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30 Jahre nach Tat: 18-Jährige vergewaltigt und ermordet - Täter aus DDR-Zeit verurteilt

Der Mord an Heike Wunderlich vor mehr als 30 Jahren ist aufgeklärt. Davon ist ein Gericht in Zwickau überzeugt und verurteilt einen 62 Jahre alten Mann zur lebenslanger Haft. Das Urteil löst Erleichterung bei der Familie des Opfers aus.

Der Angeklagte Helmut S. sitzt im Landgericht in Zwickau

Der Angeklagte Helmut S. sitzt im Landgericht in Zwickau 

Sobald der Richter das Urteil gesprochen hat, fallen sich Frank und Günther Wunderlich mit Tränen in den Augen in die Arme. Mehr als 30 Jahre nach dem Sexualmord an ihrer Schwester verhängt das Landgericht Zwickau am Mittwoch eine lebenslange Freiheitsstrafe gegen den Täter. Nach 43 Verhandlungstagen gilt als erwiesen, dass Helmut S. am 9. April 1987 die damals 18 Jahre alte Heike Wunderlich vergewaltigt und getötet hat. "Wir sind erleichtert. Wir hatten keine Zweifel daran, dass er das war", sagt Frank Wunderlich.

Beim Urteil geht ein lautes Raunen durchs Publikum. Wegen der Brutalität der Tat stellt die Schwurgerichtskammer die besondere Schwere der Schuld fest. Damit wird eine vorzeitige Haftentlassung für den 62-jährigen Mann aus dem thüringischen Gera erschwert.

Juristische Zeitreise

Mit dem Strafmaß folgt das Gericht den Anträgen von Staatsanwaltschaft und Nebenklage. Verurteilt wird der gebürtige Zwickauer nach dem zum Zeitpunkt der Tat geltenden DDR-Recht. Es sei eine juristische Zeitreise, sagt der Vorsitzende Richter Klaus Hartmann. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig. Die Verteidigung, die einen Freispruch gefordert hatte, hat die Prüfung einer Revision angekündigt.

"Die Gerechtigkeit hat einen langen Atem", stellt Hartmann bei seiner Urteilsbegründung fest. Der Rechtsfrieden sei nur mit diesem Urteil herzustellen. Die Vergewaltigung bezeichnete er als drastisch, die Tötung werten die Richter als Verdeckungsmord. Die Platzierung einer Eine-Mark-Münze in der Vagina als Abschlusshandlung nennt Hartmann eine Verhöhnung des Opfers und abscheulichen Umstand, der sich strafverschärfend ausgewirkt habe.

"Jetzt können wir der Mutter endlich sagen, die Strafe, die möglich war, kriegt er jetzt", sagt Frank Wunderlich erleichtert. Mutter Annerose war aus gesundheitlichen Gründen an keinem Verhandlungstag anwesend, Vater Siegfried war im Verlauf des Prozesses verstorben.

DNA am Drosselwerkzeug gefunden

Der Verurteilte folgt den fast einstündigen Ausführungen mit gesenktem Kopf und nickt vorübergehend sogar weg. Ihm wird vom Richter dennoch attestiert, trotz seiner Einschränkungen durch einen 2012 erlittenen Schlaganfall vor Gericht seine Aufnahmefähigkeit unter Beweis gestellt zu haben. Nach Überzeugung der Kammer ist er daher kein bloßes, wehrloses Objekt der Strafverfolgung.

Nach Auffassung des Gerichts ist die Spur "29.1.19" Kernpunkt des Indizienprozesses gewesen, die letztlich zur Verurteilung geführt hat. Hinter der Bezeichnung verbirgt sich die DNA-Spur des gebürtigen Zwickauers. Diese war im Knoten des als Drosselwerkzeug benutzten BH des Opfers gefunden worden. Es gebe keinen Grund, den Indizienwert zu relativieren, betont der Richter. Die Zweifel, die es in Bezug auf die Schuld des Angeklagten hätte geben können, habe der Richter aus der Welt geschafft, meint Frank Wunderlich. 

