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Agent soll durch Unfall gestorben sein: Der tote Spion in der Sporttasche

Ein britischer Spion wird tot in seiner Badewanne gefunden, die Leiche eingeschlossen in einer Sporttasche. Nach drei Jahren kommt Scotland Yard zu einem überraschenden Schluss: Es war ein Unfall.

Überraschendes Ende einer dreijährigen Untersuchung: Ein britischer Spion, dessen Leiche im August 2010 in einer Sporttasche in der Badewanne seiner Wohnung gefunden worden war, soll durch einen Unfall ums Leben gekommen sein. Zu diesem Schluss kam am Mittwoch die Londoner Polizei Scotland Yard. Ein Jahr zuvor hatte die Gerichtsmedizin nach ihrer Untersuchung noch erklärt, es handele sich wahrscheinlich um eine "gesetzeswidrige Tötung".

Der damals 30 Jahre alte Mathematiker Gareth Williams hatte für den britischen Abhördienst GCHQ gearbeitet, war zum Zeitpunkt seines Todes zum Auslandsgeheimdienst MI6 abgeordnet und hatte häufig Kontakt zum US-Geheimdienst NSA sowie zum FBI. Die Eltern des Mannes bezweifeln die Theorie von Scotland Yard und halten sich weiterhin an die Ergebnisse der gerichtsmedizinischen Untersuchung. "Auf der Grundlage dessen, was wir bisher wissen, glauben wir, dass die Beurteilung der Gerichtsmedizin die Umstände von Gareths Tod akkurat wiedergibt", heißt es in einer Stellungnahme der Familie.

Die Darstellung von Scotland Yard stützt - ohne dies explizit zu erwähnen - die Theorie eines Sexunfalls. Der Agent war während der Ermittlungen in die Nähe der Bondage-Szene gerückt worden, Menschen, die einen sexuellen Kick durch Fesselungen und extreme Enge erfahren. Die Eltern hatten dieser Theorie stets widersprochen. Sie richteten schwere Vorwürfe gegen den Geheimdienst MI6. Er habe "nicht die geringsten Schritte unternommen", um den Tod aufzuklären.

jwi/DPA / DPA