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Navigationssystem manipuliert : Verbindungen zum IS? Flugzeug-Mechaniker soll Passagier-Jet sabotiert haben

Ein Mechaniker von American Airlines soll das Navigationssystem eines Passagierflugzeugs manipuliert haben. Die Staatsanwaltschaft ermittelt wegen Sabotage und vermutet ein möglicherweise terroristisches Motiv. 

Eine Boeing-Maschine von American Airlines ist offenbar sabotiert worden 

Eine Boeing-Maschine von American Airlines ist offenbar sabotiert worden 

AFP

Ein Mechaniker der US-Fluggesellschaft American Airlines ist wegen Sabotage angeklagt worden. Der 60 Jahre alte Verdächtige Abdul-Majeed Marouf Ahmed A. soll am 17. Juli an einem Flugzeug, das mit 150 Passagieren an Bord von Miami auf die Bahamas hatte fliegen sollen, die Navigationsanlage manipuliert haben. Laut der Staatsanwaltschaft hat er die Leitung einer Sonde absichtlich mit Hartschaum verstopft, berichtet der US-Sender CBS. Überwachungskameras haben laut der "New York Times" die Manipulationen durch den mutmaßlichen Täter aufgezeichnet. 

Glücklicherweise erhielt die Besatzung der Boeing 737-800 vor dem Start der Maschine eine Fehlermeldung und brach den Start ab. 

Das Navigationssystem befindet sich in einem Fach unterhalb des Cockpits und in der Nähe des Bugfahrwerks des Flugzeugs. Es zeichnet die Geschwindigkeit und Flughöhe sowie andere wichtige Flugdaten auf. Für die Kontrolle über das Flugzeug ist das System von entscheidender Bedeutung. Eine Verstopfung der Sonden durch Eiskristalle führte 2009 höchstwahrscheinlich zu dem Absturz des Flugs 447 von Air France über dem Atlantik. 

Terroristisches Motiv? 

Inzwischen hat der Verdächtige gestanden, Manipulationen vorgenommen zu haben. Er habe jedoch keine Menschen in Gefahr gebracht, weil das Flugzeug über entsprechende Backup-Systeme verfüge, behauptete er zu seiner Verteidigung. Als Grund gab der 60-Jährige an, er sei über die festgefahrenen Vertragsverhandlungen bei American Airlines frustriert.

Die Staatsanwaltschaft geht aber nun dem Verdacht nach, ob nicht ein terroristisches Motiv hinter der Tat stecken könnte. Die Ermittler hätten auf dem Handy des Mannes, der aus dem Irak stammt, Propagandavideos des IS gefunden. Außerdem soll der Verdächtige, der inzwischen US-Bürger ist, Geld an seinen Bruder im Irak geschickt haben, der Verbindungen zu der Terrororganisation haben könnte, schreibt die "New York Times". 

Sollte der Mann schuldig gesprochen werden, drohen ihm bis zu 20 Jahre Haft. 

ivi