Angaben zur Identität und Nationalität der Patienten machte das Universitätsklinikum nicht.

+++ 19.27 Uhr: Polizei bittet Bilder und Videos nicht zu verbreiten +++

Die Polizei Halle bittet darum, Bilder und Videos vom Tatgeschehen in Halle und Umgebung nicht weiter im Internet zu verbreiten. Wer Hinweise oder Bildmaterial habe, möge diese auf dem Hinweisportal des Bundeskriminalamts hochladen: bka.hinweisportal.de

+++ 19.23 Uhr: Israels Premier: Weiterer Ausdruck von Antisemitismus in Europa +++

Israels Regierungschef Benjamin Netanjahu hat den  Angriff auf eine Synagoge im ostdeutschen Halle als einen "weiteren Ausdruck für Antisemitismus in Europa" bezeichnet. Die Attacke habe am jüdischen Nationalfeiertag Jom Kippur stattgefunden und damit am "heiligsten Tag für unser Volk", sagte er in einer Mitteilung seines Büros. "Ich fordere die Behörden in Deutschland auf, weiterhin entschlossen gegen das Phänomen des Antisemitismus vorzugehen", fügte der Premierminister hinzu.

+++ 19.19 Uhr: Mutmaßlicher Täter verbreitete Bekennervideo im Netz +++

Der mutmaßliche Täter soll in den sozialen Netzwerken ein Bekennervideo hochgeladen haben. In dem Video ist zu sehen, wie offensichtlich in der Innenstadt von Halle geschossen wird. Unter anderem zeigt das Video, wie in einem Döner-Imbiss auf einen Mann geschossen wird. Die Aufnahmen stammen wohl von einer an einem Helm befestigten Kamera. Außerdem ist zu sehen, wie ein junger Mann in Kampfanzug mit weißem Halstuch in einem Auto sitzt. Der Mann gibt in vermutlich nicht muttersprachlichem Englisch extrem antisemitische Äußerungen von sich. In dem Video sind auch Szenen am jüdischen Friedhof von Halle zu sehen.

+++ 19.14 Uhr: Täter von Halle laut Sicherheitskreisen ein 27-jähriger Deutscher +++

Der Täter von Halle ist nach Informationen der Deutschen Presse-Agentur aus Sicherheitskreisen ein 27-Jähriger, der mutmaßlich in Sachsen-Anhalt wohnt. Es sei davon auszugehen, dass Stephan B. deutscher Staatsangehöriger sei und die Tat einen rechtsextremistischen Hintergrund habe, hieß es am Abend.

+++ 19.11 Uhr: Seehofer spricht von "antisemitischem Angriff" +++

Bei der Attacke in Halle sind nach Angaben des Bundesinnenministeriums zwei Menschen getötet und mehrere Menschen verletzt worden. "Nach dem derzeitigen Stand der Erkenntnisse müssen wir davon ausgehen, dass es sich zumindest um einen antisemitischen Angriff handelt", sagte Innenminister Horst Seehofer (CSU). 

+++ 19.03 Uhr: Polizei bestätigt: Festgenommener vom Nachmittag mutmaßlicher Einzeltäter +++

Die Polizei hat gegenüber der Deutschen Presse-Agentur bestätigt, dass es sich bei dem gefassten Mann, über dessen Festnahme die Polizei bereits am Nachmittag informiert hatte, um den mutmaßlichen Einzeltäter handelt. Dabei soll es sich um einen 27-jährigen Deutschen handeln, wie mehrere Medien übereinstimmend berichten. Über Einzelheiten zur Identität des Mannes hat die Polizei bisher aber nichts mitgeteilt.

+++ 19.00 Uhr: Entwarnung gilt auch für die Umgebung von Halle +++

+++ 18.46 Uhr: Schweigeminute für Opfer vor Fußball-Länderspiel in Dortmund +++

Zum Gedenken an die Opfer von Halle wird der Deutsche Fußball-Bund vor dem Länderspiel am Abend gegen Argentinien in Dortmund eine Schweigeminute abhalten. Der DFB bestätigte eine entsprechende Medienmeldungen.

+++ 18.42 Uhr: Sicherheitskreise: Alles deutet auf Einzeltäter hin +++

Nach Informationen aus Sicherheitskreisen deutet alles darauf hin, dass in Halle ein Einzeltäter gehandelt hat. Das erfuhr die Deutsche Presse-Agentur am Abend. Auch "Bild.de" hatte zuvor darüber berichtet.