Tatortsicherung und Lagerung der Beweise fehlerhaft

Doch trotz des mehr als acht Monate dauernden Prozesses mit einer auch nach Auffassung der Verteidigung ausführlichen Beweisaufnahme konnten zahlreiche Fragen nicht geklärt werden. So bleibt offen, wie sich Täter und Opfer begegnet sind. Auch, warum Helmut S. als verurteilter Krimineller nicht in den 14 Komplexen möglicher Tatverdächtiger auftauchte, ist unklar. Chefermittler Enrico Petzold hatte zugegeben, dass der Frührentner nicht auf dem Radar der Kriminalisten und der Treffer in der DNA-Datenbank nur ein Zufall war. "Er war nicht auf dem Schirm", so der Kriminalhauptkommissar. 

Die Verteidiger hatten moniert, dass die Tatortsicherung und die Lagerung der Beweise nach heutigen Maßstäben unprofessionell gewesen sei. So fehlten die Münze aus dem Opfer, es gebe keine Blutprobe von Heike Wunderlich und Filmaufnahmen vom Tatort seien nicht auffindbar gewesen.

Mordfall Anke Hübschmann: Überwachungskamera zeigt Verdächtigen am Tatort
ivi/Martin Kloth und Claudia Drescher / DPA
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Oldtimer gekauft - bei Instandsetzung Unfallschäden entdeckt
Hallo, ich habe mir vor ein paar Wochen einen amerikanischen Oldtimer gekauft - ein Import aus den Staaten, bekam hier eine Vollabnahme und H-Gutachten. Aufgrund der Entfernung konnte ich den Wagen jedoch lediglich auf Fotomaterial besichtigen und auf den Fotos sah er aber sehr gut aus - hatte wenig Laufleistung und wurde auch beim Gespräch mit dem Verkäufer am Telefon mit einem guten Zustand beworben. Nach der Lieferung fielen mir dann sofort 2 Roststellen auf, wo ich mir noch sagte "Hey - das Auto ist 40 Jahre alt - darf es haben, also reparierst du es einfach". Bei der Reparatur stellen sich dann jedoch weitere Roststellen heraus, die sogar zur Demontage der Innenverkleidungen, Kotflügel und Windschutzscheibe führten. Aber Ok - altes Auto. Der Wagen ging daraufhin zum Lackierer und wurde dort weiter behandelt. Dabei kamen dann weitere Mängel zum Vorschein: Die Beifahrertüre wurde bereits im unteren Bereich dick mit Spachtel überzogen - die Unterkante wurde ausgetauscht und von innen nicht versiegelt - das Blech rostete durch. Jedoch war das gesamte untere Türdrittel komplett verbeult - dazu braucht es schon einen recht großen Hammer. Ca. 8mm dicke Spachtelbrocken musste ich abschlagen. An einer Stelle wurde das Blech der Seitenwand bereits ausgetauscht. Durch die schlechte Arbeit waren Blechteile vollständig durchrostet. Auf der anderen Seitenwand hatte der Wagen einen weiteren Treffer kassiert - das Blech war eingedrückt und wurde mit massig Spachtel übergetüncht. Von außen nur anhand sehr schlechtem Lackbildes zu sehen und von innen sind deutlich Schweißpunkte vom Blechzughammer erkennbar. Auch die Seitenscheiben waren stümperhaft montiert. Diese wurden nicht mit Scheibenkleber, sondern einer kaugummiartigen Substanz montiert und fielen bei der Demontage der Zierleisten dem Lackierer bereits entgegen. Laut Verkäufer wurden die Seitenwände zwar überlackiert (was man auch sehen konnte), ein Grund wurde jedoch nicht genannt - angeblich schlechter Lack oder Kratzer. Nun meine Frage: Im Kaufvertrag ist der Wagen wie folgt beschrieben: "Keine Unfallschäden laut Vorbesitzer" "Dem Verkäufer sind auf andere Weise keine Unfallschäden bekannt" Weitere Regelungen gibt es im Kaufvertrag nicht. Durch die Beseitigung der Durchrostungen an den unfachmännisch ausgeführten Blech- und Spachtelarbeiten ist der Preis für die Lackierung deutlich gestiegen. Kann man beim Verkäufer hierfür mitunter Schadensersatz geltend machen? Gekauft wurde das Fahrzeug Mitte Dezember 2018, geliefert in der 2ten KW im Januar. Danke im Voraus für eure Antworten.
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