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"Kostbares Geschenk": Papst Benedikt XVI. verteidigt Zölibat

Angesichts der wachsenden Kritik am Zölibat im Zusammenhang mit dem Missbrauchskandal an katholischen Einrichtungen hat Papst Benedikt XVI. die Ehelosigkeit von Priestern verteidigt.

Angesichts der wachsenden Kritik am Zölibat im Zusammenhang mit dem Missbrauchskandal an katholischen Einrichtungen hat Papst Benedikt XVI. die Ehelosigkeit von Priestern verteidigt. Der "heilige Zölibat" sei ein "kostbares Geschenk" und "Zeichen der vollständigen Hingabe" an Gott, sagte Benedikt XVI. bei einem Treffen mit Teilnehmer einer Tagung der Kleruskongregation am Freitag im Vatikan. Die Kirche müsse an der Besonderheit des Priesteramtes festhalten und sich nicht den Moden der säkularisierten Gesellschaft unterwerfen.

Bei der Suche nach den Ursachen für sexuellen Missbrauch in der katholischen Kirche wird auch über einen Zusammenhang mit der priesterlichen Ehelosigkeit debattiert. Der Hamburger Weihbischof Hans-Jochen Jaschke sagte am Freitag im Deutschlandfunk, der Zölibat sei als solches nicht die Ursache. Allerdings könne die zölibatäre Lebensform Menschen anziehen, die "eine krankhafte Sexualität haben - und dann mag da eine Gefahrensituation gegeben sein". Im Inforadio des NDR plädierte Jaschke für einen offeneren Umgang mit Sexualität in der katholischen Kirche. Zölibatäres Leben "kann nicht heißen, dass man Sexualität unterdrückt oder verdrängt - man muss offensiv an diese Fragen herangehen".

AFP / AFP