+++ 18.18 Uhr: Polizei: Keine akute Gefahr mehr in Halle +++

Die Polizei sieht keine aktue Gefahr mehr und bleibt mit starken Kräften vor Ort:

+++ 18.15 Uhr: Spurensicherung beginnt mit Arbeit in Wiedersdorf +++

Vor wenigen Minuten sind laut unserer Kollegen vor Ort Fachleute der Kriminaltechnik am Tatort eingetroffen. Dies deutet darauf hin, dass der Einsatz an dieser Stelle beendet ist und mit der Spurensicherung begonnen wird. Rund um den Tatort haben etwa zwei Dutzend Räumfahrzeuge Aufstellung genommen und ein grüner Räumpanzer.

+++ 18.03 Uhr: Verdächtiger erpresst von Mann in Wiedersdorf ein Taxi als Fluchtfahrzeug +++

In Wiedersdorf bei Landsberg, circa 15 Kilometer von  Halle entfernt, dauert ein großer Polizeieinsatz an. Spezialkräfte sind vor Ort, ein Hubschrauber kreist über dem Areal. stern-Reportern gelang es, den Besitzer der Werkstatt telefonisch zu erreichen, der mit einem mutmaßlichen Täter direkt konfrontiert wurde. Dem stern berichtet Kai H., 36, der Täter habe in der Nachbarschaft zwei Personen angeschossen: eine Frau und einen Mann. Anschließend bedrohte der Täter Kai H. mit vorgehaltener Waffe, einem Revolver oder einer Pistole , um so die Herausgabe eines in der Werkstatt untergestellten Autos zu erpressen. "Das habe ich dann natürlich gemacht und ein Auto rausgerückt", berichtet H.

Der Werkstatt-Eigentümer warf dem Täter einen Fahrzeugschlüssel zu für ein Mercedes-Taxi, Farbe Elfenbein. Mit diesem Auto flüchtete der mutmaßliche Täter. H. beschreibt ihn wie folgt: unmaskiert, Hochdeutsch sprechend, Glatze. Unmittelbar danach kümmerte sich H. um die beiden Verletzten mit dem Notfallkoffer aus seiner Werkstatt. Dem Mann wurde in den Nacken, der Frau ins Gesäß geschossen. H. sagt, den beiden gehe es gut.

+++ 18.01 Uhr: Bundespolizei mit Spezialkräften vor Ort +++

Die Bundespolizei hat dem stern bestätigt, dass sie mit Spezialkräften vor Ort ist. Ob es sich dabei um eine Einheit der BFEplus oder der GSG9 handelt, wollte sie angesichts des laufenden Einsatzes nicht sagen. Zuvor hatte es Berichte über einen Einsatz der GSG9 gegeben.

+++ 17.48 Uhr: Sicherheitskreise: Täter in Halle legte Sprengsätze vor Synagoge +++

Bei dem Angriff legte ein Täter auch selbst gebastelte Sprengsätze vor der Synagoge ab. Der Täter habe versucht, in die Synagoge einzudringen, erfuhr die Deutsche Presse-Agentur aus Sicherheitskreisen.

+++ 17.45 Uhr: Mann und Frau wegen Schussverletzungen in Haller Klinik operiert +++

Bei den beiden Verletzten, die nach den Schüssen in Halle im Universitätsklinikum behandelt werden, handelt es sich um einen Mann und um eine Frau. "Sie hatten beide Schussverletzungen", sagte Sprecher Jens Müller der Deutschen Presse-Agentur. Zum Alter, zur Identität und Nationalität der Patienten könne er keine Angaben machen. Sie seien operiert worden, sagte er. Mehr über den Gesundheitszustand sei bisher nicht bekannt.

+++ 17.44 Uhr: Kurze Zusammenfassung der Lage - weiter keine Entwarnung in und um Halle +++

Auch Stunden nach den Taten noch keine Entwarnung durch die Polizei - Menschen sollen in Gebäuden in Sicherheit bleiben - Hintergründe der Tat stehen laut Polizei nicht fest - Bei den Angriffen schwer bewaffneter Männer in Halle wurden zwei Personen vor einer Synagoge und in einem Döner-Imbiss getötet - Mindestens zwei Menschen wurde schwer verletzt - Mehrere Täter laut Polizei mit einem Auto auf der Flucht - eine Person festgenommen - Generalbundesanwalt hat Ermittlungen an sich gezogen

+++ 17.31 Uhr: Politiker beklagen antisemitischen Terror - Bestätigung des Motivs steht weiter aus +++

