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"Blood and Honour": Zwei Neonazis vor Gericht

Zwei Männer aus der rechtsextremen Szene stehen seit Mittwoch vor dem Karlsruher Landgericht. Zwischen 2004 und 2006 sollen sie zahlreiche Skinhead-Konzerte organisiert haben.

Zwei radikale Neonazis und mutmaßliche Mitglieder der verbotenen Vereinigung "Blood and Honour" stehen seit Mittwoch vor dem Karlsruher Landgericht. Die in der rechten Szene bekannten Männer sollen zwischen 2004 und 2006 zahlreiche Skinhead-Konzerte organisiert haben. Außerdem wird ihnen der Handel von CDs mit Rechtsrock, Nazi-Emblemen, szenetypischer Kleidung wie Bomberjacken und Büchern vorgeworfen.

Die 37 und 41 Jahre alten Männer sind wegen des "Verstoßes gegen das Vereinigungsverbot" angeklagt. Die Neonazi-Bewegung "Blood and Honour" ist seit 2000 in Deutschland verboten. Im Fokus der 163 Seiten langen Anklage steht ein 37 Jahre alter Mann aus Karlsruhe, der als Rädelsführer angesehen wird. Er soll eine "maßgebliche und herausragende Funktion" in der Sektion Baden und der Region Süddeutschland von "Blood and Honour" gehabt haben.

Der Mann gilt als Vize-Chef des Neonazi-Netzwerks und hatte unter anderem das Rechtsrock-Label "Ragnarök Records" betrieben. Verteidigt wird er vom szenebekannten Nürnberger Rechtsanwalt Frank Miksch, der bereits etliche Neonazis vor Gericht verteidigt hat.

Die Verhandlung war kurz nach Beginn unterbrochen worden. Grund war die Beschwerde eines Verteidigers gegen die Besetzung der Richterbank mit nur zwei statt drei Richtern. Die Kammer lehnte den Antrag ab. Für den Prozess, zu dem 25 Zeugen geladen sind, wurden zunächst zehn Verhandlungstage angesetzt.

DPA / DPA
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