HOME

"Hooligans gegen Salafisten": Demonstranten liefern sich Straßenschlacht mit Polizei

"Hooligans gegen Salafisten": In der Kölner Innenstadt ist die Polizei massiv gegen gewaltbereite rechtsextreme Demonstranten vorgegangen. Wasserwerfer und Pfefferspray kamen zum Einsatz.

Aggressive Stimmung: Gewaltbereite Demonstranten bei der Kundgebung "Hooligans gegen Salafisten"

Aggressive Stimmung: Gewaltbereite Demonstranten bei der Kundgebung "Hooligans gegen Salafisten"

Mit einem Großaufgebot ist die Polizei in Köln gegen gewaltbereite Demonstranten bei der Kundgebung "Hooligans gegen Salafisten" vorgegangen. Nach massiven Ausschreitungen wurden Wasserwerfer eingesetzt. Zuvor seien Flaschen, Steine und Feuerwerkskörper auf die Beamten geschleudert worden, sagte ein Polizeisprecher am Nachmittag. "Wir haben Pfefferspray, Schlagstöcke und Wasserwerfer im Einsatz und versuchen, die Lage unter Kontrolle zu kriegen." Trotz der Zwischenfälle wurde die Demonstration nicht abgebrochen.

Schätzungen zufolge hatten sich am Sonntagnachmittag nach einem Aufruf der rechtsextremen Partei Pro-NRW rund 2500 Hooligans aus Fangruppen verschiedener Fußballvereine aus ganz Deutschland am Kölner Hauptbahnhof versammelt, um gegen Islamisten zu demonstrieren. Zugleich kamen rund 500 Teilnehmer zu einer Gegendemo, unter ihnen die Kölner Band Brings.

"Ausländer raus"-Rufe

Reportern der Nachrichtenagentur DPA zufolge herrschte von Anfang an eine aggressive Stimmung, immer wieder wurden aus den Reihen der Hooligans "Ausländer-raus"-Rufe angestimmt. Nahe des Hauptbahnhofs wurden nach Angaben der Polizei zudem Brandsätze gezündet.

Aktivitäten der Gruppe "Hooligans gegen Salafisten", bei der auch Rechtsextreme mitmischen, werden von den Sicherheitsbehörden aufmerksam beobachtet. Ministerpräsidentin Hannelore Kraft (SPD) hatte sich vor der Demo besorgt gezeigt. Der Landeschef der Polizeigewerkschaft, Erich Rettinghaus, hatte davor gewarnt, dass gewaltbereite Fußball-Anhänger mit Kontakten in die rechtsextremistische Szene Ängste in der Bevölkerung bezüglich islamistischer Extremisten ausnutzten. Die Hooligans drängelten sich "in die Rolle der Gutmenschen", um mehr Anhänger zu mobilisieren". Bereits Ende September hatten Hooligans in Dortmund gegen den islamistischen Prediger Pierre Vogel protestiert.

Sichergestelit: T-Shirts mit dem Aufdruck "Hoolizei". Die Demo "Hooligans gegen Salafisten" hält die Kölner Polizei in Atem.

Sichergestelit: T-Shirts mit dem Aufdruck "Hoolizei". Die Demo "Hooligans gegen Salafisten" hält die Kölner Polizei in Atem.

dho/DPA/AFP / DPA