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+++ Norweger im Ticker+++: Polizei veröffentlicht Namen der Opfer

Sein Anwalt hält ihn für verrückt. Breiviks Vater sagt, er hätte sich womöglich besser töten sollen. Die Polizei gibt am frühen Abend erste Namen der Opfer des Todesschützen bekannt.

+++17:16 Uhr: 30 Polizisten auf der Insel+++

Auf Utøya sind derzeit 30 Polizisten im Einsatz. Zeitgleich läuft die Identifikation der Anschlagsopfer. Erste Namen will die Polizei gegen 18 Uhr bekanntgeben

+++16:39 Uhr: Deutsche Tempelritter distanzieren sich+++

In seinem Manifest bezeichnet Breivik sich als Tempelritter. Die deutschen Templer weisen jetzt jegliche Verbindung zu den Anschlägen in Norwegen weit von sich. Elke Bruns, die als Großpriorin an der Spitze der deutschen Sektion der Tempelritter steht, zur "Welt": "Diese Anschläge sind eine Katastrophe. Es ist ein Schlag ins Gesicht, wenn wir mit diesem Fall in einen Topf geworfen werden."

Die modernen Templer vergleichen sich nach dem Bericht mit Organisationen wie dem Malteser Hilfsdienst und weisen auf ihre humanitäre Arbeit hin.

+++16:27 Uhr: Suche nach Opfern geht weiter+++

Im Osloer Regierungsviertel und auf der Insel Utøya geht die Suche nach Opfern weiter. Die Arbeiten der Polizei dort können noch mehr als zwei Wochen andauern, so ein Polizeisprecher

+++16:12 Uhr: Opferzahlen werden veröffentlicht+++

Die norwegische Polizei wird die Namen der Opfer gegen 18 Uhr veröffentlichen, so ein Polizeisprecher auf der Pressekonferenz in Oslo

+++15:20 Uhr: Franzose lobt Breivik+++

Einem Vertreter der französischen Rechtspartei Front National (FN) droht eine Strafanzeige, weil er sich anerkennend über den mutmaßlichen norwegischen Attentäter Anders Behring Breivik geäußert hat. Die Bewegung gegen Rassismus und für Völkerfreundschaft (MRAP) kündigt an, sie werde den Regionalpolitiker Jacques Coutela in den kommenden Tagen wegen "Anstachelung zum Rassenhass" anzeigen. Auf Coutelas Internettagebuch war zu lesen gewesen, Behring Breivik sei "ein Widerstandskämpfer, eine Ikone", weil er "gegen die muslimische Invasion" kämpfe.

+++15:10 Uhr: Rosennotstand in Oslo+++

Den Händlern in Oslo gehen vor allem die Rosen aus. Am Tag nach dem "Rosenmarsch" aus Trauer um die 76 Toten der beiden Anschläge ringen die Floristen um Nachschub. "Gestern haben wir verkauft, was wir hatten", sagt Blumenhändler Sezar Kayri am Dienstag. Trotz einer Nachbestellung beim Großhändler sei am Nachmittag alles weg gewesen. 2000 Rosen zu umgerechnet je fünf Euro habe er an einem Tag verkauft, dazu mehr als 1000 Kerzen - so viele wie noch nie zuvor.

+++14:18 Uhr: Breiviks Krieg+++

Breiviks Anwalt berichtet, der Inhaftierte glaube, er befinde sich in einem Krieg. "Und wenn du in einem Krieg bist, kannst du Dinge wie diese machen", erläutert er die Sicht seines Mandanten. Breivik meine, dass die Welt ihn erst in 60 Jahren verstehen werde.

Die von der Justiz angekündigte rechtspsychiatrische Untersuchung des Attentäters dürfte nach Angaben des Anwalts sechs bis zwölf Monate dauern. Auch der Gerichtsprozess werde eine "ausgesprochen lange und komplizierte Angelegenheit", sagt der Verteidiger.

