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Afrika: Lehrerin wegen Teddy "Mohammed" verhaftet

Eine Grundschullehrerin aus Großbritannien muss fürchten, im Sudan der Blasphemie angeklagt zu werden und zur Strafe 40 Peitschenhiebe zu bekommen. Ihr Vergehen: Sie hat einem Teddybär den Namen Mohammed gegeben.

Von Cornelia Fuchs

Gillian Gibbons liebt das Reisen, und sie liebt Tiere: Auf ihrer Myspace-Webpage hat sie Fotos mit Kamelen, Elefanten und Geparden hochgeladen. Im Juli brach die 54-jährige zu dem bisher größten Abenteuer ihres Lebens auf. Gibbons verließ ihren Job als stellvertretende Direktorin einer Grundschule in Liverpool für eine Anstellung an der Unity High School in Khartoum, der Hauptstadt des Sudans. In Liverpool sprechen Eltern und Lehrer von einer engagierten, beliebten Lehrerin. In Khartoum sitzt dieselbe Gillian Gibbons nun nach Beschwerden im Polizeigefängnis.

Anlass war ein Klassenprojekt über Tiere und ihre Lebensweise. Zur Anschauung hatte Gillian Gibbons, so erzählen Kollegen, im September ein Mädchen aus ihrer Klasse von Sechs- und Siebenjährigen aufgefordert, einen Teddybär mitzubringen. Es sollte das neue Maskottchen der Klasse werden, die Kinder nahmen ihn mit nach Hause und schrieben über seine Aktivitäten ein Tagebuch. Um dem Bären einen Namen zu geben, ließ Gibbons die Kinder abstimmen. Zur Auswahl standen am Ende Abdullah, Hassan und Mohammed. 20 von 23 Kindern stimmten für Mohammed.

Schule wurde geschlossen

Doch der Name des Propheten für einen Bären scheint entweder Eltern oder Lehrer der Unity High School aufgeregt zu haben. Ganz klar ist es nicht, wer die Beschwerde bei den Behörden eingereicht hat. Es gibt Berichte, dass es eine frustrierte Lehrkraft gewesen sein soll, andere sagen, dass Eltern aus konservativen Familien beim Erziehungsministerium vorstellig geworden sind. Klar scheint nur zu sein, dass der Konflikt irgendwann von den Behörden nicht mehr ignoriert werden konnte. Am Sonntag wurde Gillian Gibbons verhaftet.

Die Unity High School gibt es seit 1902 in Khartoum, es ist eine christliche Schule, die auch muslimische Schüler unterrichtet. Sie liegt in einem sehr grünen Teil der Stadt und wird von vielen Schülern der reichsten sudanesischen Familien besucht. Die Schule hat aus Angst vor gewalttätigen Ausschreitungen nun erst einmal bis Januar ihre Tore geschlossen - auch, wenn der Direktor Robert Boulus betont, dass zu keiner Zeit eine Beleidigung der muslimischen Religion beabsichtigt gewesen sei: "Ich habe Gillian darauf hingewiesen, was für einen sensiblen Punkt sie da getroffen hat. Sie war total unschuldig, fast naiv, sie sagte: Aber die Kinder haben den Namen doch ausgesucht."

Proteste in Liverpool

Doch im Sudan ist Religion ein mehr als sensibles Thema. Im langjährigen Bürgerkrieg standen sich der muslimisch dominierte Norden und der christlich-animistische Süden gegenüber. Erst im vergangenen Monat wurden zehn Menschen zum Tode verurteilt, weil sie einen Journalisten entführten und köpften - er hatte einen Artikel veröffentlicht, der die Herkunft Mohammeds in Frage stellte. Die britische Botschaft in Khartoum sagt, sie habe Gilliam Gibbons im Gefängnis besucht und ihr gehe es soweit gut. Sie habe um Essen gebeten. Noch ist nicht klar, ob sie bereits wegen Blasphemie angeklagt ist. Als Strafe dafür sind in der Scharia, die im Norden des Sudan Anwendung findet, 40 Peitschenhiebe oder sechs Monate Gefängnis vorgesehen.

In Liverpool haben sich die evangelischen und katholischen Bischöfe sowie ein Vertreter der muslimischen Gemeinschaft für die Freilassung von Gillian Gibbons stark gemacht. Gibbons Kollegin Gill Langworthy erinnert sich an die Abschiedsparty im Juli: "Diese Arbeit im Sudan war so ein großer Traum für Gillian. Dies sollte ein neuer Start für sie sein, nach der Scheidung von ihrem Mann nach 32 Jahren Ehe und mehreren Todesfällen in der Familie. Aber jetzt, wo dies so schrecklich zu enden scheint, mache ich mir Sorgen, wie sie dies alles verarbeiten soll."

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