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"Costa-Concordia"-Havarie: Der Prozess gegen Kapitän Schettino geht weiter

Wegen eines Anwaltsstreiks dauerte der Prozessauftakt vor einer Woche nur eine Viertelstunde. Am Mittwoch beginnt das Verfahren um die Havarie der "Costa Concordia" nun tatsächlich.

Der Unglückskapitän der "Costa Concordia", Francesco Schettino, muss sich von Mittwoch an vor Gericht verantworten. Nach einer gut einwöchigen Unterbrechung wegen eines Streiks der Anwälte in Italien wird der Prozess um die Katastrophe der "Costa Concordia" in der toskanischen Kleinstadt Grosseto fortgesetzt. Nach Angaben eines Gerichtssprechers sollen zunächst Verfahrensfragen geklärt werden. So werde das Gericht unter anderem darüber entscheiden, ob weitere Nebenkläger zugelassen werden. Ob die Anklage schon am Mittwoch verlesen wird, war zunächst noch unklar.

Das Kreuzfahrtschiff "Costa Concordia" war im Januar 2012 vor der Mittelmeer-Insel Giglio auf einen Felsen gefahren, war dabei aufgeschlitzt worden und gekentert. 32 Menschen starben, zwei der Opfer werden eineinhalb Jahre nach dem Unglück noch vermisst. Unter den Toten waren auch zwölf Deutsche. Die Staatsanwaltschaft wirft Schettino vor, mit dafür verantwortlich zu sein, dass das Schiff zu nahe an die Insel heranfuhr. Zudem soll er den Kreuzfahrtriesen noch vor Ende der Evakuierung verlassen haben. Schettino selbst hält sich nicht für den Hauptschuldigen.

Prozess im Theater

Der Kapitän ist der einzige Angeklagte in dem Verfahren, ihm droht eine langjährige Haftstrafe. Dem 52-Jährigen werden unter anderem mehrfache fahrlässige Tötung und Körperverletzung, Havarie und Verlassen des Schiffes vorgeworfen. Fünf weitere Beschuldigte, darunter der Steuermann und zwei Offiziere, hatten sich in den Voranhörungen mit der Staatsanwaltschaft auf Absprachen über das Strafmaß geeinigt. Das Gericht in Grosseto soll am 20. Juli entscheiden, ob es dieses Vorgehen zulässt.

Wegen des großen öffentlichen Interesses findet der Prozess weiter in dem umfunktionierten "Teatro Moderno" in Grosseto statt. Das Gericht hat zunächst drei Verhandlungstage für Mittwoch, Donnerstag und Freitag angesetzt. Es wird erwartet, dass sich der Prozess allein bis zu einem Urteil in erster Instanz über Monate hinzieht. Mehr als 400 Zeugen sind geladen, mehr als 200 Nebenkläger zugelassen, darunter auch die Reederei Costa Crociere und die Insel Giglio.

juho/DPA / DPA