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16 Jahre unschuldig im Gefängnis: US-Häftling erhält zehn Millionen Dollar Entschädigung

1995 wurde Jabbar Collins wegen Mordes verurteilt. Im Gefängnis studierte er Jura und entdeckte Ungereimtheiten in seinem Fall. Nach dem Freispruch erhält er nun zehn Millionen Dollar Entschädigung.

Auch die New York Post berichtete über den spektakulären Fall des 42-jährigen New Yorkers Jabber Collins

Auch die New York Post berichtete über den spektakulären Fall des 42-jährigen New Yorkers Jabber Collins

Jabbar Collins will Urlaub machen. Einfach wegfahren, "irgendwo in die Tropen" mit seinen drei Kindern im Alter von 22 bis 26 Jahren. Der 42-Jährige hat die Vereinigten Staaten von Amerika noch nie verlassen. 1995 war der Afroamerikaner in New York zu einer langen Haftstrafe verurteilt worden. Ein Gericht in Manhattan sah es damals als erwiesen an, dass er im Februar 1994 einen Rabbi im Stadtteil Brooklyn getötet hatte. 16 Jahre lang saß er im Gefängnis, bis das Urteil 2010 aufgehoben wurde.

Fast zwei Jahrzehnte nach seiner unrechtmäßigen Verurteilung wegen Mordes hat Collins nun Gerechtigkeit bekommen und erhält knapp zehn Millionen Dollar (7,5 Millionen Euro) Entschädigung von der Stadt. 600.000 Dollar pro Jahr im Gefängnis - diese Summe wurde nun in einem Vergleich festgelegt, durch den ein Rechtsstreit zwischen Collins und der Stadt New York beigelegt wurde. Durch eine ähnliche außergerichtliche Einigung hatte Collins zuvor bereits drei Millionen Dollar vom Bundesstaat New York erhalten.

Collins kontaktierte die angeblichen Zeugen

Das Gericht stützte sich bei Collins' Verurteilung 1995 hauptsächlich auf Zeugenaussagen. Sie hatten angegeben, seine Flucht vom Tatort beobachtet zu haben. Collins hatte während der Haft Jura studiert. Er begann, die damaligen Zeugen aufzuspüren - und stieß auf Ungereimtheiten bei ihren Aussagen. Ein Zeuge gab zu, vom Bezirksstaatsanwalt bestochen worden zu sein, zwei weitere erzählten ihm, sie seien von Rechtsanwälten des Staatsanwalt-Büros bedroht worden. Zudem fand er heraus, dass einer der Zeugen seine Aussage noch vor dem Prozess zurückgezogen hatte. Collins' Verteidiger war darüber aber nicht informiert worden.

Kate O'Brien Ahlers, Justiz-Sprecherin der Stadt, bestätigte nun: "Das Büro des Bezirksstaatsanwalts hat eingeräumt, dass entlastendes Beweismaterial von Herrn Collins 1995 vor Gericht einbehalten wurde." Die Verurteilung "ergab sich aus Verstößen gegen seine verfassungsmäßigen Rechte".

40 Millionen Dollar für fünf unschuldige Männer

Collins hatte während seiner Gefängnisstrafe Beschwerde gegen die Verurteilung eingereicht, das Urteil war von Bundesrichterin Dora Irizarry kassiert worden. Diese sprach von "beschämendem" Fehlverhalten der Staatsanwaltschaft. Das gab auch die Stadt nun zu. "Nach der Auswertung der Ansprüche und der speziellen Umstände des Falls von Herrn Collins glauben wir, dass die Entschädigung fair und im besten Interesse New Yorks ist", sagte Ahlers.

