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"Aktenzeichen XY ... ungelöst": Sie schrieb noch eine letzte Liebes-SMS. Seither wurde sie nie wieder gesehen.

Sie stand zwischen zwei Männern und verschwand spurlos. Jetzt soll die ZDF-Sendung "Aktenzeichen XY ... ungelöst" helfen, das Schicksal von Tabita Cirvele zu klären.

"Aktenzeichen XY ... ungelöst": Tabita Cirvele wird vermisst

Tabita Cirvele wollte aus Tirol nach Münster reisen - und kam nie an. Jetzt greift "Aktenzeichen XY ... ungelöst" den Vermisstenfall auf

Das letzte Lebenszeichen von Tabita Cirvele ist eine SMS: "Liebe ist schön! Sie gibt Kraft, Unmögliches zu überstehen! Was für ein Reichtum, wer sie hat! Und wir haben sie!! Ich liebe Dich, Tommy". Geschrieben hat sie sie in der Nacht auf den 24. September 2016. Seitdem fehlt von ihr jede Spur. Am Mittwochabend berichtete das ZDF in "Aktenzeichen XY … ungelöst" über den rätselhaften Fall der zierlichen Frau, die zwischen zwei Männern stand.

Der Tommy aus der SMS ist Thomas S. aus Münster. Er beginnt wenige Monate vor ihrem Verschwinden eine Affäre mit der verheirateten Tabita Cirvele. Die damals 48-Jährige lebt zum Zeitpunkt ihres Verschwindens bereits vier Jahre mit ihrem Mann im österreichischen Reutte, knapp südlich der deutschen Grenze. Doch seit ihrer Jugend wohnte die gebürtige Lettin lange Zeit in Münster, hat dort Familie. Bei einem Besuch ihres kranken Vaters im Frühjahr 2016 lernt sie dort S. kennen und lieben. Zurück in Österreich halten sie Kontakt, telefonieren und schreiben sich - wie am Tag vor ihrem Verschwinden.

S. behauptet, sie habe sich für ihn von ihrem Mann trennen wollen, auch in der ZDF-Sendung wird angedeutet, dass es schlecht um ihre Ehe stand. Ein österreichischer Polizist spricht von einer "für sie sehr unangenehmen Lebenssituation". Sie habe ihrer Schwester und ihrem Ehemann damals mehrfach gesagt, sich "eine Auszeit" nehmen zu wollen. Am Tag vor ihrem Verschwinden werden 2200 Euro von dem gemeinsamen Konto abgehoben. Von wem, weiß die Polizei nicht. Am Morgen des 24. September loggt sich ihr Handy das letzte Mal in eine Funkzelle ein, dann verliert sich ihre Spur. Vermisst gemeldet wird Cirvele von ihrem Ehemann erst mehr als zwei Wochen später. Sie habe sich ja eine Auszeit nehmen wollen, habe er gegenüber Ermittlern gesagt.

Tabita Cirvele: Mehrere Szenarien denkbar

Für die Beamten ist bis heute völlig unklar, was damals mit der gebürtigen Lettin passiert ist. Es sei möglich, dass sie freiwillig verschwunden und untergetaucht ist, doch dagegen spreche, dass sie sich nicht einmal mehr bei ihrer Schwester gemeldet habe, obwohl der Kontakt zuvor sehr eng gewesen sei, so der österreichische LKA-Mann beim ZDF. Zudem habe sie ihr Fahrzeug zurückgelassen. "Wir müssen heute davon ausgehen, dass ihr etwas zugestoßen ist." Möglich sei ein Unfall oder ein Suizid, auch wenn es dafür keinerlei Anhaltspunkte gebe. Oder eben ein Tötungsdelikt. "Wir haben Ermittlungen gegen Unbekannt eingeleitet."

Seit ihrem Verschwinden wurde das Haus des Ehemanns in Reutte durchsucht, es gab eine Öffentlichkeitsfahndung, Leichenspürhunde wurden eingesetzt und Taucher suchten im vergangenen Jahr einen See in der Nähe ihres Wohnortes ab - alles ohne Erfolg. Nun gehen die Beamten den Schritt an die breite Öffentlichkeit, auch in Deutschland. Schließlich ist es möglich, dass sich Cirvele in die Bundesrepublik abgesetzt hat.

Bereits während der Sendung seien die ersten Zeugenberichte eingegangen, berichten die "Westfälischen Nachrichten" am Donnerstag. Demnach wollen zwei Anrufer die Vermisste am Dienstag und Mittwoch gesehen haben. Den Hinweisen werde das LKA in Tirol nun nachgehen.

Tabita Cirvele wurde am 24. Dezember 1967 geboren, ist jetzt also 50 Jahre alt, sie soll jedoch deutlich jünger wirken. Sie ist 1,52 Meter groß, schlank, hat blaue Augen und trug zum Zeitpunkt ihres Verschwindens blondes, langes Haar.

Tabita Cirvele

Tabita Cirvele

 Hinweise auf den Aufenthaltsort der Vermissten nimmt das Landeskriminalamt Tirol unter +43-59133-70-3333 oder unter lpd-t-lka@polizei.gv.at entgegen. Eine Belohnung von 3000 Euro wurde ausgelobt. Weitere Informationen zu der Vermisstenfahndung gibt es auf der Seite des österreichischen Innenministeriums.

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