Ungeachtet einer ausstehenden Bestätigung des Tatmotivs der mutmaßlichen Schützen von Halle haben zahlreiche Politiker angesichts der Umstände der Tat von Halle Antisemitismus und rechten Terror angeprangert. "Vieles deute darauf hin, dass sich die brutale Gewalt gegen jüdisches Leben richtete. Das werden wir in Deutschland niemals dulden", sagte SPD-Interimschefin Malu Dreyer. Weitere Äußerungen:


+++ 17.23 Uhr: Joko und Klaas sagen wegen Halle "15 Minuten live" ab +++

+++ 17.16 Uhr: UN-Generalsekretär verurteilt Schüsse von Halle +++

UN-Generalsekretär António Guterres hat den Vorfall mit tödlichen Schüssen in Halle scharf verurteilt. Guterres bewerte den Vorfall als "eine weitere tragische Demonstration von Antisemitismus", teilte ein UN-Sprecher in New York mit. Eine Bestätigung der Ermittler für dieses Tatmotiv liegt allerdings bisher nicht vor. Den Familien der Opfer, der deutschen Regierung und den Menschen in Deutschland sprach Guterres sein "tiefstes Beileid" aus. Den Verletzten wünschte er eine rasche Genesung.

+++ 17.03 Uhr: Mutmaßlicher Täter auf Flucht nach Bayern? Polizei stellt sich darauf ein +++

Die Polizei in Bayern bereitet sich darauf vor, dass ein bewaffneter Gewalttäter von Halle auf seiner Flucht auch in den Freistaat kommen könnte. "Wir stellen uns auf einen bewaffneten Täter ein", sagte ein Sprecher des Polizeipräsidiums Oberfranken am Mittwoch auf DPA-Anfrage. Über die Art und den Umfang der Vorbereitungen wollte er keine Angaben machen. Zuvor hatte es Berichte gegeben, wonach ein bewaffneter Täter mit dem Auto auf der Flucht in Richtung Süden unterwegs sei. Der Polizeisprecher bestätigte aber nicht, dass es konkrete Hinweise auf eine Flucht nach Bayern gebe. Die bayerische Polizei treffe die gleichen Vorbereitungen wie auch Kollegen etwa in Hessen und Thüringen - es handele sich um ein standardisiertes Prozedere.

+++ 16.59 Uhr: OB von Halle fordert Bevölkerung erneut auf, bis auf Weiteres in Wohnungen und Gebäuden zu bleiben +++

Nach den Schüssen mit zwei Toten und zwei Verletzten in Halle hat die Stadt die Bevölkerung erneut eindringlich dazu aufgerufen, bis auf Weiteres Wohnungen und Gebäude nicht zu verlassen oder an sicheren Orten zu bleiben. Oberbürgermeister Bernd Wiegand (parteilos) erklärte laut Mitteilung: "Zum Schutz der Bevölkerung ist dies unbedingt erforderlich." Die Stadt hat ein Bürgertelefon unter der Nummer 115 geschaltet. Der öffentliche Nahverkehr wurde komplett eingestellt. In der Stadt staut sich zur Stunde der Auto- und Lastwagenverkehr.

+++ 16.42 Uhr: Bundeskriminalamt richtet Hinweisportal für Fotos und Videos vom Tatgeschehen ein +++

+++ 16.36 Uhr: Landsberg: Zufahrt zu Ortsteil Wiedersdorf gesperrt, angeblich Fluchtfahrzeug abgestellt +++

Die Zufahrt zu dem Landsberger Ortsteil Wiedersdorf ist derzeit abgesperrt. Zuvor waren auch in Landsberg Schüsse gefallen, wie eine Sprecherin der Polizei Halle der DPA bestätigte. Mehrere Mannschaftswagen der Polizei, darunter auch Fahrzeuge aus Sachsen, sind zur Stunde vor Ort. Auf einem Feld bei Wiedersdorf ist nach Angaben eines DPA-Reporters zudem ein Hubschrauber der Bundespolizei gelandet. Laut stern-Informationen soll einer der Täter in Wiedersdorf ein Fluchtfahrzeug abgestellt haben.

+++ 16.33 Uhr: Polizei: Kein Tatverdächtiger in Leipzig +++

Die Polizei hat Berichte dementiert, wonach sich ein Verdächtiger im Zusammenhang mit den tödlichen Schüssen von Halle im Leipziger Stadtgebiet aufhalten soll. Dazu gebe es vorerst keine Erkenntnisse, sagte ein Sprecher der Polizei in Leipzig am Mittwoch der Deutschen Presse-Agentur. "Wir sind alle in höchster Alarmbereitschaft." Eine Gefahrenlage gebe es derzeit aber nicht in der Stadt.

