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Afghanistan Selbstmordattentäter reißt Hochzeitsgäste mit in den Tod


Der Anschlag ist einer der schwersten der vergangenen Monate: Ein Selbstmordattentäter hat bei einer Hochzeit in Nordafghanistan 22 Menschen getötet. Unter den Toten ist der Geheimdienstchef sowie ein einflussreicher Abgeordneter - er war der Brautvater.

Im Norden Afghanistans hat ein Selbstmordattentäter bei einem Anschlag auf eine Hochzeitsfeier mindestens 20 Menschen mit in den Tod gerissen. Unter den Toten sind auch der einflussreiche Parlamentsabgeordnete und Milizenchef Ahmed Chan Samangani sowie der Geheimdienstchef der Provinz Samangan, Chan Mohammad, wie ein Polizeisprecher am Samstag in der Provinzhauptstadt Aibak mitteilte. Samangani sei Gastgeber der Feier gewesen, es habe sich um die Hochzeit seiner Tochter gehandelt.

Demnach betrat der Attentäter die Lobby eines Hotels, in dem die Tochter von Samangani gerade heiratete, und zündete seine Sprengstoffweste. Mehr als 40 Personen, unter ihnen viele Hochzeitsgäste, seien verletzt worden, sagte Polizeisprecher Ghulam Mohammad Chan.

Die sonst relativ friedliche Provinz Samangan gehört zum Einsatzgebiet der Bundeswehr. Der im Norden Afghanistans einflussreiche Politiker Ahmed Chan gilt als enger Verbündeter von Präsident Hamid Karsai.

Die radikal-islamischen Taliban wiesen jegliche Verantwortung für den Anschlag zurück. Nach ihrer Darstellung sollen persönliche Feinde des Politikers hinter der Tat stecken. "Ahmed Chan war eine einflussreiche Person im Norden (Afghanistans) und hatte zweifellos Feinde", sagte Taliban-Sprecher Sabiullah Mudschahid.

jar/DPA/Reuters DPA Reuters

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