+++14:15 Uhr: Was der Anwalt über Breivik sagt+++

Breiviks Anwalt äußert sich auf einer Pressekonferenz ausführlich über seinen Mandanten. Der von Breivik selbst gewählte Verteidiger beschrieb den Täter als "sehr kalte Person": "Er hat kein Mitgefühl mit den Opfern gezeigt." Sein Mandat wolle weiter keine Auskunft zu "zwei Zellen unserer Organisation" im Ausland machen, sagt der Verteidiger. Darüber hatte Breivik schon beim Hafttermin am Vortag gesprochen. "Er weigert sich, etwas über diese anderen Zellen zu sagen."

Breivik sei überrascht gewesen, dass er nach dem Bombenanschlag in Oslo überhaupt noch die eine Autostunde entfernte Insel Utøya erreiche habe. Als Motiv für die Tötung von mindestens 68 Jugendlichen eines sozialdemokratischen Sommerlagers habe sein Mandant angegeben, dass er die Partei so hart wie möglich treffen wollte. Anwalt Lippestad bestätigte, er selbst sei Mitglied der Arbeiterpartei. Davon wisse Breivik aber wohl nichts.

+++13:20 Uhr: "Verrückter" Breivik hat Kontakte im Ausland+++

Anders Behring Breivik hat laut seinem Anwalt angegeben, Kontakte zu Gleichgesinnten im Ausland zu haben. Neben zwei "Zellen" in Norwegen gebe es weitere im Ausland, sagt Verteidiger Geir Lippestad. Dem Verteidiger zufolge deutet alles darauf hin, dass sein Mandant "verrückt" ist, weshalb Psychiater seinen geistigen Gesundheitszustand untersuchen sollen.

Breivik müsse sich der anwaltlichen Argumentation fehlender Zurechnungsfähigkeit nicht anschließen, sagte er. "Andernfalls muss er sich einen anderen Anwalt suchen."

+++13:08 Uhr: Die Reaktion der Rechten+++

Der norwegische Attentäter Anders Behring Breivik hat sein 1500-Seiten-Pamphlet im Internet auch an deutsche Adressen verschickt. "Die werden jetzt natürlich überprüft", sagt der Chef des nordrhein-westfälischen Landeskriminalamts (LKA), Wolfgang Gatzke. Bislang hatten die Sicherheitsbehörden erklärt, es gebe keine Bezüge Breiviks nach Deutschland. Breivik habe sein 1516 Seiten starkes Manifest an deutsche Neonazis unter anderem in Dortmund geschickt, berichtet der "Arbeitskreis gegen Rechtsextremismus" in Dortmund.

Die Polizei beobacht nach den Terroranschlägen verschärft die rechte Szene in Deutschland, sagte Gatzke. Die Reaktionen in den einschlägigen Internetforen seien aber verhalten: "In der Szene ist kein großer Jubel ausgebrochen." Bei den Rechtsextremen herrsche vielmehr die Einschätzung vor, dass es "nicht in Ordnung" gewesen sei, Jugendliche als Ziel des Terroranschlags auszuwählen.

+++12:01 Uhr: CSU-Minister bremst bei Vorratsdatenspeicherung+++

Die Vorratsdatenspeicherung hilft den Ermittlern nach Einschätzung von Bayerns Innenminister Joachim Herrmann (CSU) bei Einzeltätern wenig. Man könne Einzeltäter wie jetzt in Norwegen auch in Deutschland nie ausschließen, sagt Herrmann im Bayerischen Rundfunk. Nach dem Massaker in Norwegen waren aus der Union erneut Forderungen nach einer schnellen Wiedereinführung der Vorratsdatenspeicherung hochgekommen. Hermann widerspricht damit seiner Kabinettskollegin Beate Merk. Die bayerische Justizministerin, ebenfalls CSU, hält die Vorratsdatenspeicherung für "unverzichtbar".

