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"191 Tage ohne Anklage" Julian Assange protestiert mit Video gegen Hausarrest


Seit sechs Monaten steht der Wikileaks-Gründer Julian Assange unter Hausarrest. Bislang ist er jedoch in keinem Land angeklagt. Mit einem Video protestiert der Australier nun gegen die Auflagen - und lädt zum Abendessen ein.

Die Internet-Enthüllungsplattform Wikileaks hat auf die "ungerechten und unwürdigen" Bedingungen des sechsmonatigen Hausarrests ihres Gründers Julian Assange hingewiesen. Der 39-Jährige sei in keinem Land eines Verbrechens angeklagt. Wenn er nach Schweden ausgeliefert werden sollte, werde er "auf unbestimmte Zeit und isoliert gefangengehalten" werden. Sollte gegen Assange Anklage erhoben werden, werde es einen "geheimen Prozess" gegen ihn geben, ohne dass er Zugang zu allen Unterlagen erhalten werde. Trotz all dem setze er seinen Kampf für Informationsfreiheit fort, heißt es in der von mehreren Medien veröffentlichten Erklärung.

"191 Tage ohne Anklage"

Mit einem Video meldet sich der Australier selbst zu Wort. In dem am Donnerstag veröffentlichten Clip "191 Tage ohne Anklage" beklagt sich Assange über über den mittlerweile sechs Monate währenden Hausarrest in England. Es ist zu sehen, wie er jeden Tag in einer Polizeistation vorstellig wird, um per Unterschrift seine Anwesenheit zu bestätigen. Die strengen Auflagen, unter denen Assange aus der Untersuchungshaft entlassen worden ist, halten ihn aber nicht davon ab, zu einem Essen in London zu laden - acht Gäste können einen Platz am Tisch ersteigern. Der Erlös soll der Enthüllungsplattform zugutekommen.

Assange wird vorgeworfen, in Schweden zwei Frauen sexuell missbraucht zu haben. Am 7. Dezember 2010 wurde er in London festgenommen. Seit dem 16. Dezember steht er im Anwesen eines Freundes 200 Kilometer nordöstlich der britischen Hauptstadt unter Hausarrest. Gegen seine drohende Auslieferung nach Schweden hat er Berufung eingelegt. Der nächste Gerichtstermin in London ist für den 12. Juli angesetzt. Assange weist die Vorwürfe zurück und erklärt, sie seien politisch motiviert.

Wikileaks hatte im vergangenen Jahr mit der Veröffentlichung von Depeschen der US-Diplomatie sowie von geheimen US-Unterlagen zum Krieg in Afghanistan und im Irak im Internet für Furore gesorgt. Die USA prüfen deshalb rechtliche Schritte gegen Assange. Seine Anwälte befürchten, dass Schweden ihn an die USA ausliefern könnte.

mm/AFP/DPA DPA

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