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Nach sieben Monaten Junge Frau bringt eigenen Discoschläger zur Strecke


Weil sie einem Mann einen Korb gab, wurde eine 19-Jährige in München ins Gesicht getreten. Sie erlitt bleibende Schäden und machte sich mit ihrer Mutter selbst auf die Suche nach dem Täter - nach sieben Monaten hat sie Erfolg.
Von Thomas Krause

Es war eine Szene, wie sie sich wohl jedes Wochenende tausendfach in deutschen Clubs abspielt: Ein Mann flirtet eine Frau an - und bekommt einen Korb. Doch an einem Februar-Wochenende in München hat diese Geschichte für eine 19-Jährige ein böses Nachspiel. Nachdem sie mit einer Freundin den Club in den Optimolwerken verlassen hat, trifft sie gegen drei Uhr morgens am Orleansplatz den Mann und dessen zwei Begleiter wieder. Wohl, weil sie den Mann noch einmal abweist, stößt er sie zu Boden und tritt ihr ins Gesicht, berichtet die Polizei. Dann fliehen die Drei unerkannt.

Die junge Frau erleidet mehrere Brüche im Gesicht. Trotz langwieriger Behandlung bleibt ihr eine lokale Gesichtslähmung: Der Tritt hat Nervenbahnen beschädigt. Die Polizei kann den Täter nicht finden. Doch die junge Frau und ihre Mutter wollen sich damit nicht zufriedengeben - und machen sich auf eigene Faust auf die Suche. Jeden Freitag und jeden Samstag besuchen die beiden Frauen den Club, in dem Täter und Opfer sich kennengelernt hatten, und halten nach dem Mann Ausschau. Woche für Woche. Monat für Monat - ohne Erfolg. Bis zum letzten Oktoberwochenende. Sieben Monate nach der Tat erkennt die 19-Jährige den Mann unter den Feiernden wieder. Ihre Mutter alarmiert umgehend die Polizei. Noch im Club wird der 35-jährige festgenommen. Er ist für die Polizei kein Unbekannter.

Haft statt Club

Dass er sich so lange nicht in dem Club blicken ließ, hatte einen einfachen Grund. Wegen einer anderen Körperverletzung saß er eine mehrmonatige Haftstrafe ab. Kurz, nachdem er wieder auf freien Fuß gesetzt wurde, ging er wieder im selben Club in den Münchener Optimolwerken feiern. Doch auf die nächste Party und den nächsten Flirt wird er ein wenig warten müssen. Am Freitag hat der Ermittlungsrichter gegen den Tatverdächtigen Haftbefehl erlassen.


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