Alabama Amokläufer tötet seine Familie


Massaker in Alabama: Im Südosten des US-Bundesstaats hat ein Amokläufer zehn Menschen erschossen und sich anschließend selbst das Leben genommen. Unter den Toten sind die Mutter und die Großeltern des Täters, die ihn einst aufzogen. Aber auch wildfremde Menschen nahm der Mörder ins Visier. Erst nach einer wilden Verfolgungsjagd endete das Drama.

Ein Amokläufer hat im US-Staat Alabama zehn Menschen getötet und sich nach Angaben der Polizei anschließend selbst gerichtet. Über das Motiv herrschte zunächst Rätselraten, möglicherweise handelt es sich aber um eine Familientragödie: Unter den Toten sind mehrere Verwandte, darunter die Mutter und die Großeltern des Täters. Aber auch Passanten, die sich an einer Tankstelle, in Läden oder auf den Veranden vor ihren Häusern aufhielten, wurden zu seinen Opfern.

Mindestens vier Menschen wurden verletzt, darunter auch ein Kind. Nach den bislang vorliegenden Erkenntnissen der Polizei steckte Michael McLendon am Dienstagnachmittag (Ortszeit) als erstes das Haus seiner Mutter in der Nähe der Ortschaft Kingston in Brand. Die Polizei entdeckte später die Leiche der Frau in dem Haus. Nach Behördenangaben fuhr der Täter dann ins nahegelegene Samson und tötete dort die Großeltern, die ihn als Junge aufgezogen hatten, sowie eine Tante und einen Onkel.

Wilde Verfolgungsjagd

Doch es traf auch völlig Fremde: Eine Frau, die gerade den Laden einer Tankstelle verließ, und eine Person in einem Haushaltswarenladen wurden von dem Amokläufer erschossen. Auch die Ehefrau und das Kind eines lokalen Sheriffs zählen zu den Toten. "Er schoss auf alles, was er zu Gesicht bekam", erklärte ein Polizist.

Eine Senatorin des Staates, Harri Anne Smith, sagte fassungslos: "Er fuhr die Straße entlang und schoss auf Menschen, die auf ihren Veranden saßen. Eine Familie saß einfach auf ihrer Veranda, und sie wurde erschossen."

Auf der Flucht schoss Michael McLendon auf einen Polizeiwagen und rammte ihn mehrmals. Ein Polizist wurde bei der Verfolgungsjagd von Glassplittern verletzt. Die Polizei verfolgte den Täter bis in den Nachbarort Geneva. Auf dem Gelände einer Metallfabrik, in der er gearbeitet hatte, schoss er noch einmal wild um sich. Eine der Kugeln traf den Angaben zufolge auch den Polizeichef von Geneva, der von seiner kugelsicheren Weste gerettet wurde. Dann habe sich der Mann schließlich in ein Gebäude geflüchtet und dort erschossen, teilte die Polizei mit.

Experten prangern laxe Waffengesetze an

"Es handelt sich um sehr schwierige Ermittlungen mit mehreren Tatorten", sagte ein Polizeisprecher. Der Täter habe eine halbautomatische Waffe gehabt und allein gehandelt.

Die Ortschaften Geneva und Samson liegen im Südosten Alabamas nahe der Grenze zu Florida. Geneva zählt rund 4400 Einwohner, in Samson leben etwa 2000 Menschen.

In den USA kommt es immer wieder zu blutigen Amokläufen. Erst vergangene Woche hatte ein Mann in Cleveland im Bundesstaat Ohio in einem Familiendrama fünf Menschen und anschließend sich selbst erschossen. Eine der schlimmsten Bluttaten dieser Art ereignete sich im April 2007 auf einem Universitätscampus in Blacksburg im Bundesstaat Virginia, als ein Student 32 Menschen und sich selbst tötete. Experten bekräftigen immer wieder, eine der Ursachen sei die Waffengesetzgebung in den USA, die in den meisten Bundesstaaten das Waffentragen erlaubt. Auch gebe es in den USA beim Waffenkauf so gut wie keine Hindernisse.

AP/DPA AP DPA

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