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"Batman"-Amokläufer James Holmes droht Todesstrafe


Zwölf Menschen starben bei dem Amoklauf in einem US-Kino im vergangenen Juli. Der Staatsanwalt will ein Todesurteil. Nur das sei eine gerechte Strafe für den mutmaßlichen Schützen.

Im bevorstehenden Prozess gegen den Kino-Amokläufer von Aurora im US-Bundesstaat Colorado will die Staatsanwaltschaft nach eigenen Angaben die Todesstrafe für den 25-jährigen Angeklagten James Holmes fordern. "In dieser Sache bedeutet Gerechtigkeit für James Holmes den Tod", sagte Staatsanwalt George Brauchler am Montag bei einer Voranhörung vor einem Gericht in Centennial. Der Prozess um die Bluttat, bei der zwölf Menschen starben, soll am 5. August beginnen.

Am Mittwoch hatten Holmes' Verteidiger mitgeteilt, dass ihr Mandant bereit sei, sich schuldig zu bekennen. Dies geschah vermutlich in der Hoffnung, dass ihm damit ein Todesurteil erspart bleibe und er stattdessen zu lebenslanger Haft verurteilt werde. Holmes wird beschuldigt, in der Nacht zum 20. Juli 2012 bei der Premiere des neuen "Batman"-Films in einem Kino in Aurora nahe Denver wahllos um sich gefeuert zu haben. Bei dem Blutbad wurden zwölf Menschen getötet und 70 weitere verletzt.

Holmes wurde wegen zwölffachen Mordes und vielfachen versuchten Mordes angeklagt. Außerdem muss er sich wegen des Besitzes von Sprengstoff und Brandbeschleuniger verantworten, mit denen er seine Wohnung präpariert hatte.

Neuer Richter im Verfahren

Die Verteidigung dürfte auf Unzurechnungsfähigkeit des 25-Jährigen plädieren. Die Entscheidung der Anklagebehörde, auf Todesstrafe zu plädieren, war erwartet worden. Brauchler sagte, er habe sich zuvor auch mit Angehörigen der Opfer beraten.

Experten rechnen mit einem langen und schwierigen Prozess. Im Zentrum dürfte der Streit stehen, ob der ehemalige Student, der psychische Probleme hatte, tatsächlich schuldfähig ist. Auch die Eltern des Angeklagten waren am Montag im Gerichtssaal dabei.

Der Fall hatte seinerzeit ganz Amerika erschüttert. Augenzeugen hatten berichtet, dass der junge Mann nach seiner Tat keinerlei emotionale Regung gezeigt habe. Bei bisherigen Anhörungen - zu denen er teilweise mit rot gefärbten Haaren erschien - wirkte er unbeteiligt und abweisend.

Überraschend gab Distriktsrichter William Sylvester den Fall am Montag ab. Ein Prozess, bei dem es um die Todesstrafe geht, würde ihm zu viel Zeit rauben, so seine Begründung. Er benannte als Richter Carlos Samour.

Möglicherweise wird das Hauptverfahren nämlich gar nicht Anfang August, sondern erst mit erheblicher Verzögerung beginnen. Die Verteidiger haben bereits angedeutet, dass sie auf "nicht schuldig wegen Unzurechnungsfähigkeit" plädieren wollten. In einem solchen Fall, so die Rechtsvertreter des Angeklagten, sei mehr Zeit zur Prozessvorbereitung nötig.

Die Verteidigung dürfte vor allem darauf verweisen, dass Holmes vor dem Amoklauf in psychiatrischer Behandlung war. Seine Anwälte haben von Anfang an argumentiert, dass er geistig krank sei. Auch seine mangelten emotionalen Reaktionen deuteten darauf hin.

anb/AFP/DPA DPA

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