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"Schwarze Witwe": Verteidiger fordert mildes Urteil für Komplizen

Der Verteidiger des Mitangeklagten im Prozess gegen die sogenannte Schwarze Witwe hat für ein mildes Urteil plädiert: Weil der 53-Jährige die Tötung von vier wohlhabenden Rentnern gestanden hat und Reue zeigt, fordert er, unter dem geforderten Strafmaß von 15 Jahren zu bleiben.

Im Prozess gegen die "Schwarze Witwe" hat der Verteidiger des mitangeklagten Siegmund Sch. für ein mildes Urteil plädiert. Der Anwalt Markus Fischer appellierte an die Strafkammer des Landgerichts Göttingen, unter dem vom Staatsanwalt geforderten Strafmaß von 15 Jahren zu bleiben.

Der 53-Jährige habe vor einem Jahr die Tötung von vier wohlhabenden Rentnern aus eigenem Antrieb gestanden und zeige aufrichtige Reue, sagte Fischer in seinem Plädoyer. "Herr Sch. hat nur ein Ziel: Er möchte die Wahrheit sagen und sein Gewissen erleichtern", betonte der Verteidiger. Die Taten habe der Hilfsarbeiter im Auftrag der 69-jährigen Hauptangeklagten Lydia L. und ohne eigene Motive begangen.

Die psychologischen Gutachter hatten "Siggi" Sch. eine extreme Hörigkeit gegenüber Lydia L. attestiert und eine verminderte Schuldfähigkeit nicht ausgeschlossen. Die Staatsanwaltschaft wirft beiden vor, zwischen 1994 und 2000 vier Rentner getötet zu haben. Dabei habe Lydia L. den Männern heimlich Beruhigungsmittel gegeben und der Komplize diese dann erstickt.

Der Staatsanwalt hat für Lydia L. eine lebenslange Freiheitsstrafe wegen vierfachen Mordes und für "Siggi" Sch. 15 Jahre Haft für drei Morde und einen Totschlag gefordert. Die 69-Jährige aus Bodenfelde im Kreis Northeim bestreitet die Verbrechen. Ihr Verteidiger hat bereits angekündigt, er werde Freispruch beantragen. Das Urteil soll am Donnerstag gesprochen werden.

AP / AP
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