VG-Wort Pixel

Umstrittene Flutschutzanlage Mobile Hochwasserschutz-Barrieren: "Mose" soll Venedig retten

Sehen Sie im Video: Die mobilen Hochwasserschutz-Barrieren "Mose" werden in Venedig getestet.


In Venedig wurden am Freitag erstmalig alle Barrieren an drei Lagunen-Zufahrten getestet. Dieses System mit dem Namen Mose, italienisch für Moses, auch in Anlehnung an die biblische Figur, soll in Zukunft die weltbekannte und wunderschöne Stadt vor dem gefürchteten "Acqua Alta", dem Hochwasser schützen, das zu Schäden an den antiken Palästen führt und das Leben der Menschen dort behindert. Erst im November vergangen Jahres wurde Venedig von einer schlimmen Überschwemmung heimgesucht, die an der Rekordmarke von 1966 kratze. Der Plan zu den Schutzbarrieren, die sich hoch- und runterfahren lassen, stammt aus dem Jahr 1984. Das Projekt kostete viele Millarden Euro. Zudem wurden die Arbeiten von Korruptionsskandalen und einer Kostenexplosion überschattet. Premier Giuseppe Conte am Freitag in Venedig: "Heute werden mit diesem Test alle 78 Hochwassersperren gleichzeitig in Aktion sein, die alle Hafeneinfahrten schließen. Dies ist ein riesiges Projekt, das seit Jahren auf seine Fertigstellung gewartet hat. Eine Barriere, die sich über 1,6 Kilometer erstreckt. Es ist ein Projekt, das von Anfang an mit vielen Diskussionen verbunden war, aber ein konkretes Ziel hatte - auch wenn es sich wie eine Vision anhörte. Es lautete: Venedig vor dem Hochwasser schützen." Voll funktionsfähig soll der Schutzwall im kommenden Jahr sein. Und sobald er betriebsbereit ist, soll er Venedig vor bis zu 3 Meter hohen Sturmfluten schützen. Allerdings gibt es bereits jetzt unter Fachleuten Bedenken. Denn ein durch den Klimawandel bedingter steigender Meeresspiegel könnte dafür sorgen, dass dieses Schutzsystem in absehbarer Zeit schon wieder überholt sein könnte.
Mehr
Erstmalig wurden alle 78 mobilen Hochwasserschutz-Barrieren an den Laguneneinfahrten von Venedig getestet. Der Plan zu den Schutzbarrieren stammt aus dem Jahr 1984. Das Projekt wurde jedoch von Korruptionsskandalen überschattet.

Mehr zum Thema


Wissenscommunity


Newsticker