81-Jährige erwürgt Obdachloser Teenager gesteht die Tat


Wegen ein paar Euro hat ein 15-Jähriger offenbar im Hamburger Stadtteil Eimsbüttel eine Rentnerin erwürgt. Die Perfidie des Falls: Der Jungendliche kannte die alte Dame. Sie hatte ihm immer mal wieder Geld zugesteckt.

"Geldnot" habe ihn zu der Tat verleitet, sagte der Teenager nach Angaben einer Polizeisprecherin. Der Jungendliche hatte die die alte Dame über deren Enkelin kennengelernt. Die 81-Jährige habe ihm mehrfach Geld zugesteckt, weil er obdachlos gewesen sei, sagte die Sprecherin weiter. Der Mord geschah in der Wohnung der Rentnerin in Hamburg-Eimsbüttel.

Die Polizei fand den 15-Jährigen aufgrund eines Tipps in einem Treppenhaus im Stadtteil St. Georg. Er ließ sich widerstandslos festnehmen. Der Jugendliche war bereits mehrfach wegen Gewalttaten aufgefallen und hatte in verschiedenen Heimen gelebt.

Kein Mitleid mit den Opfern

Nach Angaben des Kriminalpsychologen Friedrich Lösel von der Universität Erlangen geht die Gewaltkrimininalität langfristig zwar zurück. Etwa fünf Prozent der Jugendlichen sei aber gefährdet. "Eine Gruppe fällt bereits früh auf und bleibt langfristig delinquent. Viele davon sind bereits mit zwölf Jahren, wenn sie rechtlich noch gar nicht strafmündig sind, als Täter bekannt", sagte Lösel der Deutschen Nachrichtenagentur.

Die Handyfilme von Prügeleien, die an Schulen kursieren, wertete Lösel als Zeichen "der Verrohung dieser Gruppe". Sie ahmten die Quälereien anderer nach, weil es ihnen Spaß mache. Den jungen Tätern fehle das Einfühlungsvermögen in ihre Opfer. Ihre Hemmschwellen gegenüber der Gewalt seien sehr niedrig. Dafür gebe es ein Bündel von Ursachen, angefangen bei den Familienstrukturen über die Erziehung, den Medienkonsum und die kulturellen Hintergründe bei Einwanderern bis zu biologischen Prozessen.


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