HOME

"Phantom"-Fall von Heilbronn: Ermittler suchen nach verschwundener Frau

Der "Phantom"-Fall wird noch mysteriöser: Die toten Bankräuber, die in Besitz der Dienstwaffe der ermordeten Polizistin aus Heilbronn waren, haben in Zwickau mit einer Frau zusammengewohnt. Nach ihr wird jetzt intensiv gefahndet.

Auf der Suche nach den Polizistenmördern von Heilbronn fahndet die Polizei jetzt auch nach einer verschwundenen Frau aus Zwickau. Sie soll in dem sächsischen Ort zusammen mit zwei mutmaßlichen Bankräubern gewohnt haben. Die beiden Männer hatten sich am Freitag nach einem Überfall in Eisenach erschossen.

Bei den Toten fanden die Ermittler die Dienstwaffen der 2007 in Heilbronn getöteten Polizistin und ihres damals schwer verletzten Kollegen. Damit gibt es nach mehr als vier Jahren eine heiße Spur in dem als "Phantom"-Fall bekannt gewordenen Mord.

Haus der Gesuchten ist explodiert

Die Wohnung der mutmaßlichen Bankräuber und der Frau in Zwickau wurde durch eine Explosion zerstört. Die Gesuchte soll das Gebäude kurz vor der Detonation verlassen haben. Bislang seien noch keine Hinweise zum Aufenthaltsort der Frau eingegangen, sagte ein Polizeisprecher am Dienstag. Die beiden Männer hingegen wurden kurz nach der Tat am Freitag tot in einem brennenden Wohnmobil gefunden. Die Waffen, der Heilbronner Polizisten, lagen in dem ausgebrannten Fahrzeug.

Wie die beiden Männer im Zusammenhang mit dem Polizistenmord in Heilbronn stehen, ist nach Angaben der Polizei in Gotha noch nicht geklärt. Es werde nun versucht, die Spur der Dienstwaffen zurückzuverfolgen. Die in Heilbronn ermordete Polizistin stammte aus Thüringen. Ob es einen Zusammenhang zwischen der Herkunft der getöteten Beamtin und dem Fundort der Waffen gibt, ist ebenfalls unklar. Bei den beiden Toten in dem Wohnmobil in Eisenach handelt es sich nach Polizeiangaben um zwei Männer im Alter von 34 und 38 Jahren.

Wattestäbchen-Panne hielt Fahnder in Atem

Die 22-jährige Polizistin war am 25. April 2007 auf einer Heilbronner Festwiese durch einen Kopfschuss getötet worden. Ihr Kollege überlebte schwer verletzt, er lag wochenlang im Koma.

Bekannt wurde der Fall, der mehrfach die Sendung "Aktenzeichen XY" beschäftigte, auch durch eine Fahndungspanne: Monatelang suchten Ermittler nach einem Phantom. DNA-Spuren der unbekannten Frau waren an mehr als 35 Tatorten in Baden-Württemberg, Rheinland-Pfalz und im Saarland gefunden worden.

Im März 2009 räumten die Ermittler schließlich ein, dass die Spuren von einer Arbeiterin stammten, die mit den Taten nichts zu tun hatte. Sie war beim Verpacken mit den Wattestäbchen in Kontakt gekommen, die für die Spurensuche benutzt wurden.

swd/DPA / DPA