+++ 16.30 Uhr: Grüne fordern Sondersitzung des Geheimdienstausschusses +++

Die Grünen fordern eine Sondersitzung des Geheimdienstausschusses im Bundestag. Das Parlamentarische Kontrollgremium (PKGr) müsse zum nächstmöglichen Zeitpunkt zusammentreten, sagte Fraktionsvizechef Konstantin von Notz am Mittwoch der Zeitung "Die Welt". Dabei solle es um die aktuellen Geschehnisse in Halle gehen. Das PKGr kontrolliert die Arbeit des Bundes im Bereich seiner Geheimdienste - des Bundesnachrichtendiensts, des Militärischen Abschirmdiensts und des Bundesamts für Verfassungsschutz.

+++ 16.24 Uhr: Bundespolizei verstärkt Grenzkontrollen +++

Wie die Bundespolizei Mitteldeutschland auf Twitter mitteilte, wurden nach den Schüssen in Halle die Kontrollen an den Grenzen zu Polen und Tschechien verstärkt. 

+++ 16.05 Uhr: Verdächtige mieteten Auto für 7. bis 10. Oktober +++

Nach Informationen des stern wurde das Fahrzeug der Attentäter von einem großen Autoverleiher für die Zeit vom 7. Oktober bis zum 10. Oktober angemietet. Ob die Täter selbst das Auto anmieteten, ist bislang unklar. Der Autovermieter wollte sich zu der Angelegenheit nicht weiter äußern.

+++ 16.05 Uhr: Jüdische Gemeinde: Angreifer in Halle wollten Türen von Synagoge aufschießen +++

Der Angriff in Halle hat sich nach Angaben des Vorsitzenden der Jüdischen Gemeinde zu Halle, Max Privorozki, direkt gegen die Synagoge gerichtet. "Wir haben über die Kamera unserer Synagoge gesehen, dass ein schwer bewaffneter Täter mit Stahlhelm und Gewehr versucht hat, unsere Türen aufzuschießen", sagte Privorozki der "Stuttgarter Zeitung" und den "Stuttgarter Nachrichten". Es hätten sich wegen des höchsten jüdischen Feiertags Jom Kippur 70 bis 80 Menschen in der Synagoge aufgehalten.

+++ 16.04 Uhr: Größerer Polizeieinsatz auch in Landsberg +++

Neben dem Polizeieinsatz nach den tödlichen Schüssen in Halle läuft auch im Bereich Landsberg ein größerer Einsatz. Hier fielen nach Polizeiangaben ebenfalls Schüsse. Weitere Details sind derzeit noch unklar.

Einsatzkräfte der Polizei bei einem Einsatz im Bereich Landsberg. Auch hier fielen nach Polizeiangaben Schüsse

Einsatzkräfte der Polizei bei einem Einsatz im Bereich Landsberg. Auch hier fielen nach Polizeiangaben Schüsse

AFP

+++ 16.02 Uhr: Haseloff verurteilt tödliche Schüsse als "verabscheuungswürdig" +++

Sachsen-Anhalts Ministerpräsident Reiner Haseloff (CDU) hat die tödlichen Schüsse in Halle als "verabscheuungswürdige Tat" verurteilt. "Es wurden durch sie nicht nur Menschen aus unserer Mitte gerissen, sie ist auch ein feiger Anschlag auf das friedliche Zusammenleben in unserem Land", erklärte er am Mittwochnachmittag. Er sei entsetzt über die Tat. "Mein Mitgefühl gilt den Angehörigen der Opfer." 

+++ 16.01 Uhr: Auch Sachsens Polizei in Alarmbereitschaft +++

Nach den tödlichen Schüssen auf zwei Menschen in Halle ist die Polizei im benachbarten Sachsen in erhöhte Alarmbereitschaft versetzt worden. Zudem wurde der Schutz jüdischer Einrichtungen ausgeweitet, wie Landesinnenminister Roland Wöller (CDU) am Mittwoch in Dresden mitteilte. Die notwendigen operativen Maßnahmen würden von einem eigens einberufenen Einsatzstab der Polizei in Leipzig aus geleitet. Die Polizei Sachsen unterstützt darüber hinaus die Polizei in Sachsen-Anhalt mit Einsatzkräften und Technik.

+++ 15.56 Uhr: Polizei: Keine Geiselnahme in Supermarkt +++

Die Polizei Halle hat auf Twitter ausdrücklich Gerüchte dementiert, es gebe eine Geiselnahme in einem Supermarkt in der Südstadt. 

