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"Ich bin der freie Herr Wolfgang": Mutter des erschossenen Polizisten weint bei provokantem Reichsbürgerauftritt

Aus dem Hinterhalt soll "Reichsbürger" Wolfgang P. im vergangen Herbst einen Polizisten erschossen haben. Vor Gericht will sich der "freie Herr Wolfgang" dazu nicht äußern. Ein Gutachter zeichnet das Bild eines Mannes, der in eine immer abstrusere Gedankenwelt abgleitet.

Ist des Mordes angeklagt: "Reichsbürger" Wolfgang P. aus Georgensmund

Ist des Mordes angeklagt: "Reichsbürger" Wolfgang P. aus Georgensmund

Gegenüber dem herausfordernd durch den Gerichtssaal blickenden mutmaßlichen Reichsbürger Wolfgang P. sitzt eine Frau und weint. Der Staatsanwalt berichtet gerade, wie eine von P. abgefeuerte Kugel über die linke Schulter in den Körper eines 32 Jahre alten Polizisten eindrang und dessen Lunge zerfetzte. Er war der Sohn der still trauernden Frau.

Für die Eltern und die Schwester des bei einer Waffenrazzia im vergangenen Oktober im fränkischen Georgensgmünd erschossenen jungen SEK-Polizisten sei eine Welt zusammen gebrochen, sagt Monika Goller. Sie vertritt die Familie im Mordprozess vor dem Landgericht Nürnberg-Fürth als Rechtsbeistand. P.s Auftritt am Dienstag vor Gericht macht es nicht leichter, diese Welt wieder zurecht zu rücken. Viel sagt der Angeklagte beim Prozessauftakt nicht. "Ich bin der freie Herr Wolfgang", gibt der 49-Jährige lediglich an. Und die Schilderungen des psychiatrischen Gutachters über ihn seien "weitgehendst richtig". Sonstige Angaben zur Person will er nicht machen - "weil ich nicht weiß, wie man mich hier nennt".

"Schwer zu ertragen" sei es laut Goller, wie der von sich selbst in dritter Person als "Wolfgang" sprechende Angeklagte sich im Gerichtssaal aufführe. "Er hat sich präsentiert, er hat sich zur Schau gestellt", sagt sie. Damit widerspricht sie Versuchen von P., über seine beiden forsch auftretenden Verteidiger jede Mordabsicht und auch seine Zugehörigkeit zu den sogenannten Reichsbürgern zu bestreiten. Eine reine "Schutzbehauptung" sei dies.

"Reichsbürger"-Fall könnte spannend werden

In dem vor Prozessbeginn noch eindeutig erscheinenden Fall könnte es allerdings spannend werden. Die Frage ist, ob das Gericht am Ende noch der Staatsanwaltschaft folgt und P. als Mörder sieht oder womöglich doch der Verteidigung, die die Schüsse auf das Sondereinsatzkommando als Notwehr bewertet wissen will.

Laut Staatsanwaltschaft ist der Fall klar. P. hängt nach ihrer Überzeugung der Idee der Reichsbürger an, die die Bundesrepublik und ihre Institutionen ablehnen. Weil ihm seine Waffen abgenommen werden sollten, soll er spätestens im August vergangenen Jahres und damit zwei Monate vor der Razzia geplant haben, möglichst viele Polizisten zu erschießen. Anschließend habe er sich ergeben und auf eine Notwehrsituation berufen wollen.

Nach Überzeugung der Verteidiger war es aber tatsächlich eine Notwehrsituation, die sich in dem Haus in Georgensgmünd zutrug. "Dilettantisch" sei die Polizei gewesen, sagt Verteidigerin Susanne Koller. Von drei Seiten sei das Haus mit einem Höllenlärm gestürmt worden. Für P. sei nicht zu erkennen gewesen, dass ihn Polizisten angriffen - deshalb habe er geschossen.

Die Verteidigung bewertet den Ablauf gänzlich anders als die Staatsanwaltschaft. Während diese glaubt, P. habe sich auf die Razzia vorbereitet, sieht die Verteidigung ein rein spontanes Handeln. Der Mann, in dessen Haus sich etwa 30 Waffen befanden, sei aus dem Schlaf gerissen worden und habe die seit Jahren unter seinem Kopfkissen liegende Pistole genommen. Dass er bei seiner Festnahme eine schusssichere Weste trug, erklärt die Verteidigerin damit, dass er diese nach den Schüssen angezogen habe.

Wolfgang P. "dachte, der Dritte Weltkrieg bricht aus"

Auch gegenüber dem Gerichtspsychiater Michael Wörthmüller schilderte P. den Ablauf so. Er habe gedacht, "dass der Dritte Weltkrieg ausbricht", und deshalb geschossen. Dass er bewusst Polizisten habe schädigen wollen, sei falsch. "Er hat nichts gegen Polizisten", sagte P. laut Wörthmüller in einem von vielen Untersuchungsgesprächen mit dem von ihm als zugewandt und freundlich beschriebenen Angeklagten.

Doch was führte überhaupt zu der tödlichen Eskalation? Wolfgang P. habe kein "unkompliziertes Leben" gehabt, berichtet Wörthmüller. Als er sieben Monate alt war, habe sich seine Mutter das Leben genommen. Noch immer habe er den Schrei seiner Oma im Ohr. Seine Mutter habe auch ihn mit Gift töten wollen - er habe sich aber "verweigert".

