VG-Wort Pixel

US-Bundesstaat Alabama Mann täuscht eigenen Tod vor, um Verurteilung wegen sexuellen Missbrauchs zu entgehen

Jacob S. nach seiner Festnahme. Der Ex-Soldat spielte der Polizei in Alabama seien eigenen Tod vor
Jacob S. nach seiner Festnahme. Der Ex-Soldat hatte der Polizei in Alabama seien eigenen Tod vorgespielt
© Jackson County Sheriff's Department
Er täuschte die Polizei in Alabama: Jacob S. drohte eine lange Haftstrafe wegen sexuellen Missbrauchs, als er im Juli 2018 vor einem US-Gericht erscheinen sollte. Doch statt sich seiner Verantwortung zu stellen, inszenierte er seinen Suizid.

Ein Militärveteran hat im US-Bundesstaat Alabama seinen eigenen Tod vorgetäuscht, weil ihm eine Verurteilung wegen sexuellen Missbrauchs drohte. Jacob S. gab vor einem Gericht in Mobile zu, vor mehr als vier Jahren einen falschen Notruf abgesetzt zu haben, der zu einer groß angelegten Suchaktion durch die Küstenwache führte, wie US-Medien unter Berufung auf Gerichtsunterlagen berichten. Zudem habe er den illegalen Transport einer Schusswaffe über Staatsgrenzen hinweg sowie das Verbreiten falscher Informationen eingeräumt.

Angeklagter täuschte Polizei in Alabama

Jacob S. war im Jahr 2017 in Pascagoula, Mississippi wegen sexuellen Missbrauchs einer 14-Jährigen, die von ihm schwanger war, angeklagt und später von einem Geschworenengericht schuldig gesprochen worden. Er sollte sich auf einen Vergleich einlassen, floh aber kurz vor der Gerichtsverhandlung und inszenierte am 30. Juli 2018 im benachbarten Bundesstaat Alabama seinen vermeintlichen Suizid.

An dem Tag erhielt die Polizei des Küstenortes Orange Beach einen Hilferuf und entdeckte etwa eine Meile vom Ufer entfernt ein kleines Boot. Darin befanden sich den Meldungen zufolge eine halbautomatische Pistole, die an das Boot gebunden war, und ein Abschiedsbrief. Mehr als eine Woche lang suchten die Behörden daraufhin im Golf von Mexiko erfolglos nach einer Leiche.

Laut seinem schriftlichen Geständnis hinterließ der Angeklagte damals in Mississippi mehrere Abschiedsbriefe, darunter einen, in dem er Familienmitglieder aufforderte, ein Jahr lang ihre Telefonnummern nicht zu ändern. Außerdem hob er nach Angaben des US-Senders KSL TV vor seinem Verschwinden 45.000 Dollar von seinem Bankkonto ab.

Anfang 2020 wurde Jacob S. schließlich in einem Wohnmobilpark in Oklahoma von US-Marshals festgenommen. Der ehemalige Soldat, der 2011 mit einem Purple Heart für im Irakkrieg erlittene Verletzungen ausgezeichnet wurde, lebte dort unter falschem Namen. Im Juni dieses Jahres verurteilte ihn ein Gericht in Pascagoula wegen mehrfachen sexuellen Missbrauchs der 14-Jährigen zu 85 Jahren Gefängnis. Das Opfer habe in dem Prozess unter Tränen ausgesagt, dass der Angeklagte sie von 2016 bis 2017 mehrere Monate lang mindestens 30 Mal sexuell missbraucht habe, berichtet der US-Sender CBS News. Erst als sie schwanger geworden sei, habe er aufgehört.

Das Urteil wegen des vorgetäuschten Todes will das Gericht in Mobile im November fällen. Die gesetzliche Höchststrafe für die Anklagepunkte beträgt fünf Jahre Haft. 

Quelllen: KSL TV, CBS News

mad

Mehr zum Thema

Newsticker