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"Facebook-Mord": Hohe Strafe für mutmaßliche Anstifterin gefordert

Eine 15-Jährige wurde von einem Jugendlichen erstochen, weil sie Gerüchte verbreitet haben soll. Das Mobbingopfer soll dazu den Auftrag gegeben haben, die 16-Jährige steht nun vor Gericht.

Die mutmaßliche Anstifterin zum sogenannten Facebook-Mord soll für fünf Jahre ins Gefängnis und zwangstherapiert werden. Diese in den Niederlanden ungewöhnlich hohe Strafe für eine Minderjährige hat die Staatsanwaltschaft am Freitag vor einem Gericht in Arnheim gefordert. Die 16-Jährige habe den Mord an ihrer einstigen Freundin Winsie geplant und in Auftrag gegeben, weil diese auf Facebook Gerüchte über sie verbreitet habe, so die Anklage. Der Mord an dem 15-jährigen Mädchen hatte die Niederlande schwer erschüttert.

Der jugendliche Täter war bereits im September zu einem Jahr #Link;http://www.stern.de/panorama/niederlande-gericht-verhaengt-hoechststrafe-fuer-facebook-mord-1888767.html;Jugendgefängnis und drei Jahren Zwangstherapie# verurteilt worden. Das ist in den Niederlanden die Höchststrafe für Straftäter von 12 bis 15 Jahren. Er hatte Winsie vor ihrer Wohnung in Arnheim im Januar erstochen und auch ihren Vater verletzt. Der zur Tatzeit 14 Jahre alte Jugendliche hatte ausgesagt, dass die Angeklagte und ihr damaliger Freund ihn für den Mord angeheuert hatten. Der Prozess gegen den Ex-Freund beginnt am Montag.

Trotz Minderjährigkeit müsse Erwachsenenstrafrecht gelten

Die Höchststrafe für 16-Jährige ist in den Niederlanden zwei Jahre Haft. Doch nach Ansicht der Staatsanwaltschaft ist die Tat so schwerwiegend, dass die Angeklagte nach dem Strafrecht für Erwachsene verurteilt werden müsse. Gutachter hatten vor Gericht angeführt, dass sie wie der Täter in einer Haftanstalt therapeutisch behandelt werden müsse.

In dem Prozess, der unter Ausschluss der Öffentlichkeit stattfand, kam es zu dramatischen Szenen. Die Richter unterbrachen die Sitzung, nachdem die Mutter des Opfers weinend zusammen gebrochen war, teilte das Gericht mit. Vor Beginn des Prozesses hatte sie der Mutter der Angeklagten ins Gesicht geschlagen.

Die Urteile über beide mutmaßlichen Anstifter sollen in etwa zwei Wochen gesprochen werden.

DPA / DPA