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651-facher Missbrauch: Familienvater muss in die geschlossene Psychiatrie

Mehr als 20 Jahre lang hat er seine eigenen Kinder, seine Enkelin sowie einen Jungen und ein Mädchen aus der Nachbarschaft missbraucht. Nun wurde der Familienvater aus dem nordrhein-westfälischen Datteln zu zehn Jahren Haft verurteilt - wegen Kindesmissbrauchs in 651 Fällen.

Der 51 Jahre alte Angeklagte hatte vor Gericht die Taten nicht geleugnet. Mehr als 20 Jahre lang hat ein Familienvater aus dem nordrhein-westfälischen Datteln seine eigenen Kinder missbraucht, dazu seine Enkelin sowie ein Mädchen und einen Jungen aus der Nachbarschaft. Der geständige Angeklagte wurde nun vom Landgericht Bochum wegen Missbrauchs in nicht weniger als 651 Fällen verurteilt. Einige der Kinder waren zur Tatzeit noch im Säuglingsalter.

Wegen einer sogenannten schwerwiegenden "seelischen Abartigkeit" kommt der Mann jedoch nicht ins Gefängnis, sondern in die geschlossene Psychiatrie. Der Richter sprach von "bösen und menschenverachtenden Taten".

Verräterischer Arbeitsplatz

Aufgefallen war die Tatserie am Arbeitsplatz des Angeklagten. Der Elektriker hatte auf seinem Dienst-Computer zahlreiche pornografische Bilder der Kinder gespeichert. Im Sommer 2008 wurden sie von einem Kollegen entdeckt. Gleichzeitig tauchte auf einem USB-Stick ein elektronisches Tagebuch auf, in dem der Angeklagte die Taten festgehalten hatte.

Der Mann war verheiratet und hat zwei Kinder. Sowohl sein Sohn (heute 26) als auch seine Tochter (heute 25) wurden von ihm in ihrer Kindheit sexuell missbraucht. Die Tochter hatte sich zwischenzeitlich zwar einmal an die Mutter gewandt, angezeigt haben die Kinder ihren Vater allerdings nie.

DPA / DPA
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