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"Aktenzeichen XY" Der mysteriöse Mordversuch an einem Kampfsport-Meister

Ein Unbekannter betritt ein Sportstudio in Berlin-Charlottenburg und zielt auf den Kopf eines Kampfsport-Lehrers. Der überlebt verletzt. Bei "Aktenzeichen XY" ging es um die Frage: Wer wollte den 42-Jährigen ermorden - und warum?

Wer Judo, Karate oder eine andere Kampfkunst beherrscht, der weiß, wie effektive Selbstverteidigung funktioniert. Doch auch dem härtesten Kampfsportler kann es passieren, dass er plötzlich völlig chancenlos da steht. Wie im Fall von Vitali K.: Der 42-Jährige betreibt eine Kampfsportschule in Berlin-Charlottenburg, ist ehemaliger Deutscher Meister und Europameister im Taekwando und Karate.

Am 1. Juni 2015 betritt ein Unbekannter sein Studio. Wortlos zückt er eine Waffe - und zielt auf den Kopf von Vitali K. Der wird am Arm getroffen, greift den Täter geistesgegenwärtig an. Es folgt ein Gerangel, doch der Fremde kann fliehen. Bis heute ist unklar, wer der Mann war und warum er Vitali K. umbringen wollte. Am Mittwochabend war der Fall Thema in der ZDF-Sendung "Aktenzeichen XY". Das Landeskriminalamt bat die Zuschauer um Mithilfe.

War es ein Auftragskiller?

Die Ermittler gehen davon aus, dass möglicherweise ein Auftragskiller am Werk war. Er könnte den Auftrag bekommen haben, den Inhaber des Sportstudios zu töten. Eine Tat im Affekt schien es nicht gewesen zu sein, denn der Täter war offenbar gut vorbereitet. 

Er kam mit einem Damenfahrrad und ließ dieses am Tatort zurück. Die Polizei vermutet, dass es gestohlen war. Auch eine auffällige Tasche mit dem Schriftzug "Berlin Bag", die der Mann bei sich hatte, könnte gestohlen gewesen sein. Sie wurde kurz nach der Tat an einem Fahrradständer am S-Bahnhof Savignyplatz gefunden. Der Inhalt: unter anderem ein Schminkspiegel, Kaugummis und eine Sonnenbrille. Die Polizei sucht nach dem Besitzer der Tasche. Vermutlich gehörte sie einer Frau.

Polizei sucht wichtige Zeugen

Der Tathergang wurde in der Sendung folgendermaßen beschrieben: In dem Sportstudio findet gerade eine Trainingseinheit für Kinder statt, während Vitali K. hinter dem Empfang sitzt. Der Unbekannte kommt herein und schießt vor den Augen der Kinder auf sein Opfer. Vitali K. wird am linken Arm verletzt, rennt hinter der Theke hervor und versucht, den Täter zu überwältigen. Bei seiner überstürzten Flucht verliert er seine Brille.

Eine Passantin fand die Brille kurz darauf auf dem Boden und gab sie im Sportstudio ab. Die Polizei sucht nach der Frau, weil sie eine wichtige Zeugin ist. "Wir hoffen, dass sie weitere Angaben zu dem Täter machen kann", sagte eine Mitarbeiterin des Landeskriminalamtes.

DNS des Täters liegt vor

Der Täter ist etwa 1,65 Meter groß und trug einen auffälligen, etwa sieben Zentimeter langen Ziegenbart. Die Ermittler gehen davon aus, dass dieser angeklebt war. Außerdem trug er einen dunklen Kapuzenpullover mit Kappe. 

Der Unbekannte hinterließ zahlreiche Spuren. "Wir haben die DNS des Täters, uns fehlt nur noch die richtige Vergleichsperson", sagte die LKA-Mitarbeiterin.

Zeugen, die sachdienliche Hinweise geben können, werden gebeten, sich beim Landeskriminalamt Berlin unter 030/4664941200 zu melden.

Kim Schwarz

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