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Amberg: Pädophiler Arzt zu Gefängnisstrafe verurteilt

Weil er neun Mädchen sexuell missbraucht hatte, muss ein pädophiler Mediziner dreieinhalb Jahre in Haft. Das Landgericht Amberg verurteilte den Anästhesisten wegen sexuellen Missbrauchs in 13 Fällen, die Opfer waren zehn bis zwölf Jahre alt.

Das Landgericht Amberg hat einen pädophilen Anästhesisten, der sich an neun Mädchen vergangen hat, zu einer dreieinhalbjährigen Gefängnisstrafe verurteilt. Der 49-jährige ehemalige Klinikarzt hatte seine zehn bis zwölf Jahre alten Opfer teilweise auch im Amberger Klinikum missbraucht und einige der Taten mit versteckter Kamera gefilmt. Außerdem verging er sich an Kindern befreundeter Familien in Schwimmbädern und bei Ausflügen.

Der Mediziner hatte die in der Anklage aufgelisteten Vorwürfe gestanden und den Kindern damit eine Aussage vor Gericht erspart. Nach Überzeugung der Richter handelte es sich bei den Fällen ausnahmslos um unsittliche Berührungen. Die Staatsanwaltschaft war in der Anklage dagegen auch von zwei schweren Missbrauchsfällen ausgegangen. Dies bestätigte sich in dem fast vollständig unter Ausschluss der Öffentlichkeit geführten zweitägigen Prozess jedoch nicht. Wegen der selbst gedrehten Filme wurde der Arzt auch wegen Erwerbs und Besitzes von Kinderpornos verurteilt.

Das Gericht legte außerdem ein Berufsverbot fest. Wenn der Anästhesist aus der Haft kommt, darf er für drei Jahre nicht als Mediziner arbeiten. Zumindest Tätigkeiten mit üblichen ärztlichen Behandlungen von Patienten sind ihm untersagt. Der Anästhesist war etliche Jahre in der Amberger Klinik beschäftigt. Das städtische Krankenhaus in Amberg hatte dem Mann gekündigt, nachdem die Vorwürfe bekannt geworden waren.

Die Staatsanwaltschaft hatte für den Mann viereinhalb Jahre Haft gefordert. Der Verteidiger hatte auf eine Bewährungsstrafe plädiert, weil sein Mandant eine Therapie wegen der festgestellten Pädophilie antreten wolle. Der Rechtsanwalt will eine mögliche Revision prüfen.

Der Vorsitzende Richter Wolfgang Schmalzbauer meinte in der Urteilsbegründung, eine Bewährungsstrafe reiche nicht aus. "Das Ergebnis muss sein: Strafe und Therapie", so der Amberger Landgerichtspräsident. Er geht davon aus, dass der 49-Jährige während der Zeit im Gefängnis eine Psychotherapie machen wird.

Die Strafkammer betonte, dass der Narkosearzt seine besondere berufliche Stellung ausgenutzt habe. "Er hat seine Rolle als Arzt missbraucht", sagte Schmalzbauer. Zudem sei es verwerflich, dass der Mediziner das Vertrauen von langjährigen Freunden ausgenutzt habe, um sich an deren Kindern zu vergreifen. Der Mediziner hatte sich so beispielsweise auf einer Berghütte und im Wald an Mädchen vergangen. Mehrmals missbrauchte er Kinder bei Untersuchungen im Rahmen einer angeblichen Studie in seinem Krankenhausbüro.

DPA / DPA