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Aachen: Chemikalie auf Spielplätzen ausgelegt - Polizei nimmt Verdächtigen fest

Drei Kinder wurden auf Spielplätzen in Aachen durch ätzenden Rohrreiniger verletzt. Eine Foto-Falle der Polizei konnte den mutmaßlichen Täter erfassen und zum Fahndungserfolg verhelfen.

Nach Anschlägen mit Rohrreiniger auf Spielplätze in Aachen suchten die Ermittler diesen Mann

Nach Anschlägen mit Rohrreiniger auf Spielplätze in Aachen suchten die Ermittler diesen Mann

Nach der Veröffentlichung von Fahndungsbildern und mehreren Hinweisen aus der Bevölkerung hat die Aachener Polizei einen Mann festgenommen, der auf Spielplätzen eine giftige Chemikalie verstreut haben soll. Es handelt sich den Angaben der Ermittler zufolge um einen 53-jährigen Deutschen, der in der Nähe des Aachener Westparks lebt. Bei der Durchsuchung seiner Wohnung wurde laut Staatsanwaltschaft auch der bei den Anschlägen verwendete Rohrreiniger gefunden.

Mindestens fünfmal soll der Mann in den vergangenen Wochen auf Spielplätzen und an Grillhütten in   den ätzenden Reiniger verstreut haben. Der Täter verteilte das Granulat auf Spielgeräten und Bänken, seit Juni sind mindestens drei Kinder durch Kontakt mit der giftigen Chemikalie leicht verletzt worden und ins Krankenhaus gekommen.

Es sei glück gewesen, so die Staatsanwaltschaft

Die tappte lange im Dunkeln, zuletzt gelangen ihr mit Hilfe von zwei im Westpark aufgestellten Kameras Aufnahmen des mutmaßlichen Täters. Den Angaben der Staatsanwaltschaft zufolge nahmen die sogenannten Foto-Fallen den Mann auf, als er den Rohrreiniger an einem Klettergerüst und auf einer Kinderschaukel verteilte. Es sei Glück gewesen, dass die Kameras genau richtig positioniert waren, sagte eine Sprecherin der Aachener Staatsanwaltschaft.

Die Ermittler hofften mit der Veröffentlichung der Fotos auf Hinweise zu dem abgebildeten Mann. "Es besteht der dringende Verdacht, dass es sich hierbei um den Täter (...) handelt", so die  Aachen in einer Mitteilung.

Ermittler in Aachen lobten Belohnung aus

Die Bilder zeigten einen unmaskierten Mann mit Brille, er trug eine Dose in der Hand, bei der es sich wahrscheinlich um den verwendeten Rohrreiniger handelte.

Die Aachener Staatsanwaltschaft ermittelt wegen versuchter Tötungsdelikte gegen den Festgenommen. Sie hatte zuvor für Hinweise, die zu einer Aufklärung der Taten führen, eine Belohnung in Höhe von 3000 Euro ausgelobt.

Wegen der großen Gefahr durch den giftigen Rohrreiniger hatte die Stadtverwaltung Aachen bereits alle Kindergärten der Stadt angeschrieben und vor der gewarnt.


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