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Tatort Weihnachtsmarkt: Mit diesen fiesen Tricks kommen Taschendiebe an Ihre Geldbörse

Für Taschendiebe ist die Vorweihnachtszeit die schönste Bescherung. Weihnachtsmärkte, überfüllte Geschäfte und volle Bahnhöfe liefern Langfingern paradiesische Bedingungen und garantieren fette Beute.

Aufgepasst beim Weihnachts-Shopping: Besonders in der Adventszeit kommt es in Deutschland vermehrt zu Taschendiebstählen

Aufgepasst beim Weihnachts-Shopping: Besonders in der Adventszeit kommt es in Deutschland vermehrt zu Taschendiebstählen

Die Adventszeit ist für viele die Zeit der Ruhe und Besinnlichkeit. Auf dem Weihnachtsmarkt gibt es Glühwein und Gebäck, man freut sich auf schöne Festtage. Für Taschendiebe hingegen ist vor Weihnachten Hochsaison. Dunkelheit und Gedränge sind die optimalen Bedingungen für ihre Beutetouren. In der Adventszeit legte die Zahl der Delikte 2012 und 2013 jeweils um fast ein Viertel zu.

Meist arbeiten Diebe im Team. Und immer nach der gleichen Masche: Einer lenkt ab, der andere beklaut das ahnungslose Opfer. Die Diebe schlagen bevorzugt da zu, wo es richtig schön voll und eng ist: Auf Rolltreppen, beim Einstieg in den Zug oder die Straßenbahn oder eben auf dem Weihnachtsmarkt.

In welchen Städten gibt es die meisten Taschendiebstähle? Wie kann man sich auf der Straße vor Dieben schützen? Was tun, wenn man Opfer eines Taschendiebs wurde? Der stern beantwortet die wichtigsten Fragen.

Wie viele Taschendiebstähle gibt es pro Jahr?

Im Jahr 2013 hat die Polizei insgesamt 135.617 Fälle von Taschendiebstahl gezählt. Das sind 202 pro 100.000 Einwohner, bei einer Aufklärungsquote von 5,7 Prozent. Die Dunkelziffer ist allerdings sehr hoch, weil nicht jeder, dem auf der Straße etwas gestohlen wird, zur Polizei geht.

In welchen Bundesländern gibt es die meisten Taschendiebstähle, wo die wenigsten?

Die meisten Taschendiebstähle 2013 gab es in Nordrhein-Westfalen mit 49.571 Fällen. Es folgen Berlin (20.794), Hamburg (16.322) und Baden-Württemberg (8.559). Bezieht man auch die Anzahl der Bürger mit ein, ergibt sich eine andere Reihenfolge: Pro 100.000 Einwohner gab es in Hamburg mit 941 proportional die meisten Fälle von Taschendiebstahl. Dahinter liegen Berlin (616), Bremen (409) und Nordrhein-Westfalen (282). Besonders die Stadtstaaten haben also Probleme mit gehäuft auftretenden Taschendiebstählen.

Besonders wenige Taschendiebstähle gab es 2013 in Thüringen (648 Fälle) und Sachsen-Anhalt (882). In den beiden Bundesländern ist die Quote mit 30 und respektive 39 Fällen pro 100.000 Einwohnern ebenfalls am niedrigsten.

In Welchen Großstädten wird man besonders oft auf der Straße bestohlen?

Den Spitzenplatz der Großstädte, in denen man verstärkt auf sein Hab und Gut Acht geben sollte, belegt proportional Düsseldorf. Im Jahr 2013 wurden dort 8.299 Taschendiebstähle gemeldet und damit 1.398 pro 100.000 Einwohner. Dahinter folgt Köln mit einer Quote von 1.096 vor Hamburg (941), Dortmund (672), Bonn (641) und Berlin (616).

Wer begeht die meisten Taschendiebstähle?

Fast zwei Drittel (64,7 Prozent) der 6.305 Tatverdächtigen im Jahr 2013 waren 21 Jahre oder älter, 15,3 Prozent zwischen 18 und 21 Jahren und 20 Prozent Kinder und Jugendliche unter 18 Jahren.

Mit welchen Tricks schlagen Taschendiebe besonders oft zu?

