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85-Jährigen mit Morphium getötet: Ärztin muss wegen Mord an Ehemann lebenslang in Haft

Er hatte sie vom Strich geholt und ihr Studium finanziert. Doch als der greise Ehemann dem Liebhaber im Weg stand, tötete eine Ärztin ihren Gatten. Dafür wurde die 36-Jährige nun zu lebenslanger Haft verurteilt.

Eine Ärztin ist wegen Mordes an ihrem 85-jährigen Mann mit einer Überdosis Morphium zu lebenslanger Haft verurteilt worden. Die 36-Jährige habe ihren Mann auch deshalb aus dem Weg geräumt, um für eine neue Arbeitsstelle in Ulm und für ihren neuen Liebhaber frei zu sein, sagte der Vorsitzende Richter am Dienstag in Aachen. Sie habe dabei ihren Beruf als Ärztin missbraucht. Die Richter am Landgericht sprachen ein lebenslanges Berufsverbot aus. Die Verteidigung kündigte Revision an. Sie hatte die Tat als Totschlag in einem minder schweren Fall gewertet.

Die Mörderin wirkte bei der Urteilsverkündung wie versteinert. Nach fünf Monate langem Schweigen hatte sie im Prozess die Tat gestanden. Laut Urteilsbegründung stritt die Frau mit ihrem Mann im Februar 2011 über ihre Zukunftspläne und fasste Sekunden vor der Tat den Mordplan. Sie habe ihrem Mann zehn Ampullen Morphium gespritzt.

Ehemann finanzierte Schule und Studium

Der Ehemann habe die damals drogenabhängige Prostituierte von der Straße geholt, ihr Schule, Studium und Ärzte-Ausbildung ermöglicht. Als sie fertig war, habe sie einen anderen 67 Jahre alten Mann in Süddeutschland kennengelernt und in Ulm eine Stelle bekommen. Das Vertrauensverhältnis des Ehepaars sei gestört gewesen. Der 85-Jährige habe ihre Konten geräumt und gesperrt.

Aber der körperlich unterlegene Mann habe nicht damit gerechnet, dass seine Frau ihn angreifen würde. "Er war arg- und wehrlos", sagte der Richter. Seine Frau habe sich das Überraschungsmoment zunutze gemacht.

Der Verteidiger konnte keinen kalt geplanten Mord erkennen. Der Ehemann habe die Frau im Streit schwer gedemütigt. Abgrundtief erregt, zornig und ins Mark getroffen habe sie ihn getötet. Sie habe die Tat nicht geplant, sondern im Affekt gehandelt, hatte der Anwalt in seinem Plädoyer gesagt.

mlr/DPA / DPA
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