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Ali Agca: Papst-Attentäter wieder verhaftet

Ali Agca drohen erneut mehrere Jahre Haft. Kurz nach seiner Freilassung aus dem Gefängnis hat das oberste türkische Gericht seine Entlassung für ungültig erklärt.

Der Papst-Attentäter Mehmet Ali Agca muss bis zum Jahr 2010 in türkischer Haft bleiben. Die Staatsanwaltschaft habe die Dauer der Haftstrafe neu berechnet und weitere vier Jahre bis zur Freilassung angeordnet, so die staatliche Nachrichtenagentur Anatolien am Montag.

Ein Berufungsgericht entschied auf Antrag der Regierung, dass der 48-Jährige für die Ermordung eines liberalen Journalisten und weitere in der Türkei begangene Straftaten wieder in Haft genommen werden müsse. Die Freilassung des Attentäters, der Papst Johannes Paul II. im Jahr 1981 auf dem Petersplatz niederschoss, hatte Anfang des Monats einen Sturm der Entrüstung in seinem Heimatland entfacht.

Am Freitag erklärte das Oberste Gericht des Landes die Entlassung für ungültig und beorderte Agca ins Gefängnis zurück. Nach dem reformierten Strafgesetzbuch der Türkei war ihm zunächst seine 19-jährige Haft in Italien auf die türkische Strafe angerechnet worden. Agca wurde 2000 auf Wunsch des Papstes in Italien begnadigt und anschließend an die Türkei ausgeliefert.

Das ehemalige Mitglied einer rechts-extremen Gruppe, das erneut im Hochsicherheitsgefängnis Kartal einsitzt, widersetzte sich seiner neuerlichen Festnahme am Freitag nicht. Bei seiner Ankunft im Polizeipräsidium machte er wirre Bemerkungen. «Ich erkläre mich zum Messias. Ich bin nicht der Sohn Gottes, ich bin ein Messias», rief er Journalisten zu.

Papst Johannes Paul II. wurde bei dem Attentat 1981 schwer verletzt. Die Motive und Hintergründe des Anschlags liegen auch nach 25 Jahren noch im Dunkeln. Ermittler konnten Vermutungen nicht erhärten, Agca habe im Auftrag osteuropäischer Geheimdienste gehandelt und diese hätten sich des erbitterten Widerstandes des polnischen Papstes gegen den Kommunismus entledigen wollen.

AP/Reuters / AP / Reuters