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50 Tage vor WM-Start: Straßenschlachten an der Copacabana

Brasiliens Metropole Rio de Janeiro wird von Krawallen zwischen Demonstranten und der Polizei erschüttert. Ein 30 Jahre alter Mann stirbt bei Straßenschlachten an der legendären Copacabana.

In genau 50 Tagen eröffnet die brasilianische Nationalmannschaft in Rio de Janeiro gegen Kroatien die Fußball-WM. Doch da, wo dann Fans aus aller Welt fröhlich feiern sollen, toben aktuell Straßenschlachten. Im legendären Stadtteil Copacabana kam es am Dienstag zwischen Demonstranten und der Polizei zu heftigen Auseinandersetzungen. Dabei sei ein Mann erschossen worden, teilte die Stadtverwaltung nach Angaben brasilianischer Medien mit.

Der etwa 30 Jahre alte Mann sei mit einem Kopfschuss ins Krankenhaus gebracht worden und dort gestorben. Ein Korrespondent der Nachrichtenagentur AFP berichtete von Barrikaden aus brennenden Reifen und Schüssen. Zwei Hauptdurchfahrtsstraßen durch den wegen seines langen Sandstrandes bei Touristen und Einheimischen beliebten Stadtteil mussten geschlossen werden.

Tod eines Tänzers als Auslöser

Die Demonstranten wollten gegen Polizeigewalt demonstrieren. Auslöser der Proteste war der Tod eines 25-jährigen Berufstänzers. Dessen Leiche wurde in einem Schulgebäude in der Favela Pavão-Pavãozinho gefunden, die zwischen den Vierteln Copacabana und Ipanema liegt. Die genauen Umstände seines Todes sind nach Polizeiangaben noch unklar. Medienberichten zufolge wurde er aber von Sicherheitskräften getötet, die ihn fälschlicherweise für einen Drogenhändler hielten.

Die brasilianische Polizei geht im Vorfeld der Weltmeisterschaft in den Armenvierteln von Rio de Janeiro verstärkt gegen Kriminelle und Drogenbanden vor. Bei den vielfach mit harter Hand geführten Aktionen kommen immer wieder Unbeteiligte zu Tode. Die Viertel Copacabana und Ipanema liegen in Rios Südzone und gehören zu den reichsten Stadtteilen der Stadt.

nck/AFP/DPA / DPA
Auf welche Rechtsgrundlage beziehen sich die Münchner Finanzämter im jüngsten Steuerskandal?
Gestern in Report: Münchener Mittelständler, die zum Beispiel Werbung bei Google gekauft haben, sollen auf gezahlte Werbung bei Google eine Quellensteuer von 15 Prozent zahlen, und zwar zunächst rückwirkend für die Jahre 2012 und 2013. Das Geld, so die Betriebsprüfer des Finanzamts München, könnten sich die Steuer ja von Google zurückholen. Klingt skurril. Klingt nach einer Sauerei. ich habe mir deshalb den 50a ESTG durchgelesen, was wenig Freude macht. Dort steht erstens: "Die Einkommensteuer wird bei beschränkt Steuerpflichtigen im Wege des Steuerabzugs erhoben", was bedeutet, dass (um im Beispiel zu bleiben) Google der Steuerschuldner ist und sich das Finanzamt dorthin wenden soll und unter Abschnitt 7: "Das Finanzamt des Vergütungsgläubigers kann anordnen, dass der Schuldner der Vergütung für Rechnung des Gläubigers (Steuerschuldner) die Einkommensteuer von beschränkt steuerpflichtigen Einkünften, soweit diese nicht bereits dem Steuerabzug unterliegen, im Wege des Steuerabzugs einzubehalten und abzuführen hat, wenn dies zur Sicherung des Steueranspruchs zweckmäßig ist. " Nach diesem Text muss das Finanzamt von Google diese Anordnung treffen und nicht das Münchner. Ich bin mir sehr sicher, dass das Finanzamt in Irland nicht tätig geworden ist. Was also könnte die Rechtsgrundlage für diese extreme Auslegung einer Vorschrift sein, die ursprünglich dazu gedacht war, dass Veranstalter von Rockkonzerten die Steuern für die ausländischen Musiker abführen (was ja vernünftig ist)?