+++ 15.54 Uhr: Schüsse in Halle – Lichtfest in Leipzig soll wie geplant stattfinden +++

Das Lichtfest in Leipzig soll trotz des Amokalarms im benachbarten Halle wie geplant stattfinden. Das Sicherheitskonzept sei auch auf Geschehnisse wie in Halle vorbereitet, teilte die Polizei via Twitter mit. Die Zahl der Einsatzkräfte sei erhöht worden. Es gebe aktuell aber keine Bedrohungslage.

+++ 15.53 Uhr: Tödliche Schüsse in Halle sorgen für Einschränkungen im Bahnverkehr +++

Die tödlichen Schüsse von Halle haben zum Teil erhebliche Auswirkungen auf den Zugverkehr der Deutschen Bahn. Weil der Bahnhof in Halle wegen polizeilicher Ermittlungen gesperrt wurde, müssen Fahrgäste mit Umleitungen, Verspätungen und Ausfällen rechnen, teilte die Deutschen Bahn am Mittwoch in Leipzig mit. Fernzüge, die üblicherweise in Halle Station machen, werden über Leipzig umgeleitet. Das betreffe unter anderem die Strecken München-Berlin und Hamburg-München. Einschränkungen gebe es auch im S-Bahn-Netz, so die Bahn. 

+++ 15.50 Uhr: Karte zeigt: Hier fielen die Schüsse +++

Der Tatort: Die Schüsse fielen offenbar in der Nähe der Synagoge und des Jüdischen Friedhofs in der Humboldtstraße in Halle (Saale). Google Maps hat den Ort der Schießerei mit einem roten Warnhinweis markiert. Zur interaktiven Karte gelangen Sie hier

Der Tatort: Die Schüsse fielen offenbar in der Nähe der Synagoge und des Jüdischen Friedhofs in der Humboldtstraße in Halle (Saale). Google Maps hat den Ort der Schießerei mit einem roten Warnhinweis markiert. Zur interaktiven Karte gelangen Sie hier

+++ 15.43 Uhr: Generalbundesanwaltschaft spricht von "sicherheitsrelevanter Gewalttat" +++

Auf stern-Nachfrage sagte ein Sprecher der Bundesanwaltschaft, bei den Ermittlungen in Halle gehe es um eine "für die Sicherheit der Bundesrepublik Deutschland relevante Gewalttat". Ein antisemitischer Hintergrund könne derzeit weder ausgeschlossen noch bestätigt werden. Nach wie vielen Tätern derzeit noch gefahndet werde, sagte der Sprecher nicht.

+++ 15.41 Uhr: EU-Parlament gedenkt mit Schweigeminute der Opfer von Halle  +++

Nach der Gewalttat von Halle hat das Europaparlament am Mittwochnachmittag mit einer Schweigeminute der Opfer gedacht. In Gedanken sei man bei Deutschland, der deutschen Polizei und bei der jüdischen Gemeinschaft in Deutschland, sagte Parlamentspräsident David Sassoli.

+++ 15.40 Uhr: Zwei Verletzte mit Schusswunden in Klinik eingeliefert +++

Wie ein Pressesprecher gegenüber stern.de bestätigte, befinden sich zwei Personen mit Schusswunden im Uniklinikum Halle. Einer der Verletzen werde demnach im Moment operiert, zu dem anderen gibt es derzeit keine Erkenntnisse. Das Klinikum hält nach eigenen Angaben mehr Personal in der Notaufnahme bereit, drei OP-Säle stünden extra zur Verfügung.

+++ 15.34 Uhr: Bundesanwaltschaft ermittelt wegen Mordes nach Schüssen in Halle +++

Nach den tödlichen Schüssen in Halle/Saale ermittelt die Bundesanwaltschaft wegen Mordes von besonderer Bedeutung. Ob es sich um eine antisemitische Tat handelt, sei noch unklar, sagte ein Sprecher.

+++ 15.33 Uhr: Innenminister will sich vorerst nicht äußern +++

Das Innenministerium teilte auf telefonische Nachfrage des stern mit, man wolle sich aktuell nicht zu möglichen Hintergründen der Schüsse in Halle äußern, da es noch keine gesicherten Erkenntnisse gebe. 

+++ 15.30 Uhr: Polizei schaltet Hinweistelefone frei +++

Die Polizei hat mehrere Hinweistelefone freigeschaltet, bei denen Bürger mit möglichen Zeugenhinweisen melden können. 

+++ 15.26 Uhr: Bundesanwaltschaft spricht von "besonderer Bedeutung des Falls" +++

Nach den tödlichen Schüssen in Halle in Sachsen-Anhalt hat die Bundesanwaltschaft in Karlsruhe die Ermittlungen übernommen. Der Schritt sei wegen der "besonderen Bedeutung des Falls" erfolgt, sagte ein Sprecher am Mittwoch der Nachrichtenagentur AFP. Es gehe hier um "die innere Sicherheit der Bundesrepublik Deutschland betreffende Gewaltdelikte".

