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"Trolling" wegen Jane-Austen-Schein: Paar muss wegen Beleidigungen bei Twitter in Haft

Zum ersten Mal müssen zwei Menschen ins Gefängnis, weil sie über Twitter Drohungen und obszöne Beleidigungen verbreitet haben. Anlass war das Porträt von Jane Austen auf der Zehn-Pfund-Note.

Der Schein des Anstoßes: So oder so ähnlich wird ein neuer Zehn-Pfund-Schein in Großbritannien aussehen. Mit Jane Austin ist erstmals eine Frau auf ihm porträtiert.

Der Schein des Anstoßes: So oder so ähnlich wird ein neuer Zehn-Pfund-Schein in Großbritannien aussehen. Mit Jane Austin ist erstmals eine Frau auf ihm porträtiert.

Zwölf, beziehungsweise acht Wochen müssen eine Britin und ihr Lebensgefährte in einer Haftanstalt absitzen. Sie hatten eine bekannte Feministin über das soziale Netzwerk Twitter obszön beschimpft und bedroht. Dies berichten mehrere britische Medien unter Berufung auf die Nachrichtenagentur Associated Press. Die 23-jährige Isabella Sorley und ihr zwei Jahre älterer Partner John Nimbo hatten sich zuvor schuldig bekannt, vulgäre und drohende Nachrichten an Aktivistin Caroline Criado-Perez gesendet zu haben. Die bekannte Feministin hatte sich dafür eingesetzt, dass mit der Autorin Jane Austen zum ersten Mal eine Frau auf einem britischen Zehn-Pfund-Geldschein abgedruckt wird - abgesehen von der britischen Königin, die jeden Geldschein ziert.

Criado-Perez war zwar nicht bei der Urteilsverkündung anwesend, zeigte sich jedoch froh darüber, dass das Gericht verstanden habe, "wie entsetzlich und erschreckend diese Erfahrung für mich war". Sie war eine der Frauen, die sich im vergangenen Sommer an die Öffentlichkeit wandten, nachdem sie sexuell anzügliche Nachrichten von sogenannten Trollen erhalten hatten - Menschen, die anonym Mobbing im Internet betreiben.

Im Zuge dieses Vorfalls hatte sich Twitter-Geschäftsführer Tony Wang im August 2013 mit einem Tweet an die Öffentlichkeit gewandt: "Ich entschuldige mich persönlich bei den Frauen, die Beschimpfungen bei Twitter erhalten haben und für das, was sie durchmachen mussten."

Gleichzeitig hatte Twitter es seinen Usern einfacher gemacht, beleidigende Nachrichten zu melden, damit sie von dem Unternehmen gelöscht werden können. Wangs Nachricht rief jedoch sehr unterschiedliche Reaktionen hervor. Einige User sahen die Entschuldigung als einen mutigen Schritt an, andere sprachen von Zensur oder bemängelten, dass nur Frauen als Opfer von Mobbing bei Twitter angesprochen wurden.

ono
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