Rempeltrick: In den Geschäften und Kaufhäusern ist momentan jede Menge los. Besonders auf Rolltreppen schlagen Diebe da gerne zu. So warnt die Berliner Polizei unter anderem davor, dass Taschendiebe Sie auf der Rolltreppe anrempeln und Ihnen währenddessen Ihr Portemonnaie stehlen.

Drängeltrick:

Nach der gleichen Masche gehen Taschendiebe in vollen Fußgängerzonen vor: Der Dieb tut so, als würde er sich an Ihnen vorbei drängeln und hält dabei Körperkontakt zu Ihnen. Dadurch merken Sie kaum, wie er Sie beklaut.

Beschmutzertrick:

Glühwein, Bratwurst oder Pommes: Auf dem Weihnachtsmarkt hat fast jeder etwas zu essen oder zu trinken in der Hand - auch Taschendiebe. "Versehentlich" beschmutzen die Langfinger die Kleidung ihrer Opfer, etwa mit einem Schluck Glühwein. Dann hilft er beim Säubern der Kleidung - und kann währenddessen leicht in Ihre Tasche greifen.

Blumentrick:

Auch von Menschen, die Ihnen angeblich etwas schenken wollen, werden Sie gelegentlich beklaut: Diebe verschenken zum Beispiel auf der Straße eine Blume oder stecken sie ihnen in die Tasche. Währenddessen werden Sie bestohlen.

Taschenträgertrick:

Vor einigen freundlichen Helfern sollten sich nicht nur ältere Menschen in Acht nehmen. Langfinger bieten nämlich gelegentlich an, volle Einkaufstaschen oder Handtaschen kurz zu halten - und stehlen währenddessen Einkäufe oder das Portemonnaie aus der Tasche.

Restauranttrick:

Selbst im Restaurant ist man vor Taschendieben nicht sicher. Während Sie aus dem Fenster gucken, sich unterhalten oder essen, entwendet der Dieb vom Nachbartisch aus Wertgegenstände aus Ihrer Jacke.

Wie kann man sich vor Taschendiebstählen schützen?

Ob im Geschäft oder in der Fußgängerzone - generell gilt: Seien Sie aufmerksam und misstrauisch, wenn Sie von Fremden bedrängt, beschmutzt oder abgelenkt werden! Haben Sie Ihre Wertsachen im Blick. Rucksäcke und Handtaschen sollten immer geschlossen sein und an der Vorderseite des Körpers oder unter dem Arm getragen werden.

Wenn Sie zum Beispiel im Restaurant Ihre Jacke an der Garderobe aufhängen, sollten Sie vorher Ihre Wertsachen rausnehmen. Auf das Zählen von Geldscheinen sollten Sie in der Öffentlichkeit verzichten. Vorsichtig sollten Sie auch beim Geldabheben an Bankautomaten sein.

Wohin mit Wertsachen, wenn man unterwegs ist?

Sichere Aufbewahrungsmöglichkeiten für Wertsachen - also Geldbeutel, Schlüssel, Handys und Papiere – sind laut Berliner Polizei Innen-, Bauch- und die vorderen Hosentaschen sowie Brustbeutel. Auf keinen Fall sollten Sie Ihre Wertsachen in außen liegenden Taschen Ihrer Kleidung, Handtaschen oder Rucksäcken aufbewahren.

Was kann man tun, wenn man auf der Straße bestohlen wurde?

Zunächst sollten Sie gestohlene Bank- und Kreditkarten sperren lassen, damit die Diebe nicht in Ihrem Namen Geld abheben oder mit Karte bezahlen können. Wurde Ihr Handy gestohlen, sollten Sie es ebenfalls sperren lassen. So vermeiden Sie, dass die Täter auf Ihre Kosten telefonieren können.

Bundesweit gibt es eine einheitliche Hotline, unter der man Kreditkarten und Handys sperren lassen kann: Sie ist 24 Stunden am Tag unter der Telefonnummer 116 116 erreichbar.

Die Polizei empfiehlt außerdem, Anzeige zu erstatten.

Den Verlust Ihres Personalausweises sollten Sie Ihrem Bürgeramt melden.

fin