+++11:12 Uhr: Polizei prüft Breiviks Kontakte nach Großbritannien+++

Die britische Polizei geht Berichten nach, dass der Attentäter von Norwegen Verbindungen zu rechtsextremen britischen Gruppen hatte. Bislang gebe es keine Hinweise darauf, dass Anders Behring Breivik die Taten in Großbritannien geplant habe, berichten mehrere Medien. Offiziell hatte es am Montag aus London lediglich geheißen, ein Vertreter von Scotland Yard sei nach Norwegen geschickt worden.

Mehrere Zeitungen nennen am Dienstag Details, denen zufolge Breivik im vergangenen Jahr unter anderem eine Demonstration der ultrarechten English Defence League (EDL) besucht haben und mit Mitgliedern der Gruppe über das Internet in Kontakt gewesen sein soll. Laut "Independent" und "Daily Telegraph" hatten rund 150 EDL-Mitglieder über das Internetnetzwerk Facebook Verbindungen zu Breivik. Der Norweger habe einen "hypnotischen Effekt" ausgeübt, wird ein EDL-Mann zitiert.

+++10:54 Uhr: Treffen der sozialistischen Jugend+++

Ausgerechnet wenige Tage nach dem Attentat von Utoya beginnt in Österreich das internationale Festival der sozialistischen Jugend (IUSY). 3000 junge Menschen werden zu der einwöchigen Veranstaltung erwartet, unter ihnen SPD-Chef Sigmar Gabriel. Die norwegische Delegation sagte ihre Teilnahme "aus ersichtlichen Gründen" ab.

+++10:19 Uhr: Justizminister lobt Polizei+++

Die norwegische Regierung lobt den Einsatz der Polizei nach den Anschlägen - trotz zunehmender Kritik. Die Polizei habe "eine fantastische Arbeit" geleistet, sagt Justizminister Knut Storberget vor Journalisten. Er war zuvor mit dem Osloer Polizeichef zu einem Gespräch zusammengekommen. Es sei sehr wichtig, dass man den Einsatz offen und kritisch bewerte, sagt Storberget. "Aber alles zu seiner Zeit." Der Minister bezieht sich auf die Kritik, die Polizei habe zu lange gebraucht, um auf die Insel Utöya zu gelangen, auf der der Attentäter um sich schoss.

+++09:25 Uhr: Verbrechen gegen die Menschlichkeit?+++

Die norwegischen Ermittler erwägen offenbar eine Strafverfolgung gegen Anders Behring Breivik wegen Verbrechen gegen die Menschlichkeit. Bislang sei dies aber nur "eine Möglichkeit", berichtet die Zeitung "Aftensposten" unter Berufung auf Staatsanwalt Christian Hatlo. Eine Verurteilung wegen Verbrechen gegen die Menschlichkeit zieht in Norwegen eine Maximalstrafe von 30 Jahren Haft nach sich. Die Verfügung war erst 2008 ins Strafgesetzbuch aufgenommen worden.

+++06:42 Uhr: Polizei veröffentlicht Namen der Opfer+++

Die norwegische Polizei will heute die Namen der 76 Todesopfer veröffentlichen. 68 von ihnen hatte der Attentäter Anders Behring Breivik auf der Insel Utøya getötet. Zuvor starben acht Menschen durch eine von dem Norweger platzierte Bombe im Osloer Regierungsviertel.

+++05:30: Politik kommt in Fahrt+++

Die politische Debatte über die Folgen der Anschläge von Norwegen läuft heiß. So fordert der Fraktionsvize der Konservativen im Europaparlament, Manfred Weber (CSU), eine europäische Offensive gegen politische Extremisten im Internet. "Extremistische Webseiten müssen europaweit gebannt werden", sagt Weber der "Rheinischen Post". Bisher gebe es in der EU entsprechende Verabredungen nur für islamistische Internetseiten, um eine Anwerbung von Terroristen im Netz zu verhindern.

