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Hitzige Debatte im Netz: Aufregerthema: Hannover führt gendergerechte Sprache ein

In der niedersächsischen Landeshauptstadt wird nicht nur akzentfreies Deutsch gesprochen - die Verwaltung möchte auch keine Geschlechterklischees in der Sprache zementieren. Stirbt die Anrede «Sehr geehrte Damen und Herren» aus?

«Geschlechtergerechte Verwaltungssprache»

Im Vordergrund ein Ausschnitt aus «Empfehlungen für eine geschlechtergerechte Verwaltungssprache», im Hintergrund das Rathaus von Hannover. Foto: Julian Stratenschulte

Der Lehrer, der Wähler und auch der Bauleiter haben bei der Stadt Hannover ausgedient - zumindest in E-Mails, Briefen, Formularen oder Drucksachen. Stattdessen soll von Lehrenden, Wählenden oder der Bauleitung die Rede sein.

Die niedersächsische Landeshauptstadt will ihre Verwaltungssprache geschlechtergerecht gestalten und hat dazu eine verbindliche Empfehlung für ihre knapp 12.000 Beschäftigten herausgebracht. Das Aufregerthema löste prompt eine hitzige Debatte in den sozialen Medien aus: Die Kommentare reichten von «Vorreiter*in» bis zu «Die spinnen doch!».

Innerhalb des Rathauses habe es bisher nur positive Reaktionen und konstruktive Nachfragen gegeben, sagt Stadtsprecherin Ulrike Serbent. Die Aggressivität der vielen Anfeindungen von außen sei allerdings erschreckend. «Seit jeher wird emanzipatorischen Veränderungswünschen aus dem Gleichstellungsbereich mit Anfeindungen begegnet, vieles wird im Laufe der Zeit aber alltäglich», meint Hannovers Gleichstellungsbeauftragte Friederike Kämpfe. So benötigten Frauen heute keine Erlaubnis ihres Mannes mehr, um arbeiten zu gehen.

Die neuen Sprachregelungen sollen schrittweise verwirklicht werden. «Es ist ein Prozess, niemand wird gezwungen», betont Serbent. Die Verwaltung möchte damit auch der «Vielzahl geschlechtlicher Identitäten» Rechnung tragen: Seit dem 1. Januar lässt sich in Deutschland im Personenstandsregister nicht nur «männlich» oder «weiblich», sondern auch das dritte Geschlecht «divers» eintragen.

In manchen Kontexten sei es (zurzeit noch) unangemessen, eine andere Anrede als «Sehr geehrte Damen und Herren» zu verwenden, heißt es in der neuen Broschüre der Stadt. Umgehen lasse sich dies aber oft durch «Guten Tag» oder «Liebe Gäste». Wenn möglich, sollen Formulierungen wie Redepult statt Rednerpult oder Teilnahmeliste statt Teilnehmerliste verwendet werden.

Gibt es keine Alternative, wird der Gender-Star empfohlen - zum Beispiel «der*die Ingenieur*in». Damit stellt sich Hannover an die Spitze der Gender-Bewegung - der Rat für deutsche Rechtschreibung empfahl im November noch, bei dem Thema erst einmal abzuwarten.

In der Vergangenheit ging es bei der geschlechtergerechten Sprache vor allem darum, Frauen nicht auszuschließen. Städte wie Flensburg, Tübingen und Leipzig entwickelten dazu einen Leitfaden, auch Hannover empfahl seit 2003 das sogenannte Binnen-I wie in «LehrerIn». Die gendergerechte Sprache wird vor allem an Hochschulen forciert. Diskutiert wird auch über Unterstriche oder Sternchen, die ebenso von Verbänden oder Politikern zunehmend benutzt werden.

Die Linguistin Gabriele Diewald findet den Vorstoß der hannoverschen Stadtverwaltung gut. «Das ist ein Statement, selbst wenn es in der Praxis schwierig wird», sagt die Forscherin von der Universität Hannover. Sprache sei im ständigen Wandel. Sie persönlich werde weiter das Binnen-I und nicht das Sternchen verwenden, aber: «In einer Demokratie gibt es Varianz.» Der Berliner Sprachwissenschaftler Peter Eisenberg ist dagegen ein erbitterter Gegner von Schreibweisen mit Binnen-I, Sternchen oder Tiefstrich. Für eine Gleichberechtigung der Frau seien keine Eingriffe in die Sprache notwendig, sagte er Ende 2018 der Deutschen Presse-Agentur.

