Äußerungen zu Missbrauchsfällen Bischof Mixa in der Kritik


Dem Augsburger Bischof Walter Mixa schlägt nach seinen Äußerungen zu den Missbrauchsfällen in der katholischen Kirche scharfe Kritik entgegen. Der Grünen-Politiker Volker Beck nannte die Thesen des Bischofs "historisch absurd".

Dem Augsburger Bischof Walter Mixa schlägt nach seinen Äußerungen zu den Missbrauchsfällen in der katholischen Kirche scharfe Kritik entgegen. Der Grünen-Politiker Volker Beck nannte die Thesen des Bischofs "historisch absurd". Die Kirchenvolksbewegung "Wir sind Kirche" bezeichnete die Aussagen als verantwortungslos. Mixa hatte die sexuelle Revolution der vergangenen Jahrzehnte für die Missbrauchsfälle mitverantwortlich gemacht.

Sexuelle Gewalt gegen Kinder auch in Internaten habe es "lange vor der sexuellen Revolution gegeben", sagte Christian Weisner von "Wir sind Kirche" der "Frankfurter Rundschau". Offenbar sei dem Bischof die "Dimension des Problems nicht klar".

Bernd Göhrig von der Initiative "Kirche von unten" sagte der Zeitung, der Bischof sei "persönlich überfordert" mit dem Thema und sprach von einer "Krise des Führungspersonals" in der katholischen Kirche. Er warnte die in der nächsten Woche tagende Bischofskonferenz vor nur kosmetischen Beschlüssen: Es dürfe nun nicht darum gehen, das Ansehen der Kirche zu retten. Die Bischöfe müssten sich mit der Frage beschäftigen, "wie die Strukturen der Kirche diese Verbrechen begünstigen".

Mixa hatte in einem Interview zu den Missbrauchsfällen erklärt: "Die sogenannte sexuelle Revolution, in deren Verlauf von besonders progressiven Moralkritikern auch die Legalisierung von sexuellen Kontakten zwischen Erwachsenen und Minderjährigen gefordert wurde, ist daran sicher nicht unschuldig."

Grünen-Parlamentsgeschäftsführer Volker Beck sagte dem "Tagesspiegel", das Problem der katholischen Kirche sei viel älter als die sexuelle Befreiung. Ursächlich für die Vorfälle sei eher die "systematische Unterdrückung von Sexualität"; die Thesen Mixas seien deshalb "historisch absurd".

Außerdem verlangte Beck nach den Äußerungen des Papstes zu den Missbrauchsfällen in Irland auch eine Erklärung Benedikts XVI. zu den Vorfällen an deutschen Jesuitenschulen. "Die weltweiten Skandale haben etwas Systematisches an sich. Der Papst muss dafür sorgen, dass das Thema in allen Teilen der Welt zum Thema gemacht wird. Das ist das Mindeste, was die Opfer erwarten können", sagte Beck. "Überfällig" sei zudem eine Entschuldigung der Vorfälle.

APN APN

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