 Der Sprecher verwies auf die sogenannte evokative Zuständigkeit der Behörde, wenn "bestimmte schwere Straftaten wie zum Beispiel Mord, Totschlag, Geiselnahme, schwere Brandstiftung nach den Umständen bestimmt und geeignet sind, die äußere oder innere Sicherheit der Bundesrepublik Deutschland zu beeinträchtigen".

+++ 15.23 Uhr: Stadtsprecher: Menschen in ganz Halle sollen in Gebäuden bleiben +++

Nach den tödlichen Schüssen in Halle/Saale sollen die Menschen im gesamten Stadtgebiet in Sicherheit in Gebäuden bleiben. Das sagte ein Stadtsprecher der Deutschen Presse-Agentur.

+++ 15.22 Uhr: Auch Thüringer Polizei im Einsatz +++

Nach den tödlichen Schüssen in Halle ist auch die Thüringer Polizei "verstärkt im Einsatz", hieß es in einer am Mittag veröffentlichten Presseerklärung. Für Thüringen bestehe aber "nach bisherigen Kenntnissen keine konkrete Gefahr."

Die Polizei unterstütze "die Fahndungsmaßnahmen nach dem oder den flüchtigen Tätern. Hierzu stehen wir in engem Kontakt mit den Kollegen in Halle. Insbesondere Verkehrswege aus Richtung Halle nach Thüringen und Orte in der Nähe der Landesgrenze(n) werden verstärkt überwacht." Die Landespolizeiinspektionen und die Autobahnpolizei hätten ihre Maßnahmen in eigener Zuständigkeit verstärkt, hieß es weiter. "Hier werden insbesondere jüdische Objekte intensiviert bestreift." 

+++ 15.16 Uhr: Ministerpräsident Haseloff entsetzt über tödliche Schüsse in Halle +++

Sachsen-Anhalts Ministerpräsident Rainer Haseloff hat sich erschüttert über die tödlichen Schüsse in Halle gezeigt. "Ich bin entsetzt über diese verabscheuenswürdige Tat", erklärte Haseloff am Mittwoch. Dadurch seien nicht nur Menschen zu Tode gekommen, die Tat sei "auch ein feiger Anschlag auf das friedliche Zusammenleben in unserem Land". Er sprach den Angehörigen der Opfer sein Mitgefühl aus.    

Haseloff erreichte die Nachricht von der Tat bei einer Konferenz des Ausschusses der Regionen in Brüssel. Der Ministerpräsident wollte die Veranstaltung zum Strukturwandel in den Kohleregionen verlassen und am Abend wieder in Sachsen-Anhalt eintreffen.

+++ 15.09 Uhr: Innenminister Stahlknecht unterbricht Urlaub +++

Landesinnenminister Holger Stahlknecht (CDU) unterbricht wegen der Tat in Halle seinen Urlaub und kehrt nach Magdeburg zurück, wie ein Ministeriumssprecher sagte.

+++ 15.05 Uhr: Bei Getöteten in Halle handelt es sich um einen Mann und eine Frau +++

Bei den in Halle getöteten Menschen handelt es sich um einen Mann und eine Frau. Das bestätigte am Mittwoch eine Polizeisprecherin. Der Mann sei in einem Imbiss erschossen worden, die Frau in der Humboldtstraße in der Nähe eines Friedhofs. Weitere Details waren zunächst nicht bekannt. 

+++ 15.00 Uhr: Bundesanwaltschaft ermittelt nach Schüssen in Halle +++

Nach den tödlichen Schüssen in Halle/Saale hat die Bundesanwaltschaft die Ermittlungen übernommen. Das teilte die Behörde am Mittwoch in Karlsruhe auf Anfrage mit. Zuerst hatte "Spiegel Online" berichtet.

+++ 14.51 Uhr: Leipzig und Dresden verstärken Polizeischutz vor Synagogen  +++

Nach den tödlichen Schüssen in Halle hat die Leipziger Polizei ihre Kräfte vor der Synagoge der benachbarten Stadt verschärft. Einer dpa-Reporterin zufolge stehen etwa fünf Polizisten vor dem Gebäude in der Innenstadt, mit Maschinenpistolen bewaffnet. Weitere Maßnahmen seien bislang noch nicht getroffen worden, so ein Sprecher. Man wolle das weitere Geschehen abwarten und dann entscheiden. Das für Mittwochabend vorgesehene Lichterfest anlässlich des 30. Jahrestages der friedlichen Revolution in Leipzig finde wie geplant statt. Auch vor der Synagoge in Dresden wurde nach Angaben der Polizei der Polizeischutz erhöht.