Bei der Diskussion fragen sich viele, ob Hannover nicht andere Probleme hat. So ermittelt die Staatsanwaltschaft gegen Oberbürgermeister Stefan Schostok (SPD) wegen des Verdachts der Untreue. Fußballfans zittern mit Hannover 96, dem Verein droht der Abstieg aus der Bundesliga. Immerhin scheint das ambitionierte Projekt der geschlechtergerechten Sprache nicht mit immensen Kosten verbunden. Für Flyer und Postkarten wurden laut Verwaltung weniger als 1000 Euro ausgegeben. «Ansonsten entstehen keine zusätzlichen Kosten», betont Stadtsprecherin Serbent.

dpa
Oldtimer gekauft - bei Instandsetzung Unfallschäden entdeckt
Hallo, ich habe mir vor ein paar Wochen einen amerikanischen Oldtimer gekauft - ein Import aus den Staaten, bekam hier eine Vollabnahme und H-Gutachten. Aufgrund der Entfernung konnte ich den Wagen jedoch lediglich auf Fotomaterial besichtigen und auf den Fotos sah er aber sehr gut aus - hatte wenig Laufleistung und wurde auch beim Gespräch mit dem Verkäufer am Telefon mit einem guten Zustand beworben. Nach der Lieferung fielen mir dann sofort 2 Roststellen auf, wo ich mir noch sagte "Hey - das Auto ist 40 Jahre alt - darf es haben, also reparierst du es einfach". Bei der Reparatur stellen sich dann jedoch weitere Roststellen heraus, die sogar zur Demontage der Innenverkleidungen, Kotflügel und Windschutzscheibe führten. Aber Ok - altes Auto. Der Wagen ging daraufhin zum Lackierer und wurde dort weiter behandelt. Dabei kamen dann weitere Mängel zum Vorschein: Die Beifahrertüre wurde bereits im unteren Bereich dick mit Spachtel überzogen - die Unterkante wurde ausgetauscht und von innen nicht versiegelt - das Blech rostete durch. Jedoch war das gesamte untere Türdrittel komplett verbeult - dazu braucht es schon einen recht großen Hammer. Ca. 8mm dicke Spachtelbrocken musste ich abschlagen. An einer Stelle wurde das Blech der Seitenwand bereits ausgetauscht. Durch die schlechte Arbeit waren Blechteile vollständig durchrostet. Auf der anderen Seitenwand hatte der Wagen einen weiteren Treffer kassiert - das Blech war eingedrückt und wurde mit massig Spachtel übergetüncht. Von außen nur anhand sehr schlechtem Lackbildes zu sehen und von innen sind deutlich Schweißpunkte vom Blechzughammer erkennbar. Auch die Seitenscheiben waren stümperhaft montiert. Diese wurden nicht mit Scheibenkleber, sondern einer kaugummiartigen Substanz montiert und fielen bei der Demontage der Zierleisten dem Lackierer bereits entgegen. Laut Verkäufer wurden die Seitenwände zwar überlackiert (was man auch sehen konnte), ein Grund wurde jedoch nicht genannt - angeblich schlechter Lack oder Kratzer. Nun meine Frage: Im Kaufvertrag ist der Wagen wie folgt beschrieben: "Keine Unfallschäden laut Vorbesitzer" "Dem Verkäufer sind auf andere Weise keine Unfallschäden bekannt" Weitere Regelungen gibt es im Kaufvertrag nicht. Durch die Beseitigung der Durchrostungen an den unfachmännisch ausgeführten Blech- und Spachtelarbeiten ist der Preis für die Lackierung deutlich gestiegen. Kann man beim Verkäufer hierfür mitunter Schadensersatz geltend machen? Gekauft wurde das Fahrzeug Mitte Dezember 2018, geliefert in der 2ten KW im Januar. Danke im Voraus für eure Antworten.
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