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"Einmaliger Fall": Schlafwandler erwürgt Ehefrau - Verfahren eingestellt

Es klang wie eine billige Ausrede, doch der Richter glaubte Brian Thomas: Während eines Alptraums habe er seine Frau erwürgt, beteuerte der 59-jährige Brite, der an Schlafstörungen leidet. Nach fast einem Jahr U-Haft kam er nun frei, das Verfahren gegen ihn wurde eingestellt.

Der "einmalige Fall unter einmaligen Umständen" wurde zu den Akten gelegt

Der "einmalige Fall unter einmaligen Umständen" wurde zu den Akten gelegt

In Großbritannien ist ein Mann aus der Haft entlassen worden, der während eines Alptraums seine Ehefrau erdrosselt hatte. Die Staatsanwaltschaft habe das Verfahren gegen den 59-jährigen Brian Thomas eingestellt, teilte das Gericht im walisischen Swansea am Freitag mit. Der Mann trägt nach Auffassung der Justiz keine Verantwortung für seine Tat. Die Staatsanwaltschaft hatte zunächst eine Zwangseinweisung in eine psychiatrische Klinik gefordert, erklärte dann aber, dass dies keinen Zweck erfüllen würde. Es handle sich um einen "einmaligen Fall unter einmaligen Umständen", sagte ein Sprecher der Staatsanwaltschaft.

Der Mann, der unter Schlafstörungen leidet, hatte zugegeben, im Juli 2008 während eines Camping-Urlaubs im Westen von Wales in seinem Wohnwagen seine zwei Jahre jüngere Frau Christine erwürgt zu haben, weil er sie im Traum für einen Eindringling hielt. Zuvor war das Ehepaar in der Nacht auf einem Parkplatz von einer Gruppe junger Männer gestört worden, die mit ihren Autos Lärm machten. Thomas gab an, geträumt zu haben, einen der jungen Männer im Schwitzkasten zu halten. Als er aufgewacht sei, habe er gemerkt, dass er seine Ehefrau gewürgt hatte. Er alarmierte noch in der Nacht die Polizei und meldete den Tod seiner Frau.

"Die Familie und die Freunde sind sehr froh über den heutigen Ausgang", sagte der Bruder des Mannes. "Er war immer ein liebender Ehemann und Familienmensch." Es habe sich um ein "tragisches Ereignis" gehandelt. Der Mann war seit Januar inhaftiert.

AFP / AFP