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Prozessauftakt: 32-Jährige versteckte Babyleichen in Kühltruhen

Die Geschichte macht fassungslos: Eine Doktorandin verheimlichte zwei Schwangerschaften und die Geburten und versteckt die angeblichen Totgeburten in Kühltruhen. Ihr Motiv ist völlig unklar.

Die Verteidigung der 32-Jährigen schirmt die Angeklagt ab

Die Verteidigung der 32-Jährigen schirmt die Angeklagt ab

Wegen des Todes ihrer beiden Kinder wird einer Mutter aus Nordrhein-Westfalen ab heute der Prozess gemacht. Die Anklage am Landgericht in Siegen wirft der 32-Jährigen zweifachen Totschlag vor: Sie habe nach zwei heimlichen Schwangerschaften ihre Babys getötet - entweder gezielt und aktiv oder durch Unterlassen. Die Leichen soll die Frau in Kühltruhen ihrer Bonner Wohnung und ihres Elternhauses in Siegen gelegt haben. Dort war im August 2014 das erste tote Baby entdeckt worden.

Die 32-Jährige hat ausgesagt, dass die beiden Jungen bereits tot zur Welt gekommen seien. Zur Aufklärung hat das Gericht sieben Sachverständige und 22 Zeugen geladen.

Todesursache und Motiv ungeklärt

Die aus Siegen stammende Frau war als Doktorandin an der Universität in Bonn beschäftigt. Weder dort noch in ihrer Heimatstadt hatte offenbar jemand etwas von den zwei Schwangerschaften mitbekommen. Es blieb bislang ungeklärt, warum sie niemanden einweihen wollte.

An den toten Kindern gab es keine Spuren von Gewalt, aber eine natürliche Todesursache wurde auch nicht gefunden. Die Staatsanwaltschaft geht davon aus, dass die beiden Kleinen überlebt hätten, wenn die Mutter Hilfe herangezogen hätte. Die Verteidigung meint, sie hätten keine Überlebenschance gehabt, der Mutter könne zumindest strafrechtlich kein Vorwurf gemacht werden.

yps/DPA / DPA