+++ 14.40 Uhr: Bericht: GSG9 auf dem Weg nach Halle +++

Wie die "Mitteldeutsche Zeitung" berichtet, wurde die Spezialeinheit der GSG9 nach Halle beordert. 

+++ 14.35 Uhr: Grünen-Politiker Özdemir: "Schreckliche Nachrichten aus Halle" +++

Der Grünen-Politiker Cem Özdemir hat sich bestürzt über die tödlichen Schüsse von Halle/Saale geäußert. "Schreckliche Nachrichten aus Halle, heute am jüdischen Versöhnungstag Jom Kippur. Ich bin erschüttert & traurig", twitterte der frühere Grünen-Chef am Mittwoch. Allen Verletzten und Angehörigen wünschte er viel Kraft und dankte den Einsatzkräften. Ein Opfer der Schüsse von Halle lag bedeckt auf einer Straße gegenüber einer Synagoge in der Innenstadt.

+++ 14.34 Uhr: Innenministerium: "Keine seriösen Angaben" zur Motivlage +++ 

Ein Sprecher des Bundesinnenministeriums äußerte sich ähnlich wie Sprecher Seibert: Zur Motivlage seien "derzeit keine seriöse Angaben" möglich.

+++ 14.33 Uhr: Seibert: Bundesregierung entsetzt über tödliche Schüsse von Halle +++

Die Bundesregierung hat sich bestürzt über die tödlichen Schüsse von Halle gezeigt. Regierungssprecher Steffen Seibert sprach am Mittwoch von "schrecklichen Nachrichten". Dass es zwei Tote gebe, sei "entsetzlich". Er hoffe sehr, "dass die Polizei den Täter oder die Täter möglichst schnell fassen kann und kein weiterer Mensch in Gefahr kommt". Es sei nun ganz wichtig, dass die Bevölkerung den Anweisungen der Polizei Folge leiste. Seibert betonte, dass er noch keine Informationen zu den möglichen Hintergründe hat.

+++ 14.30 Uhr: Sachsen-Anhalts Ministerpräsident verkürzt Aufenthalt in Brüssel +++

Angesichts der Ereignisse in Halle will Sachsen-Anhalts Ministerpräsident seinen Aufenthalt in Brüssel verkürzen, berichtete die "Mitteldeutsche Zeitung" am Nachmittag. Sobald die Lage es zulasse, werde Reiner Haseloff Regierungschef noch am Mittwoch nach Halle kommen, sagte ein Regierungssprecher der MZ.

+++ 14.28 Uhr: Stadt richtet Bürgertelefon ein +++

Der Oberbürgermeister von Halle, Bernd Wiegand hat nach den tödlichen Schüssen in der Stadt einen Stab für Außergewöhnliche Ereignisse einberufen. Unter der Nummer 115 wurde ein Bürgertelefon geschaltet.

+++ 14.26 Uhr: Warnung wegen Schusswaffengebrauchs in Landsberg +++

Nach den Schüssen in Halle/Saale haben die Behörden auch eine Warnmeldung für Landsberg herausgegeben (mehr dazu lesen Sie auch weiter unten). Gewarnt wurde vor Schusswaffengebrauch. Menschen sollen Gebäude und Wohnungen nicht verlassen, hieß es in der offiziellen Information. Landsberg ist etwa 15 Kilometer von Halle/Saale entfernt. 

+++ 14.18 Uhr: Stadt spricht von "Amoklage" +++

Die Stadt Halle/Saale spricht nach den tödlichen Schüssen von einer Amoklage. "Im Zusammenhang mit einer Amoklage hat Oberbürgermeister Dr. Bernd Wiegand den Stab für Außergewöhnliche Ereignisse einberufen", teilte die Stadt am Mittwoch mit. Alle Rettungskräfte der Feuerwehr seien in Alarmbereitschaft versetzt worden.

+++ 14.09 Uhr: Polizei nach tödlichen Schüssen: Bitte Spekulationen unterlassen +++

Die Polizei in Sachsen hat nach den tödlichen Schüssen in Halle/Saale vor Spekulationen gewarnt. "Bitte unterlasst zu diesem Zeitpunkt Spekulationen. Die Polizei wird informieren, wenn es neue Erkenntnisse gibt. Im Moment arbeiten alle Einsatzkräfte mit Hochdruck", twitterte die Polizei Sachsen am Mittwoch.