Grünen-Chefin Claudia Roth sagt der "Frankfurter Rundschau", im Lichte der Anschläge solle "die Bundesregierung ihr Engagement gegen Rechtsradikale verstärken und nicht alten Überwachungsfantasien hinterherlaufen". Forderungen der Union nach Wiedereinführung der Vorratsdatenspeicherung erteilte sie - ebenso wie SPD und FDP - eine klare Absage.

SPD-Generalsekretärin Andrea Nahles hält nach den Anschlägen von Norwegen nichts davon, hektisch Gesetze zu verschärfen. "Wir müssten mehr Polizeibeamte einstellen, die die rechtsradikale Szene im Internet beobachten können", fordert sie in der "Rhein-Zeitung".

ben/ins/AFP/DPA / DPA
Oldtimer gekauft - bei Instandsetzung Unfallschäden entdeckt
Hallo, ich habe mir vor ein paar Wochen einen amerikanischen Oldtimer gekauft - ein Import aus den Staaten, bekam hier eine Vollabnahme und H-Gutachten. Aufgrund der Entfernung konnte ich den Wagen jedoch lediglich auf Fotomaterial besichtigen und auf den Fotos sah er aber sehr gut aus - hatte wenig Laufleistung und wurde auch beim Gespräch mit dem Verkäufer am Telefon mit einem guten Zustand beworben. Nach der Lieferung fielen mir dann sofort 2 Roststellen auf, wo ich mir noch sagte "Hey - das Auto ist 40 Jahre alt - darf es haben, also reparierst du es einfach". Bei der Reparatur stellen sich dann jedoch weitere Roststellen heraus, die sogar zur Demontage der Innenverkleidungen, Kotflügel und Windschutzscheibe führten. Aber Ok - altes Auto. Der Wagen ging daraufhin zum Lackierer und wurde dort weiter behandelt. Dabei kamen dann weitere Mängel zum Vorschein: Die Beifahrertüre wurde bereits im unteren Bereich dick mit Spachtel überzogen - die Unterkante wurde ausgetauscht und von innen nicht versiegelt - das Blech rostete durch. Jedoch war das gesamte untere Türdrittel komplett verbeult - dazu braucht es schon einen recht großen Hammer. Ca. 8mm dicke Spachtelbrocken musste ich abschlagen. An einer Stelle wurde das Blech der Seitenwand bereits ausgetauscht. Durch die schlechte Arbeit waren Blechteile vollständig durchrostet. Auf der anderen Seitenwand hatte der Wagen einen weiteren Treffer kassiert - das Blech war eingedrückt und wurde mit massig Spachtel übergetüncht. Von außen nur anhand sehr schlechtem Lackbildes zu sehen und von innen sind deutlich Schweißpunkte vom Blechzughammer erkennbar. Auch die Seitenscheiben waren stümperhaft montiert. Diese wurden nicht mit Scheibenkleber, sondern einer kaugummiartigen Substanz montiert und fielen bei der Demontage der Zierleisten dem Lackierer bereits entgegen. Laut Verkäufer wurden die Seitenwände zwar überlackiert (was man auch sehen konnte), ein Grund wurde jedoch nicht genannt - angeblich schlechter Lack oder Kratzer. Nun meine Frage: Im Kaufvertrag ist der Wagen wie folgt beschrieben: "Keine Unfallschäden laut Vorbesitzer" "Dem Verkäufer sind auf andere Weise keine Unfallschäden bekannt" Weitere Regelungen gibt es im Kaufvertrag nicht. Durch die Beseitigung der Durchrostungen an den unfachmännisch ausgeführten Blech- und Spachtelarbeiten ist der Preis für die Lackierung deutlich gestiegen. Kann man beim Verkäufer hierfür mitunter Schadensersatz geltend machen? Gekauft wurde das Fahrzeug Mitte Dezember 2018, geliefert in der 2ten KW im Januar. Danke im Voraus für eure Antworten.