P. wächst bei seinen Großeltern auf, schließt die Realschule mit guten Leistungen ab. Eine Ausbildung zum Büromaschinen-Mechaniker bricht er kurz vor dem Abschluss ab. Er verdient damals bereits gut als Vermögensberater. Er fährt tolle Autos, beschäftigt zeitweise bis zu 30 freiberufliche Mitarbeiter. Er ist ein Lebemann, hat viele Freunde und Beziehungen. Mit seiner ersten Frau bekommt er einen Sohn. Die Ehe scheitert nicht zuletzt an einem Seitensprung der Frau.

2001 wirft ihn ein schwerer Verkehrsunfall aus der Bahn, berichtet der Gutachter. P. trägt schwere Hirnverletzungen davon, bekommt eine Zeit lang eine Berufsunfähigkeitsrente. Sein Geld verdient er dann als Kampfsport-Trainer. Nach und nach verändert sich das Weltbild von Wolfgang P. "Er beschäftigt sich mit Dingen in der Welt, die ihm ungewöhnlich erscheinen", sagt Wörthmüller. Sogenannte Chemtrails etwa - angeblich giftige Kondensstreifen von Flugzeugen am Himmel - oder das Finanzsystem sind wichtige Themen für ihn. 

Wolfgang P. hortete 1000 Liter Diesel im Keller

"Er hat 5000 Stunden mit Recherchen im Internet verbracht", sagt Wörthmüller. Dazu besucht P. Seminare und tauscht sich mit Gleichgesinnten aus - etwa mit dem ebenfalls als "Reichsbürger" bekannten Adrian U. aus Sachsen-Anhalt, der nur drei Monate vor P.s Tat ebenfalls auf Polizisten schießt.

Je mehr P. in diese Verschwörungstheorien eintaucht, desto größer werden seine Ängste. Er stellt sich auf einen Notfall ein, im Keller hortet er 1000 Liter Diesel, mittlerweile besitzt er an die 30 Waffen. Nach den Anschlägen in Ansbach und Würzburg hat er das Gefühl, die Bedrohung rücke immer näher an sein eigenes Haus heran. Dann kommt der Polizeieinsatz, der in einer Tragödie endet.

Das psychiatrische Gutachten könnte in dem Verfahren zentral werden. Dass P. ein "Querulant" sei, sagen auch seine Verteidiger. "Es ist der Eindruck einer Bestrafungsaktion eines Querulanten", sagt Anwältin Koller zu der Waffenrazzia. Sie sagt dies so überzeugt, als sei ihr Mandant das Opfer - doch nur wenige Meter entfernt sitzt die Mutter des getöteten Polizisten und weint.

fin / DPA / AFP
Oldtimer gekauft - bei Instandsetzung Unfallschäden entdeckt
Hallo, ich habe mir vor ein paar Wochen einen amerikanischen Oldtimer gekauft - ein Import aus den Staaten, bekam hier eine Vollabnahme und H-Gutachten. Aufgrund der Entfernung konnte ich den Wagen jedoch lediglich auf Fotomaterial besichtigen und auf den Fotos sah er aber sehr gut aus - hatte wenig Laufleistung und wurde auch beim Gespräch mit dem Verkäufer am Telefon mit einem guten Zustand beworben. Nach der Lieferung fielen mir dann sofort 2 Roststellen auf, wo ich mir noch sagte "Hey - das Auto ist 40 Jahre alt - darf es haben, also reparierst du es einfach". Bei der Reparatur stellen sich dann jedoch weitere Roststellen heraus, die sogar zur Demontage der Innenverkleidungen, Kotflügel und Windschutzscheibe führten. Aber Ok - altes Auto. Der Wagen ging daraufhin zum Lackierer und wurde dort weiter behandelt. Dabei kamen dann weitere Mängel zum Vorschein: Die Beifahrertüre wurde bereits im unteren Bereich dick mit Spachtel überzogen - die Unterkante wurde ausgetauscht und von innen nicht versiegelt - das Blech rostete durch. Jedoch war das gesamte untere Türdrittel komplett verbeult - dazu braucht es schon einen recht großen Hammer. Ca. 8mm dicke Spachtelbrocken musste ich abschlagen. An einer Stelle wurde das Blech der Seitenwand bereits ausgetauscht. Durch die schlechte Arbeit waren Blechteile vollständig durchrostet. Auf der anderen Seitenwand hatte der Wagen einen weiteren Treffer kassiert - das Blech war eingedrückt und wurde mit massig Spachtel übergetüncht. Von außen nur anhand sehr schlechtem Lackbildes zu sehen und von innen sind deutlich Schweißpunkte vom Blechzughammer erkennbar. Auch die Seitenscheiben waren stümperhaft montiert. Diese wurden nicht mit Scheibenkleber, sondern einer kaugummiartigen Substanz montiert und fielen bei der Demontage der Zierleisten dem Lackierer bereits entgegen. Laut Verkäufer wurden die Seitenwände zwar überlackiert (was man auch sehen konnte), ein Grund wurde jedoch nicht genannt - angeblich schlechter Lack oder Kratzer. Nun meine Frage: Im Kaufvertrag ist der Wagen wie folgt beschrieben: "Keine Unfallschäden laut Vorbesitzer" "Dem Verkäufer sind auf andere Weise keine Unfallschäden bekannt" Weitere Regelungen gibt es im Kaufvertrag nicht. Durch die Beseitigung der Durchrostungen an den unfachmännisch ausgeführten Blech- und Spachtelarbeiten ist der Preis für die Lackierung deutlich gestiegen. Kann man beim Verkäufer hierfür mitunter Schadensersatz geltend machen? Gekauft wurde das Fahrzeug Mitte Dezember 2018, geliefert in der 2ten KW im Januar. Danke im Voraus für eure Antworten.
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