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AC/DC-Drummer Phil Rudd: Staatsanwalt zieht Anklage wegen Mordkomplott zurück

Erst die spektakuläre Anklage, dann der nicht minder spektakuläre Rückzieher der Staatsanwaltschaft: Es gibt keine Beweise, dass AC/DC-Schlagzeuger Phil Rudd einen Auftragskiller anheuerte.

Phil Rudd verlässt das Gericht in Tauranga, Neuseeland. Seit den Siebzigerjahren ist er Mitglied der legendären Hardrockband AC/DC

Phil Rudd verlässt das Gericht in Tauranga, Neuseeland. Seit den Siebzigerjahren ist er Mitglied der legendären Hardrockband AC/DC

Der Staatsanwalt in Tauranga in Neuseeland, Greg Hollister-Jones, hat die spektakulären Vorwürfe gegen Phil Rudd wegen versuchter Anheuerung eines Auftragskillers am Freitag zurückgezogen. "Herr Hollister-Jones hat entschieden, dass es unzureichende Beweise gab, um mit einer Klage ... fortzufahren", teilte sein Büro mit. Weitere Einzelheiten nannte die Staatsanwaltschaft nicht. Rudd war am Donnerstag vor Gericht erschienen.

Kritik an "sensationssüchtiger Berichterstattung"

Die Staatsanwaltschaft hatte dem 60-Jährigen vorgeworfen, Ende September versucht zu haben, einen Auftragskiller für die Ermordung zweier Männer anzuheuern. Um wen es sich dabei gehandelt haben soll, ging aus der Anklageschrift nicht hervor. Gegen Zahlung einer Kaution war Rudd auf freien Fuß gesetzt worden.

Der Vorwurf hatte weltweit für Schlagzeilen gesorgt. "Herr Rudd wird sich gegen den Vorwurf verteidigen, eine Morddrohung ausgesprochen zu haben", teilte sein Anwalt Paul Mabey mit. "Anklagen wegen Besitzes von Drogen sind unbedeutend." Rudd sei durch die teils sensationssüchtige Berichterstattung unnötiger und nachteiliger Publicity ausgesetzt gewesen, schrieb der Anwalt. Er kritisierte die Behörden und schloss Schadensersatzansprüche nicht aus.

Keine Trennung von AC/DC

Seit den Siebzigerjahren spielt Phil Rudd als Drummer in der Hardrockband AC/DC. Die Band hatte seine Festnahme auf ihrer Webseite knapp kommentiert: "Gerade haben wir aus den Nachrichten von Phils Inhaftierung erfahren. Wir geben dazu keinen Kommentar ab. Phils Abwesenheit wird keinen Einfluss auf die Veröffentlichung unseres neuen Albums 'Rock or Bust' und die bevorstehende Tour im nächsten Jahr haben. Australische Zeitungen hatten in den vergangenen Wochen über eine mögliche Trennung der Band von Rudd spekuliert.

lib/DPA / DPA