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50 Tage vor WM-Start: Straßenschlachten an der Copacabana

Brasiliens Metropole Rio de Janeiro wird von Krawallen zwischen Demonstranten und der Polizei erschüttert. Ein 30 Jahre alter Mann stirbt bei Straßenschlachten an der legendären Copacabana.

In genau 50 Tagen eröffnet die brasilianische Nationalmannschaft in Rio de Janeiro gegen Kroatien die Fußball-WM. Doch da, wo dann Fans aus aller Welt fröhlich feiern sollen, toben aktuell Straßenschlachten. Im legendären Stadtteil Copacabana kam es am Dienstag zwischen Demonstranten und der Polizei zu heftigen Auseinandersetzungen. Dabei sei ein Mann erschossen worden, teilte die Stadtverwaltung nach Angaben brasilianischer Medien mit.

Der etwa 30 Jahre alte Mann sei mit einem Kopfschuss ins Krankenhaus gebracht worden und dort gestorben. Ein Korrespondent der Nachrichtenagentur AFP berichtete von Barrikaden aus brennenden Reifen und Schüssen. Zwei Hauptdurchfahrtsstraßen durch den wegen seines langen Sandstrandes bei Touristen und Einheimischen beliebten Stadtteil mussten geschlossen werden.

Tod eines Tänzers als Auslöser

Die Demonstranten wollten gegen Polizeigewalt demonstrieren. Auslöser der Proteste war der Tod eines 25-jährigen Berufstänzers. Dessen Leiche wurde in einem Schulgebäude in der Favela Pavão-Pavãozinho gefunden, die zwischen den Vierteln Copacabana und Ipanema liegt. Die genauen Umstände seines Todes sind nach Polizeiangaben noch unklar. Medienberichten zufolge wurde er aber von Sicherheitskräften getötet, die ihn fälschlicherweise für einen Drogenhändler hielten.

Die brasilianische Polizei geht im Vorfeld der Weltmeisterschaft in den Armenvierteln von Rio de Janeiro verstärkt gegen Kriminelle und Drogenbanden vor. Bei den vielfach mit harter Hand geführten Aktionen kommen immer wieder Unbeteiligte zu Tode. Die Viertel Copacabana und Ipanema liegen in Rios Südzone und gehören zu den reichsten Stadtteilen der Stadt.

nck/AFP/DPA / DPA