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Unfall auf Segelschulschiff: Eltern toter "Gorch-Fock"-Kadettin scheitern vor Gericht

Die Eltern der auf dem Segelschulschiff verunglückten Kadettin Jenny Böken bekommen keine Entschädigung. Laut Gericht bestand keine "besondere Lebensgefahr". Die Todesumstände sind weiter unklar.

Im bundesweit ersten Prozess um den Tod der "Gorch Fock"-Kadettin Jenny Böken sind deren Eltern mit einer Entschädigungsklage gegen die Bundesrepublik gescheitert. Das Verwaltungsgericht Aachen wies die Klage der Eltern auf 40.000 Euro am Mittwoch in erster Instanz zurück. Die damals 18-jährige Marinesoldatin Böken war im September 2008 während einer Nachtwache von dem Segelschulschiff in die Nordsee gestürzt und ertrunken.

Bökens Eltern hatten sich bei ihrer Geldforderung in dem Aachener Prozess auf eine Vorschrift im Soldatenversorgungsgesetz gestützt. Danach steht Hinterbliebenen eine Entschädigung zu, wenn ein Soldat bei der Dienstausübung unter besonderer Lebensgefahr stirbt. Eine besondere Lebensgefahr habe aber auf der "Gorch Fock" nicht vorgelegen, sagte der Vorsitzende Richter Markus Lehmler in der mündlichen Urteilsbegründung.

"Wir werden nicht Ruhe geben, bis wir wissen, was passiert ist"

Die genauen Umstände des Todes von Böken sind bis heute ungeklärt. Am Rande der Aachener Gerichtsverhandlung stellte der Vater der Verstorbenen klar, dass es den Eltern bei ihrer Entschädigungsklage nicht um Geld gehe. "Wir wollen in erster Linie Klarheit haben", sagte Uwe Böken. "Wir werden nicht Ruhe geben, bis wir wissen, was passiert ist."

mia/AFP / AFP