HOME

True Crime : Jugendlicher riss Frau das Herz heraus und trank ihr Blut: Doku zeigt noch immer entsetzte Ermittler

Der 17-jährige Matthew H. hat im November 2001 eine Frau getötet und ihr Blut getrunken. Erst als sie das Zimmer des Täters durchsuchten, verstanden die Beamten den Hintergrund der Tat. 

Ein in schwarz gekleideter junger Mann steht von hinten allein an einer Straße

Matthew H. tötete seine Nachbarin, indem er in ihr Haus einbrach und sie erstach (Symbolbid) 

Getty Images

Mabel L., eine kleine Frau mit weißem Lockenkopf, saß gerade vor dem Fernseher, als Matthew H. sie tötete. Die 90-jährige Witwe war schwerhörig. Sie hörte weder den Einbruch noch die Schritte hinter sich. Matthew H. stach ihr mit dem Messer in den Rücken, 22 Mal. Dabei beließ er es nicht. Mit dem Messer schnitt er ihr einen Teil des Herzens aus dem Brustkorb. Das fließende Blut fing er in einer Pfanne auf. So zumindest berichten es Dokumentationen wie die neue Serie "Kids who kill", "Kinder, die töten", des britischen Channel 5.

Der Sender erzählt seit Ende März in Episoden von den brutalsten mordenden Kindern und Jugendlichen Großbritanniens. Matthew H. ist einer von ihnen. Die Episode über den Fall wurde bisher nur beworben, doch sein Name ist in den britischen Medien kein unbekannter. Seit er 2002 verurteilt wurde, wurden unzählige Berichte über die Tat veröffentlicht. Auch die kürzlich erschienene Dokumentation "The man who stole a heart", "Der Mann, der ein Herz stahl", des britischen Senders RDF-TV handelt von ihm. Davon, wie er eine 90-jährige, alleinstehende Frau ermordete.

Zwei Tage nach der Tat entdeckten Polizisten demnach den Leichnam der Frau. In der Wohnung, in der sie seit mehr als 50 Jahren gewohnt hatte. Niemand konnte sich zu diesem Zeitpunkt erklären, welcher Mensch ein Interesse daran gehabt haben könnte, diese Frau zu töten. Doch noch etwas anderes gab den Ermittlern Rätsel auf: Neben der Leiche der Frau entdeckten sie eine Pfanne. "An dieser Pfanne war erkennbar, dass jemand Blut hineingefüllt hatte. Aber wir konnten nicht herausfinden, wohin es verschwunden war. Es war nicht im Waschbecken, nicht in der Toilette", berichtet der damals ermittelnde Forensiker Tom Brimley in der RDF-TV-Doku. Schließlich kamen die Ermittler zu der einzigen logischen Schlussfolgerung: Jemand musste das Blut getrunken haben. Aber wer würde so etwas tun? 

Täterprofil: Ein als Sonderling geltender junger, schizophrener Mensch 

Bei der Spurensicherung stießen die Ermittler auf die Abdrücke von Sportschuhen, schließlich auch auf DNA-Spuren. Blut klebte an einer zerbrochenen Fensterscheibe. Kriminalpsychologen erstellten ein Profil des Mörders. Sie vermuteten hinter der Tat einen als Sonderling geltenden, schizophrenen, jungen Menschen, der alleine oder bei seinen Eltern wohnte.

Die Sätze einer Austauschschülerin führten die Beamten schließlich auf die Spur von Matthew H. Die Deutsche berichtete, er habe sie darum gebeten, sie in den Nacken beißen zu dürfen. Er sei davon überzeugt, dass sie ein Vampir sei. Die Beamten statteten Matthew H. einen Besuch ab und baten darum, seine Schuhe zu sehen. Einer der Ermittler entdeckte sofort den Markenschuh mit dem auffälligen Profil. Es sah dem Abdruck am Tatort ähnlich. Der Verdacht gegen den Jugendlichen erhärtete sich. Sie nahmen seine DNA-Probe und verglichen sie mit der des Täters. Spätestens jetzt waren sie sicher: Matthew H. hatte die Frau getötet. 

Bei einer Durchsuchung seines Zimmers entdeckten die Beamten die Tatwaffe in einer Jackentasche: ein langes dünnes Messer in genau der Form, nach der die Polizisten gesucht hatten. An der Klinge war das Blut der Frau nachweisbar. Doch noch etwas erregte ihre Aufmerksamkeit: Bücher und Videos über Vampire. Darüber, wie Vampire Blut trinken, um unsterblich zu werden. Die Beamten begannen zu verstehen, was es mit der Pfanne und dem verschwundenen Blut auf sich hatte.

FBI-Beamte beschlagnahmen tausenden Schutzmasken von einem mann in Brooklyn.

Der Jugendliche schien Vampire für real zu halten, war laut den Ermittlern "besessen von ihnen". So besessen, dass er selbst einer werden wollte. Den Mord bestreitet er bis heute. Doch die Beweise sprechen gegen ihn. Matthew H. wurde zu einer lebenslänglichen Haftstrafe von mindestens zwölf Jahren verurteilt. Der Jugendliche, der unsterblich werden wollte, wird nun vermutlich die meiste Zeit seines restlichen Lebens hinter Gittern verbringen.

Quellen: Channel 5RDF-TV-Dokumentation

ame
Themen in diesem Artikel