Collins sagte in einer Erklärung, ihm sei es vor allem darum gegangen, die "illegalen Praktiken der Staatsanwaltschaft aufzudecken" und seine Unschuld zu beweisen. Das Geld sei Ausgleich für die verlorenen Jahre im Gefängnis und das Leid, das ihm und seiner Familie angetan worden sei. "Ich habe einige meiner besten Jahre im Gefängnis verloren und beginne mein Leben jetzt neu als Mann mittleren Alters. Zum ersten Mal seit 20 Jahren muss ich jetzt nicht mehr morgens aufwachen, um zu kämpfen", sagte der 42-Jährige der Zeitung "New York Daily News".

Der Fall Collins ist nicht die erste hohe Entschädigungszahlung der Stadt New York in diesem Jahr. Bereits im Juni hatten sich fünf schwarze und hispanische Männer, die irrtümlicherweise wegen der Vergewaltigung einer weißen Investmentbankerin im Central Park verurteilt worden waren, mit der Stadt auf eine Entschädigung von insgesamt 40 Millionen Dollar geeinigt.

nck/AFP / AFP
Oldtimer gekauft - bei Instandsetzung Unfallschäden entdeckt
Hallo, ich habe mir vor ein paar Wochen einen amerikanischen Oldtimer gekauft - ein Import aus den Staaten, bekam hier eine Vollabnahme und H-Gutachten. Aufgrund der Entfernung konnte ich den Wagen jedoch lediglich auf Fotomaterial besichtigen und auf den Fotos sah er aber sehr gut aus - hatte wenig Laufleistung und wurde auch beim Gespräch mit dem Verkäufer am Telefon mit einem guten Zustand beworben. Nach der Lieferung fielen mir dann sofort 2 Roststellen auf, wo ich mir noch sagte "Hey - das Auto ist 40 Jahre alt - darf es haben, also reparierst du es einfach". Bei der Reparatur stellen sich dann jedoch weitere Roststellen heraus, die sogar zur Demontage der Innenverkleidungen, Kotflügel und Windschutzscheibe führten. Aber Ok - altes Auto. Der Wagen ging daraufhin zum Lackierer und wurde dort weiter behandelt. Dabei kamen dann weitere Mängel zum Vorschein: Die Beifahrertüre wurde bereits im unteren Bereich dick mit Spachtel überzogen - die Unterkante wurde ausgetauscht und von innen nicht versiegelt - das Blech rostete durch. Jedoch war das gesamte untere Türdrittel komplett verbeult - dazu braucht es schon einen recht großen Hammer. Ca. 8mm dicke Spachtelbrocken musste ich abschlagen. An einer Stelle wurde das Blech der Seitenwand bereits ausgetauscht. Durch die schlechte Arbeit waren Blechteile vollständig durchrostet. Auf der anderen Seitenwand hatte der Wagen einen weiteren Treffer kassiert - das Blech war eingedrückt und wurde mit massig Spachtel übergetüncht. Von außen nur anhand sehr schlechtem Lackbildes zu sehen und von innen sind deutlich Schweißpunkte vom Blechzughammer erkennbar. Auch die Seitenscheiben waren stümperhaft montiert. Diese wurden nicht mit Scheibenkleber, sondern einer kaugummiartigen Substanz montiert und fielen bei der Demontage der Zierleisten dem Lackierer bereits entgegen. Laut Verkäufer wurden die Seitenwände zwar überlackiert (was man auch sehen konnte), ein Grund wurde jedoch nicht genannt - angeblich schlechter Lack oder Kratzer. Nun meine Frage: Im Kaufvertrag ist der Wagen wie folgt beschrieben: "Keine Unfallschäden laut Vorbesitzer" "Dem Verkäufer sind auf andere Weise keine Unfallschäden bekannt" Weitere Regelungen gibt es im Kaufvertrag nicht. Durch die Beseitigung der Durchrostungen an den unfachmännisch ausgeführten Blech- und Spachtelarbeiten ist der Preis für die Lackierung deutlich gestiegen. Kann man beim Verkäufer hierfür mitunter Schadensersatz geltend machen? Gekauft wurde das Fahrzeug Mitte Dezember 2018, geliefert in der 2ten KW im Januar. Danke im Voraus für eure Antworten.