+++ 14.08 Uhr: Warnsystem Katwarn: "Gebäude und Wohnungen nicht verlassen" +++

Auch das mobile Warn- und Informationssystem Katwarn hat sich mit einer "Gefahrendurchsage" an die Bevölkerung gewendet. "Gebäude und Wohnungen nicht verlassen. Von Fenster(n) und Türen fern bleiben!", hieß es am Mittwochmittag auf der Website. Die Bürger sollten Rundfunk und Fernsehen einschalten und sich "über alle verfügbaren Medien" informieren. Weiter hieß es: "Suchen Sie sofort eine Deckung auf. Meiden Sie Glasflächen."

+++ 14.05 Uhr: Noch keine Angaben zum Motiv +++

In einem Interview mit dem Nachrichtensender n-tv bestätigte eine Sprecher der Polizei die Festnahme eines Mannes. Dessen Identität sei noch nicht klar. Zu einem möglichen rassistischen oder antisemitischen Hintergrund der Tat am jüdischen Feiertag Jom Kippur in der Nähe der Synagoge von Halle konnte der Sprecher noch nichts sagen. Die sei Bestandteil der weiteren Ermittlungen.

+++ 14.03 Uhr: Zeuge berichtet von Sturmgewehr +++

Ein Zeuge berichtet im Fernsehsender n-tv, dass ein mit Sturmmaske und Helm bekleideter Mann mit einem Sturmgewehr in ein Dönerrestaurant geschossen habe.

Polizisten vor dem Dönerladen, bei dem die Schüsse gefallen sein sollen

Polizisten vor dem Dönerladen, bei dem die Schüsse gefallen sein sollen

DPA

Zuvor habe der Angreifer eine Art Sprengsatz geworfen, der aber an der Fassade abgeprallt und explodiert sei. In dem Dönerimbiss hätten sich insgesamt fünf bis sechs Gäste aufgehalten, sagte der Zeuge. Er selbst habe sich in der Toilette versteckt. 

+++ 13.49 Uhr: Polizei meldet erste Festnahme +++

Die Polizei meldet, dass Beamte nach den tödlichen Schüssen in Halle eine Person festgenommen haben. Sie ging zuvor von mehreren Tätern aus und ruft weiterhin zur Wachsamkeit und Vorsicht auf.

+++ 13.34 Uhr: Warnung vor "Schusswaffengebrauch im Bereich Landsberg" +++

Das Lagezentrum der Landesregierung warnt vor einem "Schusswaffengebrauch im Bereich Landsberg" östlich von Halle. Anwohner wurden ebenfalls aufgefordert, Gebäude und Wohnungen nicht zu verlassen. Die Polizei bestätigte das zunächst nicht.

+++ 13.19 Uhr: Polizei fahndet offenbar nach mehreren Tätern +++

Die Polizei fahndet nach mehreren Tätern. Das meldet die Nachrichtenagentur AFP. Sie seien mit einem Auto auf der Flucht. Die Schüsse fielen offenbar in der Nähe der Synagoge und des Jüdischen Friedhofs in Halle (Saale). Zu den Hintergründen der tödlichen Attacke ist gleichwohl noch nichts bekannt. Die Warnung der Behörden an die Bevölkerung Halles, sich in Sicherheit zu bringen, hat weiterhin Bestand.

+++ 13.22 Uhr: Zugverkehr in Halle eingestellt +++

Wegen des laufenden Polizeieinsatzes ist der Zugverkehr am Hauptbahnhof von Halle (Saale) eingestellt worden. Das teilte die Deutsche Bahn bei Twitter mit. 

+++ 13.15 Uhr: Zwei Tote nach Schüssen auf offener Straße +++

Die Nachrichtenagentur AFP meldet unter Berufung auf die Polizei, dass es mindestens zwei Todesopfer nach den Schüssen in Halle (Saale) gebe. Weitere Hintergründe sind derzeit noch nicht bekannt.

+++ 12.57 Uhr: Polizei meldet mehrere Tote in Halle an der Saale – Täter auf der Flucht +++

In Halle (Saale) in Sachsen-Anhalt fahndet die Polizei mit einem Großaufgebot nach einem unbekannten und offenbar bewaffneten Täter. Nach ersten Erkenntnissen seien mehrere Menschen getötet worden. Die Bevölkerung wurde aufgefordert, in ihren Wohnungen zu bleiben oder sich anderweitig in Sicherheit zu bringen.

Laut "Mitteldeutsche Zeitung" befindet sich mindestens ein Tatort in der Humboldtstraße im Paulusviertel nördlich der Altstadt.

wue / mik / dho / rw / AFP / DPA